T-Mobile US Hacker klauen Daten von über 15 Millionen Kunden

Ein Dienstleister von T-Mobile wurde in den USA Opfer eines Daten-Einbruchs. Für die US-Tochter der Deutschen Telekom kommt der Vorfall zu einem ungelegenen Zeitpunkt.

Hackerangriff auf Daten von 15 Millionen T-Mobile-Kunden Quelle: AP

Die Deutsche Telekom ist in den USA Opfer von Datendieben geworden. Hacker griffen den Dienstleister Experian an und entwendeten unter anderem persönliche Daten von rund 15 Millionen Kunden der Telekom-Tochter T-Mobile US, wie Experian, die weltgrößte Agentur zur Bonitätsüberprüfung privater Verbraucher, mitteilte.

Die Kriminellen hätten Zugriff auf Namen, Adressen, Geburtstage sowie Sozialversicherungs-, Führerschein- und Passnummern erhalten, erklärte T-Mobile-US-Chef John Legere in einem Brief an die Kunden. Bank- und Zahlungsverkehr-Daten seien nicht abhandengekommen. "Ich bin natürlich sehr verärgert", sagte er. Die Geschäftsbeziehung mit Experian, das unter anderem auch für Vermieter, Einzelhändler und Banken arbeitet, werde nun überprüft, man suche schnellstmöglich nach Alternativen.

Die größten Hacker-Angriffe aller Zeiten
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Mega-Hackerangriff auf JPMorganDie US-Großbank JPMorgan meldete im Oktober 2014, sie sei Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden. Rund 76 Millionen Haushalte und sieben Millionen Unternehmen seien betroffen, teilte das Geldhaus mit. Demnach wurden Kundendaten wie Namen, Adressen, Telefonnummern und Email-Adressen von den Servern des Kreditinstituts entwendet. Doch gebe es keine Hinweise auf einen Diebstahl von Kontonummern, Geburtsdaten, Passwörtern oder Sozialversicherungsnummern. Zudem liege im Zusammenhang mit dem Leck kein ungewöhnlicher Kundenbetrug vor. In Zusammenarbeit mit der Polizei gehe die Bank dem Fall nach. Ins Visier wurden laut dem Finanzinstitut nur Nutzer der Webseiten Chase.com und JPMorganOnline sowie der Anwendungen ChaseMobile und JPMorgan Mobile genommen. Entdeckt wurde die Cyberattacke Mitte August, sagte die Sprecherin von JPMorgan, Patricia Wexler. Dabei stellte sich heraus, dass die Sicherheitslücken schon seit Juni bestünden. Inzwischen seien die Zugriffswege jedoch identifiziert und geschlossen worden. Gefährdete Konten seien zudem deaktiviert und die Passwörter aller IT-Techniker geändert worden, versicherte Wexler. Ob JPMorgan weiß, wer hinter dem Hackerangriff steckt, wollte sie nicht sagen. Quelle: REUTERS
Angriff auf Apple und Facebook Quelle: dapd
 Twitter Quelle: dpa

Experian teilte mit, eine Untersuchung über den jüngsten Sicherheitsvorfall sei eingeleitet, man habe die Behörden kontaktiert. Die Generalstaatsanwaltschaft von Connecticut kündigte eine Untersuchung an. Dem Unternehmen zufolge wurde der Angriff auf das System Mitte September entdeckt.

T-Mobile US zählt insgesamt knapp 59 Millionen Kunden. Die nun entwendeten Daten betreffen nach Angaben von T-Mobile Menschen, die in den vergangenen zwei Jahren mit T-Mobile US einen Vertrag abgeschlossen haben - oder dies zumindest beabsichtigten.

In Reaktion auf den Datenklau verloren die Aktien der Telekom-Tochter im vorbörslichen US-Geschäft am Freitag 8,5 Prozent an Wert. Die Experian-Papiere gaben in London um bis zu 5,3 Prozent auf ein Zehn-Monats-Tief von 1018 Pence nach. Die Telekom-Aktie lag gegen Mittag an der Frankfurter Börse gut ein Prozent im Plus.

Immer wieder sind große Unternehmen Ziel von Hacker-Angriffen. Hierzu gehörten in den vergangenen Jahren unter anderem Ebay, Sony, die US-Bank JP Morgan, der amerikanische Einzelhändler Target oder die französische Sendergruppe TV5 Monde. Auch der Bundestag wurde jüngst Opfer einer Attacke.

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Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges zufolge zählt allein der Bonner Konzern täglich bis zu eine Million Angriffe auf sein Netz. Um Schlimmeres zu verhindern, hat die Telekom ein ausgeklügeltes Warnsystem installiert. Dennoch gelangten 2014 Daten von Millionen E-Mail-Konten in fremde Hände, betroffen davon waren Konten der Telekom, von Freenet, web.de, gmx.de, Kabel Deutschland und Vodafone.

Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) versuchten Kriminelle mit den Adressen und den zugehörigen Passwörtern, sich in E-Mail-Konten einzuloggen und diese für den Versand von Spam-Mails zu missbrauchen. In den Schlagzeilen war die Telekom auch 2008 nach dem Diebstahl von Datensätzen von 17 Millionen Mobilfunkkunden, die neben Namen und Anschrift die Mobilfunknummer, teils das Geburtsdatum und in einigen Fällen auch die E-Mail-Adresse enthielten.

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