Square, Uber und andere Unicorns Die "Uber-bewerteten" Start-ups aus dem Silicon Valley

Die zweite Firma von Twitter-Chef Jack Dorsey, der digitale Bezahldienst Square, stößt bei Anlegern auf wenig Gegenliebe. Es ist nicht das einzige Vorzeige-Start-up, das den Erwartungen an der Börse nicht gerecht wird.

Jack Dorsey, Gründer von Square und Twitter. Quelle: REUTERS

Seit Wochen schauen Technologie-Investoren, Risikokapital-Fonds und IT-Manager gebannt auf den geplanten Börsengang (IPO) von Square. Nun ist es soweit, und er wirft kein sehr gutes Licht auf die vielen anderen, mit Milliarden Dollar bewerteten Start-Ups aus dem Silicon Valley. Der Ausgabepreis lag bei neun Dollar je Aktie und damit ein Viertel niedriger als erwartet. In den ersten Handelsminuten zogen die Anleger den Titel- an der Wall Street unter dem Symbol "SQ" - auf 11,20 Dollar hoch.

Square vertreibt quadratische (englisch: square) Karten-Lesegeräte, die an iPhone oder iPads montiert werden. Damit können Restaurants, Tankstellen oder Händler Kreditkartenzahlungen entgegennehmen und den Zahlungsverkehr auf einfache und sichere Art direkt digitalisieren. Die Technik erfreut sich vor allem in den USA großer Beliebtheit - und hat bereits zahlreiche Nachahmer gefunden.

Der Digital-Bezahldienst, den der aktuelle Twitter-Chef Jack Dorsey 2009 gründete und noch führt, gilt als Gradmesser für die Börsentauglichkeit vieler hoch bewerteter Unicorns (deutsch: Einhörner). So heißen Start-Ups, die vorbörslich bereits mehrere Milliarden Dollar wert sein sollen.

Die wertvollsten Start-ups der Welt

Der Name soll die Ausnahmeerscheinung verdeutlichen: ein erst wenige Jahre altes Start-up ohne Gewinne mit einem Wert von mehr als einer Milliarde Dollar. Weil aber zuletzt immer mehr Anleger-Geld in das Feld des IT-Wagniskapitals geflossen ist, gibt es derzeit bis zu 140 davon, die meisten im Silicon Valley sowie im nahen Los Angeles, aber auch in China haben einige junge Techfirmen mehrstellige Milliardenbewertungen erreicht.

 Starke Zweifel an der Börsentauglichkeit

Zahlreiche Skeptiker kritisieren die hohen Bewertungen. Sogar von einer zweiten Internetblase ist vielfach die Rede. Spitzenreiter ist der Fahrdienst Uber, der erst drei Jahre am Markt ist, aber schon bis zu 60 Milliarden Dollar wert sein soll. Im Juli verkaufte Uber zwei Prozent seiner Anteile für eine Milliarde Dollar an private Investoren, die sich darum bewerben mussten. Gewinn schreibt Uber nicht, lediglich die fünf größten und reifsten Uber-Orte Los Angeles, San Francisco, New York, Boston und Washington D.C. sollen zeitweise an der Profitabilitätsschwelle kratzen.

Im vergangenen August kamen Teile einer internen Investoren-Präsentation ans Licht, die zeigten, dass Uber zwar seinen Umsatz schnell steigert, aber eben auch die Verluste. In einigen Quartalen waren sie den Dokumenten zufolge fast so hoch wie die Umsätze des Taxischrecks. Ähnliches gilt für fast alle anderen hoch bewerteten Unicorns, die nur selten Umsatzzahlen veröffentlichen, und schon gar keine Gewinne.

Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass fast alle hohe Verluste schreiben. Zahlreiche Anleger haben daher in den vergangenen Wochen Zweifel daran geäußert, dass die meisten Unicorns den irgendwann nötigen Schritt an die Börse schaffen. „Dort gelten die Regeln des öffentlichen Marktes, und das sind andere als die von hoch risikoaffinen Venture-Capital-Investoren“, sagte die bekannte Wagniskapital-Investorin Jenny Lee von im Oktober der WirtschaftsWoche. So wollen Börsen-Anleger in der Regel eine klare Perspektive, ab wann die Unternehmen Gewinn schreiben und der Cashflow dauerhaft die laufenden Kosten übersteigt.

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