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Start-up Mesosphere Der deutsche Twitter-Retter im Silicon Valley

Florian Leibert hat im Silicon Valley Millionen für seine Software-Firma eingesammelt. Er sucht auch in Deutschland nach Mitstreitern – die IT-Kräfte seien weniger umkämpft. Aber die Konto-Eröffnung war die Hölle.

Bei diesen Unternehmen werden Praktikanten reich
AppleDie amerikanische Plattform Glassdoor, die Unternehmen nach Arbeitsatmosphäre, Gehalt und sonstigen Leistungen bewertet, hat eine Liste der Firmen erstellt, die ihre Praktikanten am besten bezahlt. Demnach bekommt so mancher Praktikant im Silicon Valley ein deutlich höheres Jahresgehalt, als ein durchschnittlicher Angestellter. Während dem Durchschnittshaushalt pro Jahr nämlich 53.046 Dollar zur Verfügung stehen, kann es so mancher Praktikant auf rund 75.000 Dollar bringen, wenn er ein ganzes Jahr im Unternehmen bleibt. Bei Apple in den USA bekommen Praktikanten pro Monat 5723 Dollar, also gut 4.169 Euro brutto. Davon können auch hierzulande viele Facharbeiter nur träumen. Quelle: dpa
GoogleAuf Platz neun folgt der Suchmaschinenriese Google. 5969 Dollar verdienen Praktikanten bei dem Konzern. Wenig verwunderlich, dass 74 Prozent der Praktikanten in den USA bei einer Umfrage sagten, dass die Bezahlung bei einer Praktikumsstelle eine große Rolle spiele. Quelle: dpa
ExxonMobilExxonMobil ist unter den Firmen mit den bestbezahlten Praktikanten ein Exot. Immerhin stammen 19 der 25 Unternehmen aus der IT-Branche, vier kommen wie ExxonMobil aus dem Energiesektor. Pro Monat verdienen die "Interns" des Mineralölkonzerns 5972 Dollar brutto. Quelle: REUTERS
EbayAuch Ebay bezahlt seine Praktikanten mit 6126 Dollar pro Monat mehr als gut. Dennoch zählt die für die Praktikanten nicht nur das Geld: 77 sagten gegenüber glassdoor.com, dass sie sich von einem Praktikum bei einem der großen Konzerne vor allem einen Karrieresprung erhoffen. Für jeweils 41 Prozent sind außerdem der Standort und die 41 Unternehmenskultur wichtig. Quelle: REUTERS
MicrosoftBei Microsoft bekommen Praktikanten monatlich 6138 Dollar brutto. Quelle: REUTERS
FacebookNur unwesentlich lukrativer ist ein Praktikum beim Internetriesen Facebook. Mit einem Monatsgehalt von 6213 Dollar pro Monat für Praktikanten landet Facebook auf Platz fünf im Ranking. Quelle: AP
LinkedInDas US-Karrierenetzwerk LinkedIn hat das Treppchen verfehlt und landet auf Platz vier. Trotzdem verdienen Praktikanten dort fürstliche 6230 Dollar im Monat. Quelle: dapd

DüsseldorfAls der Name Twitter 2008 die Runde machte, war nur wenigen klar, wie schlecht es um das Start-up-Unternehmen und seinen Kurznachrichtendienst stand. Während Musiker wie die Band Blink 182 und der Rapper MC Hammer in der Zentrale in San Francisco vorbeischauten und ein gewisser Senator namens Barack Obama die 140-Zeichen-Nachrichten für seinen Wahlkampf nutzte, kämpften die Programmierer der Firma mit der Technik.

Das Bild vom „Fail Whale“, dem Symbol für den Ausfall des Dienstes, kam beinahe stündlich zum Einsatz. Schlimmer noch: Eine Sicherheitskopie der Daten gab es nicht, wie Nick Bilton in seinem Buch über das Unternehmen zu berichten weiß.

Dass Twitter heute noch existiert und sogar an der Börse ist, hat das Unternehmen auch einem Deutschen zu verdanken: Florian Leibert. Er half 2009 tatkräftig bei der Einführung eines Systems namens Mesos, mit dem der Kurznachrichtendienst seine gravierenden Server-Probleme in den Griff bekam und so die Grundlage für das heutige Geschäft legte.

Nun tritt Leibert an, anderen Firmen ähnliche Dramen zu ersparen: Seine Firma Mesosphere vermarktet die Software, die früher Twitter half. Diese Woche hat sie 10,5 Millionen Dollar von namhaften Investment-Fonds erhalten, darunter die Silicon-Valley-Legende Andreessen Horowitz, die auch Facebook, Airbnb und Twitter Starthilfe gab. Leibert und seine Mitstreiter könnten damit die Infrastruktur liefern, mit der die nächste Generation Start-ups das Internet verändert.

Die Software löst ein Problem, dass heutzutage jeder Online-Dienst hat: Wie lassen sich die vielen Server steuern, die die Daten der Nutzer verarbeiten, speichern und wieder in Echtzeit ausliefern? Mesos ist eine Art Betriebssystem für Rechenzentren.

Wie Windows die Rechenkerne des Prozessors und den Speicher koordiniert, managt es die Server, ohne dass der System-Administrator viel tun müsste. „Diese Technologie macht die Skalierung besonders einfach“, sagt Leibert in Gespräch mit Handelsblatt Online. „Wenn man sie einsetzt, muss man nicht mehr über einzelne Server nachdenken.“ Ein komplexes System ist damit einfach zu bedienen.

Benjamin Hindman, ein Freund von Leibert, entwickelte Mesos als Teil seiner Doktorarbeit. Das Vorbild war Google, das mit einer selbst programmierten Software seine riesigen Rechenzentren verwaltet. „Ich habe die Technologie dann bei Twitter untergebracht“, erzählt Leibert.

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