Twitter-Pläne im Überblick So will Twitter sich ändern

Twitter ist noch immer nichts für die breite Masse. Das verärgert Werbekunden und Investoren. Gleich mehrere Neuerungen sollen das Wachstum ankurbeln. Ein Überblick über die wichtigsten Pläne.

Twitter stellt einen Plan auf, der für einen Wachstumsschub sorgen soll. Insbesondere Twitter-Novizen sollen von den geplanten Änderungen profitieren. Quelle: dpa

So schlecht läuft es doch gar nicht, oder? Noch wächst die Zahl der weltweiten Twitter-Nutzer - langsam, aber immerhin. Derzeit sind etwa 284 Millionen Menschen bei dem Kurznachrichtendienst registriert – 13 Millionen mehr als im Vorjahr.

Doch diese Wachstumsrate ist enttäuschend, für das Unternehmen wie für Investoren - und das eigentliche Problem geht sogar noch darüber hinaus: Insgesamt nimmt die Aktivität der Nutzer nämlich nicht zu. 500 Millionen Tweets werden laut Twitter derzeit täglich versendet. Vor einem Jahr waren es etwa genauso viele.

Offenbar melden sich viele Menschen an, die den Dienst dann aber nicht aktiv nutzen. Twitter schafft es offenbar nicht, neue, weniger netz- und technikaffine Internetnutzer anzuziehen und dann langfristig bei der Stange zu halten.

Twitter ist nichts für Anfänger

Der Kurznachrichtendienst ist der Liebling von Medienmenschen und Nachrichten-Junkies, die sich im Strom der Updates gut zurecht finden. Normale Internetnutzer fühlen sich vom steten Fluss der Informationen überfordert und haben Schwierigkeiten, den Dienst so einzustellen, dass er ihnen persönliche Vorteile bietet.

Dass Twitter Schwierigkeiten hat den Normalnutzer zu begeistern, ist nicht neu. Lange schon versprechen die Unternehmensoberen Zeiten von rasantem Wachstum. Zuletzt verkündete Twitter-Chef Dick Costolo gar, Twitter wolle der Dienst mit der größten Nutzerschaft werden. Das klingt gut, ist aber vorerst nur heiße Luft. Zum Vergleich: Facebook hat derzeit rund 1,3 Milliarden Nutzer.

Tempo ist auf jeden Fall angesagt, denn vom Wachstum und der Einbindung von durchschnittlichen Internetnutzern hängen auch die künftigen Werbeeinnahmen ab – und die werden an der Börse von Anlegern und Analysten ganz genau beobachtet. Anfang Oktober reagierten viele Investoren verschnupft, als Twitter erneut einen hohen Quartalsverlust präsentierte.

Zahlen und Fakten zu Twitter

Kein Wunder, dass Costolo den ersten Investoren-Tag in der Unternehmensgeschichte wählte, um eine Offensive auf Ottonormal-Nutzer zu verkünden, die das mäßige Wachstum endlich ankurbeln und die neuen Nutzer langfristig begeistern soll. „In den kommenden Monaten werden wir die Geschwindigkeit von Produktneuerungen und Verbesserungen erhöhen“, versprach Kevin Weil, Twitters neuer Produkt-Chef. Das sind die wichtigsten Pläne im Überblick:

1. Einfacher Einstieg: Instant Timeline

Schon den Einstieg für neue Nutzer will Costolo stark vereinfachen. Dafür kündigte er eine „Instant Timeline“ an, die es Twitter-Neulingen erspart, erst die Kanäle anderer Nutzer zu suchen, um deren Tweets zu abonnieren. „Keine Notwendigkeit mehr, anderen Accounts zu folgen, wenn man sich registriert“, erklärte Costolo. Das mühevolle Suchen von spannenden Themen und Accounts entfällt damit.
Einschätzung: Neue Nutzer langsam und behütet in die komplexe Twitter-Welt einzuführen, ist eine gute Idee. Nutzer, die schon länger dabei sind, dürfte dieser Schritt weder stören noch groß begeistern.

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