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Telekommunikation Die drei Plagen der Telekom

Das US-Geschäft sorgt bei der Deutschen Telekom für kräftiges Wachstum. Der Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 62,66 Milliarden Euro. Trotzdem quälen die Telekom drei Plagen, die der Konzern nicht in den Griff bekommt.

Logo der Deutschen Telekom Quelle: dpa

Die Telekom-Aktie ist seit dem Verkaufstief im Oktober 2014 um mehr als 50 Prozent gestiegen und notiert derzeit bei mehr als 16 Euro. Der Konzern hat es zuletzt geschafft, in wichtigen Bereichen Boden gut zu machen und Baustellen zu beseitigen. Nach massiven Werbekampagnen und einem erbitterten Preiskampf konnte die amerikanische Tochter T-Mobile in den vergangenen Monaten Rekordzuwächse mit Millionen neuer Kunden melden.

Das brummende Geschäft in den USA hat der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr einen Schub verliehen. Die Bonner steigerten den Umsatz 2014 vor allem dank des starken Wachstums des einstigen Sorgenkindes um 4,2 Prozent auf 62,66 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg von 930 Millionen auf 2,92 Milliarden Euro, was unter anderem Sondererlösen aus einem Teilverkauf des Internetportals Scout24 zu verdanken war. Bereinigt um außergewöhnliche Effekte wäre der Gewinn um gut zwölf Prozent geschrumpft. Im vierten Quartal fiel vor allem wegen Personalaufwendungen ein Verlust von 110 Millionen Euro an. Seinen Aktionären will der Konzern eine unveränderte Dividende von 0,50 Euro je Aktie zahlen.

Auch im deutschen Mobilfunkgeschäft läuft es gut: Die Telekom profitiert von den Schwächen ihrer Konkurrenten: Während das eigene Mobilfunknetz von der Fachzeitschrift „Connect“ zum besten Deutschlands gewählt wird, steckt Vodafone mitten in einer Modernisierungsoffensive, um die massiven Netzprobleme in den Griff zu bekommen. Und nach der Übernahme von E-Plus ist so stark mit der Integration der beiden Unternehmen, dass der drittgrößte Spieler mehr den bestehenden Kundenstamm verwaltet statt mit neuen Discountangeboten Marktanteile zu gewinnen.  

Also ist alles in Ordnung? Von wegen. Drei Plagen quälen die Deutsche Telekom, die der Konzern einfach nicht in den Griff bekommt.

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1. Innovationen

Es ist schon ein schlechtes Zeichen, wenn selbst der Unternehmenschef Timotheus Höttges zerknirscht einräumen muss, dass  Innovationen “nicht zur DNA der Telekom” gehören. Der Konzern ist schwerfällig wie ein Tanker, wollte aber lange in allen Bereichen den Ton vorgeben. Ex-Chef Renè Obermann gab das Ziel vor, in neuen Wachstumsfeldern wie dem mobilen Internet, dem vernetzten Zuhause sowie intelligenten Netzlösungen für die Autobranche, den Energiesektor und das Gesundheitswesen bis 2015 knapp 30 Milliarden Euro mit neuen digitalen Angeboten zu erwirtschaften. Davon ist der Konzern so weit entfernt, dass Höttges den Traum des Vorreiters in allen Bereichen zu sein, ganz aufgeben hat.

In Zukunft will sich die Telekom auf den Ausbau seines Netzes und die Entwicklung netznaher Dienste konzentrieren. Die Entwicklung der neuer Produkte  für den Endverbraucher überlässt die Telekom in Zukunft lieber anderen. Künftig soll mehr Kooperationen wie mit Netflix geben. Die Serien und Filme des Videoportals zum Beispiel laufen auch in der Telekom-Videothek Entertain.

2. Festnetz

Bis 2018 will der Konzern alle Kunden auf den sogenannten All-IP-Anschluss umstellen. Dann laufen Telefongespräche und das Fernsehprogramm wie auch Internet-Daten nicht mehr über die klassischen Leitungen  sondern werden mithilfe des Netzwerkprotokolls durch Paketvermittlung bereitgestellt.

 Der Telekom bringt das in Zukunft Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe, derzeit aber vor allem massiven Kundenfrust. Das Unternehmen stellt auslaufende Verträge nämlich zwangsweise um: Kunden  werden  schriftlich aufgefordert, einen neuen Vertrag abzuschließen. Wer es nicht macht droht gekündigt zu werden. Mehr als vier Millionen Deutsche hat die Telekom schon so zum Wechsel bewegt.

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Das Problem: Die neue Technik ist extrem störanfällig. Die technischen Probleme nehmen seit einem dreiviertel Jahr überhand. Immer mehr Kunden beschweren über Verbindungsabbrüche und gestörte Telefonate. Kein Wunder: Im laufenden Betrieb die Generalüberholung des Netzes zu organisieren, ist tatsächlich kein Kinderspiel. Mehrmals hatte deshalb die Telekom die Umstellung verschoben.

3. Geschäftskunden

Zwei Schritte vor und drei zurück. Die IT-Sparte T-Systems kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die Renditeziele hat T-Systems-Chef Reinhard Clemens noch nie erreicht. Jetzt versucht er es mit einer Rückkehr zu alten Tugenden. Künftig will er klassische Kommunikationsdienste für weltweit operierende Großkonzerne wieder verstärkt anbieten. Das Ziel: Vodafone, wie jüngst durch den Mega-Deal mit der Deutschen Bank, soll nicht noch mehr Großkunden abjagen. Dabei wollte Clemens aus T-Systems eigentlich die europäische Antwort auf IBM aufbauen und groß ins Geschäft mit IT-Outsourcing einsteigen.

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