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Telegram-Verbot Russland blockiert nun auch Google-Seiten

Die russische Regierung verdächtigt Google, das Telegram-Verbot zu umgehen – und sperrt über 18 Millionen IP-Adressen.

Die Google-Suche, das Mailprogramm und die Push-Benachrichtungen für Android-Geräte funktionieren in Russland derzeit nur zum Teil. Quelle: dpa

MoskauDie russische Kommunikationsaufsicht (RKN) hat nach eigenen Angaben mehrere Internetadressen von Google in ein Verzeichnis verbotener Internetseiten aufgenommen. Die gesperrten Adressen seien von der Chatapp Telegram verwendet worden, teilte die Behörde Roskomnadsor am Sonntag zur Begründung mit.

Damit werden Amazon und Google verdächtigt, die gesperrte App Telegram zu umgehen. Im Zuge dessen konnten Millionen Internetseiten nicht mehr aufgerufen werden. Auch viele Unternehmen sind betroffen.

Laut dem Online Magazin Techcrunch hat Google bestätigt, dass die Suche, das Mailprogramm und die Push-Benachrichtungen für Android-Geräte nur zum Teil funktionieren. Derzeit seien in Russland über 18 Millionen IP-Adressen gesperrt.

„Es ist peinlich, wie schlecht die RKN darin ist, Telegram zu blockieren. Die meisten Nutzer können das Programm weiterhin ohne Probleme verwenden”, sagte Ilya Andreev, COO and Gründer von Vee Security, in dem Medienbericht. Seine Firma bietet einen Proxyservice gegen die Regierungssperre an. Derzeit würde über seinen Service zwei Millionen Nutzern der Zugang zu Telegram ermöglicht.

Angesichts der insgesamt 14 Millionen Telegram-Nutzer in Russland, sei das aber eine eher geringe Zahl. Die meisten hätten eine App Namens Zello installiert, die sofort eine neue IP-Adresse ansteuert, sobald die gerade genutzte gesperrt würde. Doch eine dauerhafte Beeinträchtigung von Google sei laut Andreev auch in Russland nicht wahrscheinlich.

„Die Regierung kann nicht einfach wahllos Internetseiten sperren”, sagte er. Schließlich stehe im Sommer die Fußball-Weltmeisterschaft an. „Wir können nicht tausende Touristen ins Land lassen, die dann feststellen, dass Google hier nicht funktioniert.“

Russland hat der Messanger App-Telegram verboten, seinen Mitteilungsdienst in dem Land anzubieten, weil sich der Gründer der App Pawel Durow sich weigert, Geheimdiensten die Entschlüsselung verschlüsselter Nachrichten zu ermöglichen.

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