WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Übernahme im Mobilfunk Ägyptischer Tycoon bestätigt Interesse an Telecom Italia

Nach dem Megadeal zwischen Vodafone und dem US-Mobilfunker Verizon bahnt sich im Telekomsektor möglicherweise die nächste Übernahme an. Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris bestätigte sein Interesse an Telecom Italia.

So sind wir im mobilen Internet unterwegs
1. Killer-App Nachrichten Sechs von zehn Smartphone-Besitzern fragen am Handy Nachrichten, Wetterinformationen oder Blogs ab. 40 Prozent nutzen Soziale Netzwerke, 30 Prozent kaufen via Smartphone ein. Nur jeder Zehnte twittert via Telefon. Quelle: dpa
2. Flut durch Bilder Nur jeder fünfte Mobilfunkkunde schaut auf seinem Handy Videos an. Dennoch verursachen diese 20 Prozent aller Nutzer mehr als 50 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs in Handynetzen. Quelle: AP
3. Europa beim Tempo im Mittelfeld Knapp die Hälfte der aufgerufenen mobilen Internet-Seiten in Europa sind in weniger als 20 Sekunden geladen. Deutlich schneller ist das mobile Web in Asien (nur 41 Prozent der Downloads brauchen mehr als 20 Sekunden), wesentlich langsamer ist es in Nordamerika (69 Prozent benötigen 20 Sekunden und mehr). Quelle: dpa
4. Run auf Android-Apps Besitzer von Android-Smartphones und Tablets laden mit rund 7,5 Megabyte fast eineinhalb mal mehr Daten aus den App-Stores als Mobilfunkkunden mit iOS-Geräten. Quelle: rtr, Montage
5. Aktive Apple-OnlinerDafür nutzen Benutzer von iPhones und iPads die Geräte deutlich intensiver im mobilen Internet. Sie laden mit gut 33 Megabyte (iPad) beziehungsweise 12,9 Megabyte (iPhone) pro Tag zweieinhalb bis gut als dreimal so viele Daten auf ihre Geräte wie Besitzer von Android-Tablets und Smartphones. Quelle: dpa
6. Mobiler Zeitvertreib Die beliebtesten mobilen Smartphone-Spiele sind "Words with Friends" (gespielt von 40 Prozent der Smartphone-Besitzer), "Temple Run" (20 Prozent), "Angry Birds" (15 Prozent), "Bejeweled" (10 Prozent) und "Solitaire" (10 Prozent). Quelle: Presse
7. Spiel mit Worten Mehr als ein Drittel des durch die Top-Fünf-Spiele verursachten Datenvolumens stammt von "Words with Friends", je etwa 20 Prozent von "Temple Run", "Bejeweled" und "Solitaire". Quelle: Presse

Zugleich erklärte er aber in einer an Reuters verschickten E-Mail, sich womöglich zurückzuhalten, sollte die italienische Regierung gegen seinen Einstieg bei dem hoch verschuldeten Konzern sein. Italiens Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni betonte allerdings, ausländische Investitionen zu begrüßen. Der Verwaltungsrat von Telecom Italia will am 19. September über die Strategie und mögliche Änderungen bei den Eignern beraten.
Sawiris sagte Reuters, er erwäge eine "potenzielle Investition in die Telecom Italia". Falls allerdings Medienberichte zuträfen, wonach die Regierung in Rom einen Zusammenschluss mit der spanischen Telefonica bevorzuge, würde er eventuell kein Angebot vorlegen. Die Zeitung "Il Messaggero" hatte am Freitag ohne Quellenangaben berichtet, dass die italienische Regierung einen Zusammenschluss mit Telefonica einem Einstieg Sawiris vorziehen würde. Wirtschaftsminister Saccomanni sagte Reuters dagegen, die Regierung verfolge keine Strategie, ausländische Investitionen zu verhindern. Es sollte den Unternehmen überlassen bleiben, über die Bedingungen für ausländische Übernahmen zu entscheiden.

Studie Mobilfunkanbieter 2012

Telecom Italia lehnte eine Stellungnahme zu Sawiris' Erklärung ab. Vergangenes Jahr hatte der Ägypter angekündigt, drei Milliarden Dollar in das Unternehmen stecken zu wollen. Das Angebot wurde vom Verwaltungsrat des Konzerns abgelehnt. Eine neue Offerte habe er nicht abgegeben, sagte Sawiris am Samstag. Kreisen zufolge haben außer Sawiris auch der US-Konzern AT&T sowie der America-Movil -Konzern des mexikanischen Telekom-Milliardärs Carlos Slim Kontakt mit verkaufswilligen Großaktionären aufgenommen. Diese Nachricht hatte am Donnerstag für einen vorübergehenden Höhenflug der Telecom-Italia-Aktie gesorgt.
Dem Chef von Telecom Italia-Investor IntesaSanpaolo, Enrico Cucchiani, zufolge will der Konzern Verwaltungsrat-Chef Franco Bernabe bis zum 19. September einen Plan vorlegen. "Wir sind für alle Optionen offen, die für das Unternehmen strategisch Sinn machen", sagte Cucchiani zu Intesas Telecom Italia-Anteil. Auch der Versicherer Generali, ein weiterer Anteilseigner, hatte bereits Verkaufsabsichten geäußert. "Wann wir aussteigen wird sehr stark davon abhängen, was wir vom Verwaltungsrat bezüglich der Strategie am 19. September hören", sagte Generali-Chairman Gabriele Galateri Reuters.

Telecom Italia gehört zu 22,4 Prozent der Holdinggesellschaft Telco, die ihrerseits von den italienischen Geldhäusern Mediobanca und Intesa Sanpaolo sowie dem Versicherer Generali und der spanischen Telefonica kontrolliert wird. Sie müssen bis zum 28. September entscheiden, ob sie aus dem Aktionärsbündnis aussteigen oder daran festhalten. Mediobanca hat bereits offen erklärt, einen Verkauf ihres unprofitablen Pakets vorzubereiten.
Nach dem Ausstieg des britischen Branchenriesen Vodafone aus dem US-Mobilfunk-Jointventure Verizon Wireless wird eine Neuordnung des Telekomsektors erwartet. Verizon überweist dafür 130 Milliarden Dollar nach London. Vodafone hat bereits erklärt, unter anderem massiv in den Ausbau seiner Netze in Italien investieren zu wollen. Die geplanten Investitionen bringen Rivalen wie die hochverschuldeten Unternehmen Telefonica und Telecom Italia in Zugzwang

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%