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Street-View-Autos Google-Autos fahren wieder durch Deutschland

Google-Autos fotografieren wieder in deutschen Städten. Die Bilder sollen den Kartendienst Maps verbessern. Sollen die Daten auch für Googles selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen?

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Ein Kameraauto des Internetdienstanbieters Google. Quelle: dpa

Sie sind wieder unterwegs: Die Fahrzeuge mit dem auffälligen, etwa 2,5 Meter hohen Kameramast, an dem ein Laserscanner und andere Sensoren angebracht sind, sind deutlich als Google-Autos zu erkennen.

Seit gestern fahren Googles Street-View-Autos wieder auf Deutschlands Straßen, um die Umgebung zu fotografieren. Unterwegs sind sie laut der Pressemitteilung in: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bremen, Leipzig, Dresden, Hannover, Nürnberg, Duisburg, Bochum, Wuppertal und Bielefeld. Im nächsten Jahr will Google die Fahrten auch auf andere Regionen Deutschlands ausweiten. Unter g.co/MapsFahrten finden sich aktuelle Informationen darüber, wo die Google-Autos gerade fahren.

Googles Kerngeschäftsfelder

Nach Angaben des Internetkonzerns sollen jedoch keine neuen Bilder veröffentlicht werden. Stattdessen sollen die Fahrten dazu dienen, „Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte” zu überprüfen. Auf diese Weise will Google zum Teil veraltete Informationen in seinem Kartendienst Maps aufspüren und aktualisieren.

Die Street-View-Fahrten hatten vor allem in Deutschland für hitzige Datenschutzdiskussionen gesorgt. Inzwischen können Hausbesitzer die Bilder ihrer Hausfassade auf Antrag in dem Dienst verpixeln lassen. Um erneute Aufregung zu vermeiden, hat Google sich nun beim Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Johannes Caspar, rückversichert.

Dieser bestätigt in einer Pressemitteilung, dass Google die neuen Daten nur zur Aktualisierung und Verbesserung des bestehenden Dienstes verwende. Auch würden – anders als in der Vergangenheit – keine WLAN- oder Funknetzdaten ausgewertet.

Auch andere Unternehmen sind derzeit unterwegs

Der US-Internetkonzern habe zudem zugesichert, dass bei den Fahrten aufgenommene Gesichter und Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden. Das Bildmaterial werde „dauerhaft nur so gespeichert, dass diese Merkmale nicht wiederhergestellt werden können”. Da keine Veröffentlichung der Aufnahmen geplant sei, könne auch kein Einspruch eingelegt werden, so Caspar.

Ein Prototyp des selbstfahrenden Autos von Google. Quelle: REUTERS

Google ist allerdings nicht das einzige Unternehmen, das derzeit deutsche Straßen fotografiert. Blaue Kameraautos des Kartendiensts Here von Nokia sind nach eigenen Angaben in diesem Monat unter anderem in Bergisch Gladbach, Berlin, Bochum, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Herne, Köln, Mönchengladbach, Oberhausen, Osnabrück und im nächsten Jahr in weiteren Städten unterwegs.

Ausgewählte Randaktivitäten von Google

Die spannende Frage, ob die Daten auch für den Test der konzerneigenen selbstfahrenden Auto stehen, lässt der Konzern unbeantwortet. Im Mai 2014 hatte Google mit viel Tamtam das Concept Car vorgestellt. Der eiförmige Wagen fährt selbstständig durch die Gegend – ganz ohne Lenkrad, ohne Pedale, ohne Schalter. Im Innern sind lediglich zwei Sitze.

Über eine Million Kilometer Testfahrt haben die Google-Prototypen bereits absolviert. Das Video zeigt das Auto jedoch nur auf einem kurzen Streckenabschnitt, den es zuvor genauestens einstudiert hat. Die bisherigen Prototypen können nur Straßen befahren, auf denen zuvor Spezialsensoren jedes Hindernis erfasst haben, ähnlich wie bei Google Street View - nur sehr viel aufwändiger. Die Bilder werden Meter für Meter auf Hindernisse wie Baustellen, Hydranten, Kanaldeckel ausgewertet. Erst danach kann das bewusst niedlich gestaltete Auto losfahren.

IT



Der Aufwand ist enorm. Deshalb haben die Google-Entwickler bisher nur einen Bruchteil des Straßennetzes erfasst, in den USA einige Tausend von mehreren Millionen Meilen. Sie müssen die Strecken auch immer wieder neu aufzeichnen. Neue Umleitungen oder Ampeln würden das Google Car schnell überfordern.

Weiß das Auto nicht mehr genau, wo es ist, wechselt der Wagen in eine möglichst langsame, vorsichtige Fahrweise und wird leicht zum Verkehrshindernis. Da es kein Lenkrad gibt, können die Insassen in so einem Fall auch nicht mehr selbst fahren.

Um die Wagen weiter im Alltag zu testen braucht Google möglichst exakte Straßendaten und Streetview bietet dafür die ideale Grundlage. 

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