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Tierbedarf Online-Futtershops für Tiere boomen

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Sechsstellige Summe investiert

"Fresschen ist fertig!" Die neuen Tierfutterportale
Tobias Heitmanns Hund hat eine Allergie gegen Getreide. Das brachte ihn auf die Idee, ein Portal für Tierfutter nach Maß zu gründen. Wunschfutter.de ist nicht nur Händler, sondern auch Hersteller von Tiernahrung. Quelle: Screenshot
Tatsächlich herrscht schon viel Bewegung in der Branche. Vor einem Jahr ging der Online-Shop MeineStrolche.de online. Quelle: Screenshot
Canimix.com aus Hamburg ist seit Frühjar 2012 online. An dem Unternehmen mit 20 Mitarbeitern sind Fressnapf-Chef Torsten Toeller über seine Holding beteiligt, sowie Tengelmann Ventures, die Investmentgesellschaft des gleichnamigen Lebensmittel-Konzerns. Quelle: Screenshot
Dogsli.de bietet über 40 verschiedene Bestandteile für ein individuell zusammengestelltes Hundefutter an. Quelle: Screenshot
ZooRoyal.de bietet alles rund um den Tierbedarf. Quelle: Screenshot

Diese spezielle Produktionsweise ist auch ein Grund, warum Wunschfutter.de in eine eigene Produktionshalle investiert hat, und keinen Produzenten von außen beauftragt. „Die eigene Produktion macht die Kosten anfangs natürlich höher, aber wir wollten unser Know-How nicht aus der Hand geben“, sagt Heitmann. Dieses Know-How haben sich Tobias Heitmann und seine zwei Mitgründer Kai Oestricher und Sonja Groneweg von außen geholt.  Zwar hatten alle drei Erfahrung mit eigenen Unternehmen,  allerdings kannte sich niemand mit der Tierfutter-Industrie aus. Die Gründer kannten sich über den  Regionalkreis der „Jungen Unternehmer“ in Dortmund. Tobias Heitmann führt die Düsseldorfer Kunstgalerie Zimmermann & Heitmann, Kai Oestricher die Dortmunder Unternehmensberatung Synergate und Sonja Groneweg leitete mehrere Jahre die Groneweg-Gruppe, ein Lebensmittelunternehmen.

Geschäftsidee aus Kanada importiert

Nachdem Tobias Heitmann die anderen beiden überzeugte, einzusteigen, begannen sich die Branchen-Neulinge zu informieren – und stießen auf das kanadische Unternehmen RedMoon. Es setzt das von Tobias Heitmann angedachte Geschäftsmodell schon seit 15 Jahren in Kanada um. Die drei Unternehmer sind darauf hin nach Kanada geflogen, haben sich das Konzept angeguckt – und es gleich erworben „Gegen eine Art Franchise-Gebühr haben wir die Struktur des Unternehmens übernommen“, sagt Heitmann. „Dazu gehören Produktionsweise, Rezepte oder auch der Aufbau der Internetseite.“

Die wichtigsten Fakten zu Crowdfunding

Um die anfänglichen Kosten zu stemmen, investierte jeder Gründer eine sechsstellige Summe – aus eigener Tasche, ohne Kredite. Mittlerweile ist noch eine nordrhein-westfälische Investorenfamilie eingestiegen. Diese hält nur drei Viertel an der Firma. Das Geld von außen war für aktuelle Erweiterung der Produktionsanlage nötig. Mit dem ersten Jahr zeigt sich Tobias Heitmann zufrieden. Zwar nennt der Jungunternehmer keine Zahlen, verrät aber: „Wir stehen kurz vor der Gewinnzone. Wenn es so gut weiter geht, wie bisher, werden wir schon nächstes Jahr ein Plus machen.“

Starker Partner im Hintergrund

Diese Aussichten klingen zwar gut, doch haben sich schon einige „Mass Customization“-Anbieter verzockt. Im September stellte etwa MyStofftier.com seinen Online-Shop ein, im Juli ging das Maßbekleidungsportal „Shirts on the fly“ insolvent und im Juni wurde das Start-Up MixiMuesli.de auf Ebay versteigert. Auch im Tierfutter-Bereich wurden schon zwei „Mass Customization“-Portale eingestellt: MeinHundefutter.de und MyPetFood.de. „Das war ein Hausfrauen-Laden, um es böse zu sagen. Sie sind nicht professionell genug vorgegangen“, sagt Tobias Heitmann zum Niedergang von MeinHundefutter.de. Das Problem von MyPetFood.de war, dass die Markenrechte bei Heitmann und seinen Partnern lagen. „Ich mache doch keinen Internet-Shop auf und nenne ihn Karstadt. Da informiere ich mich vorher, wer die Namensrechte hält.“

Einen direkten Konkurrenten im „Mass Custumization“-Bereich hat Wunschfutter.de noch: Seit Februar ist Canimix.com aus Hamburg online. „Man muss einen längeren Atem und strategische Kontakte aufbauen“, sagt der dortige Geschäftsführer, Sascha Lindemann, zu den bisher eingestellten Start-Ups. Diesen langen Atem und die nötigen Kontakte hat Canimix.com dank seiner Investoren. An dem Unternehmen mit 20 Mitarbeitern sind Fressnapf-Chef Torsten Toeller über seine Holding beteiligt, sowie Tengelmann Ventures, die Investmentgesellschaft des gleichnamigen Lebensmittel-Konzerns. Kurz nach dem Start der Internetseite, fragte das Kaffeehaus Tchibo an, ob Caninmix seine Produkte für spezielle Tieraktionswochen in den Tchibo-Filialen anbieten möchte. „Sie hätten uns vermutlich nicht angesprochen, wenn wir nicht so starke Partner im Hintergrund hätten“, sagt Lindemann.

Diese haben auch ihr Wissen an Sascha Lindemann und seine zwei Partner weiter gegeben. So stellte ihnen die Holding des Fressnapf-Chefs einen Berater zur Seite, der ihnen Tipps gegeben hat. Denn so wie bei Wunschfutter.de, kannten sich auch die Canimix-Gründer nicht in der Tierfutter-Industrie aus.

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