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TV-Markt Apple testet Fernseher-Prototypen

Ein Fernseher von Apple war bisher ein Phantom, das trotz vieler Gerüchte nie auftauchte. Jetzt liefert ein Bericht des für gewöhnlich gut informierten „Wall Street Journal“ Hinweise auf erste Tests.

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Stellt der Apple-Geschäftsführer Tim Cook bald den ersten Fernseher von Apple vor? Quelle: dapd

New York Der Apple-Fernseher, über den schon lange spekuliert wird, nimmt laut einem Zeitungsbericht Gestalt an. Der US-Konzern teste mit asiatischen Zulieferern mehrere Entwürfe, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch. Der Auftragsfertiger Foxconn, der für Apple die iPhones und iPads baut, arbeite dafür mit dem japanischen Elektronik-Konzern Sharp zusammen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

„Es ist noch kein offizielles Projekt. Es befindet sich in einer frühen Testphase“, wurde eine der Quellen zitiert. Mehr noch: Apple habe schon seit einigen Jahren Prototypen mit Zulieferer getestet, hieß es.

Gerüchte, dass Apple mit einem eigenen Fernsehgerät in die Wohnzimmer will, gibt es schon lange. Der „Wall Street Journal“-Bericht ist der bisher stärkste Hinweis darauf, dass die Spekulationen stimmen könnten. Als größtes Hindernis gelten Rechte-Verhandlungen mit der Fernsehbranche, die um ihre heutigen Geschäftsmodelle fürchtet.

Die zehn Erfolgsgeheimnisse des IT-Konzerns
Wie macht Apple das nur? Aktuell ist Apple das wertvollste Unternehmen der Welt. Der Börsenwert liegt bei mehr als 580 Milliarden Dollar. Und Apple  hat Barreserven in Höhe von  216 Milliarden  Dollar. Zehn Gründe warum das Unternehmen so viel besser ist als jeder Konkurrent. Quelle: REUTERS
1. Der NetzwerkeffektDie IT-Welt funktioniert nach anderen Regeln als der Rest der Wirtschaft. Eine besondere Rolle spielt der sogenannte Netzwerkeffekt. Beispiel Microsoft: In der Ära des PCs hatte der Konzern ein Quasi-Monopol im Bereich der Desktop-Betriebssysteme und der Office-Software. Der Grund: Sobald MS-DOS und später Windows gegenüber damals konkurrierenden Systemen wie CP/M nur einen hauchdünnen Vorsprung hatte, entwickelten Softwareentwickler vornehmlich für das Microsoft-System, um möglichst viele potenzielle Kunden zu erreichen. Andererseits wurde die Microsoft-Plattform mit der verfügbaren Software auch für die Kunden immer attraktiver. Die große Verbreitung von Office in der PC-Ära machte auch diese Software zum Quasi-Standard: Wer die Dokumente von Freunden, Kollegen und Geschäftspartnern lesen und bearbeiten wollte, musste zur Microsoft-Software greifen. Quelle: dpa
1. Der NetzwerkeffektIm mobilen Markt hat Apple die Nase vorn. Zwar werden in absoluten Zahlen im Smartphone-Markt mehr Geräte mit Android-System verkauft – doch Android-Nutzer zeigen im Schnitt deutlich weniger Bereitschaft, Geld für Apps auszugeben. Quelle: AP
2. Zulieferer in vielen LändernApples Zulieferer beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Menschen in 20 Ländern. Apple steht wegen der Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer in der Kritik. Das taiwanesische Unternehmen Foxconn, das vornehmlich in China produzieren lässt, wurde zum Symbol für Ausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen. Jetzt ist es Apple durch Kontrollen bei Zulieferern gelungen, Verstöße gegen Arbeitszeit-Beschränkungen zu reduzieren. Die Obergrenze von 60 Arbeitsstunden pro Woche sei im vergangenen Jahr zu 97 Prozent eingehalten worden, erklärte der Konzern in seinem jährlichen Bericht zur Lage bei den Zulieferern. Ein Jahr zuvor wurde noch ein Wert von 92 Prozent angegeben. Die durchschnittliche Arbeitszeit für fest angestellte Mitarbeiter bei Zulieferern lag jetzt bei 55 Stunden pro Woche. Quelle: dpa
3. MargeDie Marge pro verkauftem Gerät ist traditionell besonders hoch bei Softwareherstellern: Nachdem ein Software-Produkt entwickelt ist, sind die Kosten pro verkauftem Medium sehr gering, der Verkaufspreis hoch. Apple verkauft zwar auch Software, verdient sein Geld aber hauptsächlich mit dem Verkauf von Hardware. Der Konzern erreicht allerdings auch bei der Hardware Margen, von denen die Konkurrenz nur träumen kann. Offizielle Zahlen gibt es nicht, doch Analysten schätzen die Marge pro verkauftem Gerät zwischen 30 und 40 Prozent. Besonders groß ist die Marge beim iPhone – und davon hat Apple wiederum besonders viele Geräte verkauft: im Jahr 2015 mehr als 231 Millionen Stück. Quelle: REUTERS
4. Konzentration auf das WesentlicheAuch bei den Produktkategorien herrscht Übersichtlichkeit. Das aktuelle iPhone SE gibt es jeweils mit unterschiedlicher Speicherausstattung – auf verwirrende Produktbezeichnungen mit langen Zahlenreihen und verschiedenen Ausstattungen verzichtet der Konzern komplett. Mit der Konzentration auf das Wesentliche hat Apple auch beim Produktdesign Trends gesetzt: Überflüssiges wird weggelassen. Das macht die Produkte elegant und benutzerfreundlich. Damit liegt Apple ganz auf der Linie des heimlichen Vorbilds, dem deutschen Braun-Designer Dieter Rams. Quelle: dpa
Apple-Museum Quelle: dpa

Der vor gut einem Jahr verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hatte die Gerüchte selbst befeuert als er seinem Biografen Walter Isaacson erzählte, er habe eine Idee, wie man die Bedienung von Fersengeräten neu gestalten könnte.

Gadgets



Schon 2007 startete Apple die Settop-Box Apple TV, die Inhalte aus der iTunes-Plattform und dem Netz auf den Fernseher bringt. Apple verkauft davon einige Millionen Geräte im Jahr und bezeichnete die Box bisher als „Hobby“. Deshalb fiel es auf als der heutige Apple-Chef Tim Cook in einem Interview mit dem US-Sender NBC Fernsehen zum Bereich von „intensivem Interesse“ erklärte. Heutzutage fühle man sich um 20 bis 30 Jahre in die Vergangenheit versetzt, wenn man den Fernseher einschalte, begründete Cook den Bedarf an Veränderungen.

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