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Trotz guter Zahlen Vodafone-Chef Vittorio Colao tritt ab

Die Übernahme von Unitymedia war seine letzte große Amtshandlung. Vodafone-Chef Vittorio Colao verlässt das Unternehmen nach mehr als einem Jahrzehnt.

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Vodafone-Chef Vittorio Colao tritt nach dem Unitymedia-Deal ab Quelle: Reuters

London Vodafone-Chef Vittorio Colao tritt nach mehr als zehn Jahren überraschend von der Spitze des Kommunikationskonzerns zurück. Im Oktober wird er die Führung an seinen Finanzchef Nick Read übertragen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen mit.

Erst vor einer Woche hatte Colao eine Milliardenübernahme verkündet. Für 22 Milliarden Dollar haben die Briten das europäische Kabelgeschäft des US-Konzerns Liberty Global übernommen, zu dem auch der deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia gehört. Damit dürfte sich auch der Schwerpunkt von Vodafone mehr nach Kontinentaleuropa verschieben.

Der Liberty-Deal ist der größte Kauf unter der Ägide des 56-jährigen Colao und gilt als sein Meisterstück. Über mehrere Jahre sollen die Unternehmen verhandelt haben. Der Deal passt zu seiner Strategie: Während seiner Zeit an der Vodafone-Spitze hatte Colao Vodafone mehr und mehr aus Märkten außerhalb Europas zurückgezogen. Dort hatten sich seine Vorgänger Wachstum erhofft.

Colao hatte unter anderem den Ausstieg von Vodafone aus dem US-Geschäft eingeleitet. Die Fusion der indischen Vodafone-Sparte mit Idea Cellular, die im kommenden Monat über die Bühne gehen soll, wurde von Analysten bereits als Einstieg für den Ausstieg der Briten aus dem Markt interpretiert. In Indien kämpft der Konzern weiterhin mit Problemen. Der Umsatz fiel um fast 19 Prozent.

Finanziell hat sich die Strategie des scheidenden Chefs zu Jahresbeginn dennoch ausgezahlt: Mit Hilfe von Einsparungen, Neukunden und einer starken Nachfrage nach Datenpaketen ist Vodafone wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 wurde ein Gewinn in Höhe von 2,8 Milliarden Euro erzielt worden. Im Vorjahreszeitraum hatte eine Milliarden-Abschreibung in Indien die weltweite Nummer zwei der Branche tief in die roten Zahlen getrieben.

Der Umsatz von Vodafone ging in den zwölf Monaten bis Ende März hauptsächlich wegen des Verkaufs des Festnetzgeschäfts in den Niederlanden und wegen Währungseffekten um 2,2 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro zurück. In Deutschland legte der Service-Umsatz des Telekom-Konkurrenten dank neuer Breitbandkunden bereinigt um 2,6 Prozent zu.

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