TV-Geräte-Hersteller Loewe-Chef will auf "Made in Germany" verzichten

Matthias Harsch zieht alle Register, um den schwer angeschlagene Fernseherhersteller zu retten. Auf in Deutschland gefertigte Ware will er notfalls verzichten - doch das ist längst nicht alles. Die Pläne des Loewe-Chefs.

Die besten Riesenfernseher ab 46 Zoll
Platz 10: LG 47LM660S, zwischen 950 bis 1090 EuroWertung von Stiftung Warentest: 2,6Die Prüfer von Stiftung Warentest kommen zum Schluss, dass dieser Flachbildschirm aus dem Hause LG besonders sparsam ist. Wer die Einstellung ein wenig verändert, bekommt auch ein noch besseres Bild. Der Ton ist befriedigend, bei Action-Filmen kann das Bild ruckeln, wie auch bei anderen schnellen Bewegungen. Wer 3D gucken möchte, bekommt vier entsprechende Brillen mit geliefert. Die Anleitung für den Fernseher sei wenig hilfreich. Quelle: PR
Platz 9: Sony KDL-46EX655, zwischen 740 bis 1100 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,4)Bei dem Gerät ist der Preis für jeden Zentimeter Bilddiagonale besonders preiswert: Er liegt bei 6,50 Euro. Das Fernsehbild bei hochauflösenden Inhalten ist besonders gut. Doch auch hier: Bei schnellen Bildern ruckelt das Bild. Manko: 3D fehlt. Bekommt daher nur ein "Gut". Trostpflaster: Der Stromverbrauch ist gering. Quelle: PR
Platz 8: Philips 47PFL6007K, zwischen 1000 und 1250Wertung von Stiftung Warentest: 2,3Bietet unter den getesteten Bildschirmen das beste Bild für wenig Geld. Die Qualität ist durchgehend gut - egal ob über HDMI oder bei Fernsehen mit Standardauflösung. 3D ist sogar sehr gut bei dem Philips-Modell, vier Brillen liegen bei. Schwachstellen gibt es jedoch auch: Der Ton und das Bildschirmmenü sind nicht so doll. Quelle: PR
Platz 7: Loewe Connect ID 46 DR+, zwischen 2650 und 2900 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,3)Den Rahmen gibt es in verschiedenen Farben, das Bild ist gut. 3D-Brillen bekommt der Käufer für zusätzlich 150 Euro das Stück. Ruckelt bei schnellen Bewegungen, der Blickwinkel ist klein, der Ton gut. Wirkliches Plus für dieses teure Modell: Die interne Festplatte nimmt Inhalte dank Doppelturner parallel zum Fernsehen auf. Quelle: PR
Platz 6: Sony KDL-46HX855, zwischen 1500 Euro und 1730 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,2)Die Bilder sind ab Werkeinstellung recht gut, doch wer 3D schaut, sollte lieber den Kopf nicht neigen. Sonst schwindet der Tiefeneindruck. Spezielle Brillen werden nicht mitgeliefert. Der Ton ist gut. Weiterer Minuspunkt: Der Fernseher steht starr, kann also nicht geneigt oder geschwenkt werden. Quelle: PR
Platz 5: Samsung UE46ES6990, zwischen 1250 und 1500 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,2)Die Verbindung mit dem Heimnetzwerk verläuft komfortabel. Sind die Batterien bei der Fernbedienung leer, kann der Fernseher auch am Gerät selbst betätigt werden. Bild und 3D-Inhalte sind gut, vier Shutterbrillen werden mitgliefert. Klang gerade noch akzeptabel. Quelle: PR
Platz 4: Metz Aurus 47 3D Media, 4200 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,1)Der hohe Preis ist gerechtfertigt - Man kann fernsehen und gleichzeitig Inhalte aufnehmen. Bild ist gut, bei 3D sogar sehr gut; zwei Polarisationsbrillen werden mitgeliefert. Der Ton ist besser als bei anderen Flachfernsehern. Großer Minuspunkt: Keinen Internetverbindung. Quelle: PR
Platz 3: LG 47LM960V, zwischen 2000 und 2650 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,1)3D ist bei diesem Modell besonders gut, vier Polarisationsbrillen liegen beigeliefert. Ton und Bild sind insgesamt gut. Eine Zweifernbedienung ermöglicht die Bewegungssteuerung. Minuspunkt: Die Anleitungen sind wenig hilfreich. Quelle: PR
Platz 2: Philips 46PFL7007K, zwischen 1500 und 1900 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (2,0)Bei diesem Modell kann sich Action sehen lassen; schnelle Bewegungen werden sehr gut angezeigt. HD- und 3D-Bilder sind sehr gut, eine Shutterbrille wird mitgeliefert. Ton ist gut, Fernbedingung befindet sich an der Rückseite mit voller Tastatur. Quelle: PR
Platz 1: Samsung UE46ES7090, zwischen 1500 und 1900 EuroWertung von Stiftung Warentest: Gut (1,8)Die Bilder ab Werkeinstellung sind gut, 3D sogar sehr gut. Zwei Shutterbrillen liegen bei. Der Fernseher ist besonders für helle Umgebungen sehr geeignet. Ton ist gut. Sprachen und Gesten ermöglichen das Steuern des Fernsehens. Diese Optionen sind allerdings verbesserungbedürftig. Quelle: PR

„Wir verhandeln mit asiatischen Interessenten“, sagte Vorstandschef Matthias Harsch der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. "Unser Ziel ist es, den Aktionären in Berlin dazu mehr zu sagen." Die verlustträchtige Loewe bittet ihre Anteilseigner am 31. Juli in die Hauptstadt, um ihnen unter anderem offiziell zu beichten, dass das Traditionsunternehmen die Hälfte seines Eigenkapitals verbraucht hat. Üblicherweise trafen sich die Aktionäre in der Vergangenheit in München.
Der neue Investor soll Harsch zufolge einerseits Panels für die Flachbildschirme liefern, andererseits auch frisches Kapital mitbringen. Ohne Kapitalerhöhung droht dem Traditionsunternehmen der Kollaps.

Nach einem geplanten Kapitalschnitt und der Ausgabe neuer Aktien könnte ein Investor für eine verhältnismäßig geringe Summe auf einen Schlag zwei Drittel der Anteile an Deutschlands größtem Fernseher-Hersteller bekommen. Offen ist, wie sich der bislang größte Anteilseigner Sharp verhalten wird, den ebenfalls schwere Sorgen plagen nach zwei Jahren mit hohen Nettoverlusten.

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Mit einem neuen Haupteigentümer im Rücken sieht Harsch für sein Haus gute Überlebenschancen. "Loewe hat als Premiumanbieter bisher nur den BMW Siebener und Fünfer im Angebot. Künftig werden wir auch die Einser- und Dreier-Reihe anbieten, um einen Anteil von zehn Prozent am Premiummarkt zu erzielen. Dann reden wir von einer Million verkaufter TV-Geräte und 500 Millionen Euro Umsatz."

Damit würde er den Jahresumsatz von zuletzt 250 Millionen Euro verdoppeln. Harsch ist das Label "Made in Germany" nicht mehr so wichtig, die Produktion soll verstärkt im Ausland erfolgen. Rund ein Fünftel der Stellen im Kronacher Stammwerk wurden bereits gestrichen.

Loewe hat seit Jahren zu kämpfen: Massive Stellenstreichungen, Chefwechsel und die Suche nach neuen Märkten und Produkten haben bisher nichts genützt. Allein in den ersten drei Monaten war der Umsatz um 35 Prozent auf 43,5 Millionen Euro eingebrochen.

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