Technik gegen Einbrüche Wie wir uns das Sicherheitsgefühl zurückholen

Wer nicht zum Opfer von Einbrechern werden will, sorgt am besten selbst vor. Das empfiehlt sogar die Polizei. Beim Schutz des eigenen Zuhauses hilft die richtige Technik. Ein Blick auf die Dinge, die uns ruhiger schlafen lassen.

In diesen Bundesländern wird am häufigsten eingebrochen
Bayern Quelle: dpa
Thüringen2014 ging die Zahl der Einbrüche um 17,2 Prozent zurück, im Vorjahr waren es noch 1183 Fälle gewesen. Quelle: dpa
SachsenIm Nachbarland Sachsen stieg die Zahl der Einbrüche an. Es wurden 3869 Fälle registriert, im Vorjahr waren es noch 3620. Die Aufklärungsrate lag laut dem offiziellen Bericht bei 22,5 Prozent. Im Vorjahr lag die Aufklärungsquote noch etwas höher bei 29,2 Prozent. Quelle: dpa
Mecklenburg-VorpommernIm Jahr 2014 wurden hier laut der Kriminalstatistik 1530 Fälle erfasst, ein geringfügiger Anstieg im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozent. Die Aufklärungsquote lag jedoch niedriger: 2014 konnten 25,8 Prozent, 2013 noch 30,2 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. Quelle: dpa
Baden-WürttembergHier gab es innerhalb von zwölf Monaten einen Anstieg der Einbrüche um 19,4 Prozent. 2014 registrierte die Polizei 13.483 solcher Straftaten. Damit liegt sie aber immer noch unter dem Höchststand von 1994 mit 13.681 Einbrüchen. Die Aufklärungsquote konnte leicht erhöht werden und liegt nun bei 17 Prozent. Quelle: dpa
Sachsen-AnhaltLaut Polizei Sachsen-Anhalt liegt die Zahl der Wohnungseinbrüche 2014 bei 2598 Fällen. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie damit nahezu unverändert (2013: 2588 Fälle). Zu den Aufklärungsquoten äußerte sie sich noch nicht. Quelle: dpa
Rheinland-PfalzDas Bundesland legte am 13. April als letztes seine Kriminalstatistik vor. Bislang ist bekannt, dass die Wohnungseinbrüche leicht zurückgingen mit minus 0,7 Prozent. Im Vorjahr waren es 5858 Fälle gewesen. Quelle: dpa

Alle zwei Minuten versucht in Deutschland ein Einbrecher in eine Wohnung einzudringen. Die Zahl der erfolgreichen Wohnungseinbruchdiebstähle ist in in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – auf zuletzt 152.123 Fälle in 2014.

Die Gangster machen dabei häufig fette Beute. Alleine im vergangenen Jahr betrug die Einbruchbilanz laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft rund 490 Millionen Euro. Die wirkliche Schadenssumme liegt noch höher. Denn Einbruchsopfer, die keine Hausratversicherung haben, sind nicht miteingerechnet.

Die wichtigsten Fragen rund um Einbrüche

Die Entwicklung sorgt für Angst. Wenn die Deutschen die Wahl haben, ob sie ins Erdgeschoss oder in eine der oberen Etagen ziehen, entscheiden sich die meisten für letzteres. Höhe bringt Sicherheit. Doch für die kann man auch selbst sorgen.

Grundlegende Verhaltensregeln helfen

„Wir haben in den deutschen Haushalten eine gewisse Unterversorgung an Sicherheit zum Schutz vor Wohnungseinbruch”, sagt Reinhold Hepp vom Deutschen Forum für Kriminalprävention.

Aktiv werden muss jeder selbst: „Seit einigen Jahren macht die Polizei deutlich, dass die Menschen ihre Wohnungen selber schützen müssen“, sagt Frank Scheulen, Kriminalhauptkommissar und Sprecher des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen.

Sechs goldene Verhaltensregeln zum Schutz vor Einbrechern
Abschließen Quelle: dpa
Fenster zu! Quelle: Initiative ‚Nicht bei mir!‘
Fußmatte Quelle: dpa
Schlüssel weg, Schlösser tauschen!Wenn ein Schlüssel verloren geht – auch wenn es nur der Schlüssel ist – dann auf jeden Fall Schlösser tauschen. Denn man kann sich nie sicher sein, wie oder wo der Schlüssel weg gekommen ist und im schlimmsten Fall wurde er geklaut. Also: sicher ist sicher – Schließzylinder wechseln. Quelle: dpa
nachbar Quelle: ZB
Urlaub Quelle: Initiative ‚Nicht bei mir!‘

Polizei und Sicherheitsexperten werben für verschiedene Konzepte, die am besten in Kombination wirken. Grundlegende Verhaltensregeln, wie Haustür-Abschließen und dafür sorgen, dass der Briefkasten nicht überquillt, helfen, um Einbrüchen vorzubeugen, heißt es bei der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!”.

Den besten Einbruchsschutz biete aber mechanische und elektronische Sicherheitstechnik. Dass die funktioniert, bestätigen nicht nur Expertenmeinungen sondern auch die Zahlen: Rund 41,4 Prozent der versuchten Einbrüche scheiterten laut Polizei mehrheitlich daran, dass die Wohnungen und Häuser mit Sicherheitstechnik ausgestattet waren.

Kriminalstatistik

Man müsse nicht unbedingt viel Geld investieren, betont Kriminalhauptkommissar Scheulen: „Natürlich – Sicherheit kostet, aber die Folgen eines Wohnungseinbruchs sind deutlich schlimmer und der Schaden zumeist höher als die Ausgaben für Sicherheitstechnik.“ Im Schnitt seien das pro Einbruch 3.500 bis 4.500 Euro. „Mit deutlich weniger Geld kann man sich davor schützen.“

Den Riegel vorschieben

Die Grundlage für ein sicheres Zuhause bilden auch im digitalen Zeitalter zunächst die mechanischen Sicherungssysteme. Wer seine Fenster und Türen mit speziellen Schlössern und Verriegelungen ausstattet, macht dem Einbrecher seine Tat deutlich schwerer.

Bei Fenstern und Balkontüren empfehlen Experten in erster Linie die sogenannte Pilzkopfverriegelung. Diese verhindert das Aufhebeln des Fensters oder der Tür.

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