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Technikriese Apple ist nicht zu stoppen

Seit 1995 hat Apple keine Dividende gezahlt. Das könnte sich auf der Hauptversammlung ändern. Weh tun würde es dem Konzern nicht, denn auch unter Tim Cook sind die Aussichten hervorragend.

Kein Ende des Apple-Kults in Sicht: Auch 2012 dürften sich iPad, iPhone und Macbook gut verkaufen Quelle: REUTERS

Unangenehme Fragen muss Apple-Chef Tim Cook auf der heute im Silicon Valley stattfindenden Hauptversammlung seines Unternehmens nicht fürchten. Höchstens, ob er zu lange die Augen vor den unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken seines taiwanesischen Auftragsfertigers Foxconn verschlossen hat, um den Nachschub von iPhones und iPads nicht zu gefährden.

Seine Großaktionäre treibt eher die Frage um, ob Cook sich endlich dem Druck beugt, zumindest einen Teil des 100 Milliarden Dollar Barvermögens auszuschütten. Seit 1995 hat Apple keine Dividende mehr gezahlt.

Die Prognosen stehen gut

Die Wetten stehen an der Wall Street darauf, dass der Konzernchef diesmal nachgibt. Denn Apple weiß inzwischen gar nicht  mehr, was es mit seinem reißenden Profitstrom noch anfangen soll. Mega-Übernahmen sind nicht sein Stil. Im vergangenen Jahr machte der Konzern bei einem Umsatz von 108 Milliarden Dollar einen Profit von knapp 26 Milliarden Dollar. Im Jahr davon waren es bei 65 Milliarden Dollar Umsatz etwa 14 Milliarden Dollar Profit. Wie ein Rundungsfehler wirkt da der Gewinn aus dem Jahr 2002. Vor zehn Jahren erwirtschaftete Apple nur 65 Millionen Dollar Profit.

Die Erfolgssträhne ist ungebrochen. Im aktuellen Geschäftsjahr könnte der Umsatz die 150 Milliarden Marke überspringen. Denn im Geschäftsverlauf hat sich das schlechte Karma durch das China-Debakel jedenfalls bislang nicht niedergeschlagen. Apple ist so mächtig wie noch nie. Entgegen Skeptikern ist das Unternehmen unter Cook, der dem Konzern seit Januar 2011 vorsteht und es seit dem Tod von Firmengründer und Chefvisionär Steve Jobs im Oktober allein führt, nicht gestrauchelt.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Ende der Erfolgssträhne nicht in Sicht 

Apple hat unter der Ägide des bedächtig auftretenden Managers sogar noch 150 Milliarden Dollar an Börsenwert zugelegt und ist nun mit 470 Milliarden Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt – mit sicherem Abstand vor dem zweitplazierten texanischen Ölmulti Exxon Mobil. Der kalifornische Unterhaltungselektronikgigant wird in diesem Jahr seinen Silicon Valley Nachbarn Hewlett Packard beim Umsatz überrunden und wahrscheinlich sogar Samsung als größten Elektronikkonzern der Welt ablösen.

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