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Twitter-Pläne im Überblick So will Twitter sich ändern

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Die weiteren Twitter-Pläne - und was sie bringen


2. Einfache Übersicht: Timeline Highlights

Wer den Nachrichten-Strom nicht permanent im Auge hat, verpasst wichtige Informationen, befürchten viele Neu-Nutzer. Abhilfe soll das Feature “Timeline Highlights” bieten. Das zeigt Posts nicht etwa chronologisch an, sondern stattdessen nach Höhepunkten sortiert. Ein Algorithmus scannt dazu den Echtzeit-Kanal nach vermeintlich relevanten Beiträgen und bereitet diese auf. Auch, wer sich stunden- oder tagelang nicht einloggt, bekommt also einen Überblick über die wichtigen Ereignisse, so das Versprechen.

Einschätzung: Grundsätzlich ist die Idee, mehr Überblick zu bieten, gut. Einen ähnlichen Service bietet bereits der Facebooks News Feed – doch das kam nicht bei allen Nutzern gut an. Besonders die Power-User dürften sich schnell bevormundet fühlen, wenn Twitter ihnen vermeintlich relevante Themen vorgibt.

3. Mehr Inhalt: Videos gewinnen an Bedeutung

Nutzer sollen künftig Videos direkt aus ihrem Twitter-Account aufnehmen, bearbeiten und versenden können. Costolo hält es für „eine gigantische Chance der Videofunktion", wenn Menschen während einer großen Veranstaltung ihre unmittelbaren Eindrücke per Livebericht in die Welt senden können.
Einschätzung: Dass der Trend auch im Bereich Mobile Nutzung dank schnellerer und günstigerer Datentarife in Richtung Video und Foto geht, haben bereits andere Dienste wie Facebook und Instagram erkannt. Twitter selbst setzte beim Thema Bewegtbild bislang vor allem auf die Zusatz-App Vine.

Wie groß ist WhatsApp wirklich?
Am Dienstag veröffentlichte Whats-App aktuelle Nutzerzahlen. Das Ergebnis: Mehr als eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt nutzt die Chat-App. Aber wie viel sind 500 Millionen im Vergleich zu anderen Kommunikations- und Networkplattformen? Quelle: dpa
Verglichen mit der internationalen Konkurrenz ist  Xing nur ein kleines Social Network. Trotzdem ist es das größte berufliche Netzwerk in Deutschland. Dabei können Nutzer sich nicht nur beruflich (und privat) vernetzen, sondern auch Stellenangebote und –gesuche inserieren. Mittlerweile hat Xing weltweit rund 14 Millionen Nutzer. Der größte Teil daraus (7 Millionen) stammt aus Deutschland (Stand: Dezember 2013). Quelle: dpa
Die Plattform Vimeo bietet seinen etwa  100 Millionen Besuchern (Firmenangaben) die Möglichkeit, eigens produzierte Filme hochzuladen und fremdes Material anzusehen. Dabei dürfen nur von Personen Filme hochgeladen werden, die auch maßgeblich an der Entstehung des Produkts beteiligt waren. Besonders auffällig: Rund 400.000 Nutzer des Video-Dienstes zahlen monatlich zwischen 60 und 200 Dollar für die Nutzung.
Tumblr: Im Jahr 2007 wurde die Blogging-Plattform Tumblr gegründet. Die Nutzer können Texte, Bilder, Links und Videos veröffentlichen. Laut dem Statistik-Portal „Statistia“ hat die Plattform im vergangenen Jahr in etwa 110 Millionen monatliche Besucher. Mittlerweile gehen Schätzungen sogar von 130 Millionen Nutzern aus. Seit 2013 gehört das Unternehmen zu Yahoo.
Instagram: Die Foto-App Instagram hat nach Firmenangaben vor kurzem die rund 200-Millionen-Nutzer-Marke durchbrochen. Mit eingebauten Farb- und Effektfiltern lassen sich gewöhnliche Schnappschüsse des Alltags in eigene kleine Kunstwerke verwandeln. Etwa 20 Milliarden Fotos sind bei Instagram derzeit im Umlauf.
Der Kurznachrichtendienst Twitter ist in besonderem Maße von seinen Nutzern abhängig – denn seit 2013 ist Twitter an der Börse. Und die Anleger betrachten die Entwicklung der Nutzerzahlen ganz genau, als Indikator für den Gesundheitszustand des Unternehmens. Im vierten Quartal 2013 verzeichnete das Unternehmen 241 Millionen aktive, monatliche Nutzer. Tendenz: stagnierend. Quelle: dpa
Etwa 57 Millionen Menschen nutzen das soziale Bildernetzwerk Pinterest. Der Name des Netzwerks setzt sich aus dem englischen „pin“ (anheften) und „interest“ (Interesse) zusammen. Damit ist der Name bereits Programm: Mittels Bilder und Fotos können die Nutzer ihre eigenen Interessen an virtuelle Pinnwände anheften und die Interessen anderer Mitglieder sehen. Quelle: dpa


4. Mehr Kommunikation: Privatnachrichten

Auch die bisher stiefmütterlich behandelten Privatnachrichten mit anderen Nutzern über die Direct-Message-Funktion sollen überarbeitet werden. Costolo verspricht insgesamt „deutlich mehr Funktionalität“.
Einschätzung: In Zeiten, in denen WhatsApp die SMS längst in Richtung Nische drängt, ist dieser Schritt als klarer, wenn auch reichlich später Versuch zu sehen, neue Nutzer zu gewinnen und zu binden. Gelingt es Twitter aber nicht, Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, wird es im Vergleich mit anderen Anbietern kaum eine Chance haben. Zumal etwa auch Facebook eine eigene Chat-App anbietet.

Wie gut sind die Twitter-Pläne?

Die Idee, sich bei der Neuausrichtung des Kurznachrichtendienstes ganz auf die Punkte „einfach“ und „mehr“ zu konzentrieren ist, gut. Auch an der Börse kamen die Pläne des Kurznachrichtendienstes an - die Aktie stieg am Mittwoch um mehr als sieben Prozent.

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Trotzdem bleiben Hindernisse bestehen. Wirklich neu ist schließlich keiner der Ansätze, ähnliche Funktionen bieten die Konkurrenz-Netzwerke längst, viele lassen sich zudem schon jetzt bei Twitter über Zusatzprogramme nachrüsten.

Außerdem läuft der Kurznachrichtendienst Gefahr, es sich mit seiner Ausrichtung auf die Masse mit den eingeschworenen Twitter-Fans zu verscherzen. Die reagierten schon immer empfindlich, wenn es um Änderungen an dem einst so simplen Kurznachrichtendienst ging.

Dass einige der Pläne, darunter die verbesserten Videofunktionen, erst im Laufe des kommenden Jahres ausgerollt werden, ist daher Fluch und Segen zugleich. Zwar können sich die bisherigen Nutzer so langsam an die Umstellung gewöhnen. Andererseits läuft Twitter Gefahr, den Entwicklungen wieder nur hinterher zu rennen und zu wenig eigene Akzente zu setzen.

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