Telefónica-E-Plus-Fusion EU-Kommission leitet neue Ermittlungen ein

Exklusiv

Die EU-Kommission will die Prüfung der eigentlich schon abgesegneten Fusion zwischen der beiden Mobilfunkbetreibern Telefónica und E-Plus neu aufrollen.

Die Fusion zwischen der beiden Mobilfunkbetreibern Telefónica und E-Plus war eigentlich schon klar, nun könnte es eine Überraschung geben. Quelle: REUTERS

Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Kreisen der beteiligten Unternehmen sowie der EU-Kommission. Die zusätzlichen Ermittlungen dienen offenbar dazu, einige Ungereimtheiten im Vorfeld des Vertragsabschlusses zwischen Telefónica und Drillisch aufzuklären. Um die Bedenken der EU-Kommission gegen die Fusion zu zerstreuen, will Telefónica ein Fünftel der eigenen Netzkapazitäten und bis zu 600 Shops an Drillisch abgeben. Parallel hatten auch die Mobilfunkanbieter United Internet und Freenet unterschriftsreife Verträge ausgehandelt, waren aber nicht zum Zuge gekommen. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob die Verträge mit Drillisch ausreichen, um den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aufrecht zu erhalten.

Insbesondere der unterlegene Internetdienstleister United Internet protestierte nach Informationen der WirtschaftsWoche mehrfach bei der EU-Kommission und brachte offenbar die neuerlichen Ermittlungen ins Rollen. Der Hauptvorwurf von United Internet: Telefónica habe einen Teil der Verhandlungen nur zum Schein geführt. Das geht aus einem internen Schriftwechsel hervor, der der WirtschaftsWoche vorliegt. United Internet wollte dazu keine  Stellungnahme abgeben. In dem Schreiben vertritt United Internet die Ansicht, dass  Telefónica von Anfang an das Ziel verfolgt habe, mit dem bisherigen Partner Drillisch noch enger zusammenzuarbeiten.

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Mit seinen aktuell 1,9 Millionen Kunden sei Drillisch aber gar nicht in der Lage, eine stärkere Rolle auf dem deutschen Mobilfunkmarkt zu spielen, kritisiert United Internet. Aus Wettbewerbssicht sei das die schlechteste Lösung.  Dadurch wachse die Gefahr, dass die künftig nur noch die drei großen Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica/E-Plus ihre Marktmacht ausspielten und ihre Tarife erhöhten. Mit harten Auflagen wollte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia  genau das verhindern.  

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