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Übernahmegerüchte um Time Warner Kommt Apple doch noch ins Fernsehen?

Die Apple-Aktie ist in Schwierigkeiten. Kann Konzernchef Tim Cook die Probleme jetzt mit einem Schlag lösen? Eine Übernahme von Time Warner könnte das Wunder vollbringen – im Fernsehmarkt. Aber Zweifel bleiben.

Laut Medienberichten ist Apple an der Übernahme von Time Warner interessiert. Quelle: AP

Apple, der iPhone-Konzern aus dem kalifornischen Cupertino, ist nach Informationen der „New York Post“ vom Mittwoch ernsthaft an einer Übernahme des Medienkonzerns Time Warner (TW) interessiert. Das könnte Apple-Chef Tim Cook die nötige Schlagkraft verleihen, um den TV-Markt aufzumischen. An dem hatte sich Apple bislang stets die Zähne ausgebissen. Damit könnte er dem Aktienkurs des Unternehmens auf die Sprünge helfen.

Denn der befindet sich auf Talfahrt. Seit Juli hat das Wertpapier rund 20 Prozent verloren, was fast 40 Dollar pro Aktie entspricht. Am Mittwoch gingen Apple-Anteile trotz der Gerüchte an der Wall Street mit einem Minus von 2,6 Prozent mit 97,39 Dollar aus dem Handel. Time Warner und Apple wollten zu den Spekulationen zunächst keine Stellung nehmen.

Apple-Produkte, die leider nie entstanden
In seinem Buch "Genial Einfach" berichtet Hartmut Esslinger von seiner Zusammenarbeit mit Steve Jobs und wie dieser das Potential des Designs erkannte. Das Buch zeigt hunderte Skizzen und Bilder von den Ursprüngen der Designs. Im Folgenden eine kleine Übersicht. Hier im Bild: Der Charme von 1982 spricht aus dieser Macintosh-Studie, die aus Faserstoffplatten gebaut wurde. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Diese Studie zeigt das MacBook 1, wie die Designer es sich 1982 vorstellten. Es erscheint aus heutiger Sicht als ein ziemlich dicker Brummer - im Vergleich zu anderen tragbaren Computern der Achtziger ist es aber schon ein zartes Pflänzchen. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Waren Computer damals meist in einem Grau-Beige-Ton gehalten, entstand ab 1982 in der Zusammenarbeit zwischen Steve Jobs und Hartmut Esslinger das neue, moderne Farb- und Designkonzept "Snow White" (der englische Name des Märchens "Schneewittchen"). © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Der Entwurf des Apple IIc von 1983 erinnert noch stark an eine Schreibmaschine. Bei diesem Modell wurde erstmals das neue Weiß eingesetzt, was den Computer kompatibler für Wohnräume machen sollte. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Schlanker kommt da schon dieser Entwurf des Macintosh SE von 1983/84 daher. Die Vision eines modernen Keyboards und der Maus zur Eingabe. © Hartmut Esslinger & frog team, Foto: Dietmar Henneka Quelle: Presse
Mobiltelefone waren in den 80er Jahren noch halbe Telefonzellen. Wie unpraktisch, dachte sich schon damals das Apple-Design-Team, und entwarf 1983 etwa diese frühe Version eines Klapp-Handys. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse
Eine frühe Vision eines Tablet-Macs. Dieses Design stammt von 1982. Die Bedienung sollte über einen großen, klobigen Eingabestift funktionieren. © Hartmut Esslinger & frog team Quelle: Presse

Time Warner, mit Hauptquartier in New York, ist zwar nicht offiziell zum Verkauf gestellt. Aber die Interessenten umkreisen den angeschlagenen Riesen. Immer wieder wird auch spekuliert, dass neben Apple auch Amazon oder der Telekomriese AT&T Interesse haben. Vor rund 18 Monaten hatte TW-Chef Jeff Bewkes ein Kaufangebot von Rupert Murdochs 21st Century Fox abgebürstet. Verwaltungsrat und Vorstand hätten es schlicht abgelehnt, mit ihm zu reden, so Murdoch, nachdem er im August 2014 schließlich sein Angebot über 80 Milliarden Dollar zurückgezogen hatte.

Seither ist keine Ruhe eingekehrt. Damals notierte Time Warner bei 87 Dollar pro Aktie, jetzt sehen die Aktionäre 70,62 Dollar an der Kurstafel. Sie sind unzufrieden und verlangen von Bewkes, endlich etwas zu unternehmen. Aktionärsaktivisten rechnen vor, dass das Unternehmen in Teilen bis zu 40 Prozent mehr wert sei, als zusammen. Bewkes hätte sich, so die „New York Post“, in der vergangenen Woche mit Großaktionären getroffen. Er habe zwar einen Einzelverkauf des lukrativen Pay-Senders HBO ausgeschlossen, einen Gesamtverkauf aber nicht, berichtet das Blatt unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Und über den Preis für einen Teil des Medienimperiums oder das Gesamtpaket könnte Tim Cook als Chef des reichsten Unternehmens der Welt mit sich reden lassen. Immerhin hat er 205 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Aber ist das sinnvoll? Ja, sagen manche Analysten, wenn die immer mit schöner Regelmäßigkeit wiederkehrenden Gerüchte stimmen. Cook wolle einen TV-Dienst in den USA anbieten, heißt es.

Schon Steve Jobs hatte vor seinem Tod seinem Biographen Walter Isaacson anvertraut, das klassische TV sei überholt und er „habe die Lösung“ gefunden, um es zu ändern. Nur ist bislang nichts passiert. Der TV-Markt wäre das Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft, das Cook bräuchte, um das Umsatzwachstum und die Fantasie um Apple wieder anzuheizen. Denn auch wenn Streaming-Anbieter wie Netflix und Amazon Prime den klassischen Sendern Druck machen, sind Serien wie „Game of Thrones“, „The Walking Dead“ und zahlreiche andere wahre Straßenfeger. In den USA wie international.

Time Warner wäre für Cook praktisch der schlüsselfertige Einstieg in den TV-Markt. Im Paket inbegriffen wären TV-Kabelsender wie HBO und CNN, der Serienkanal TNT, dazu Filmproduktionen wie Warner Bros. („Harry Potter“, „Batman“) oder New Line Cinema („Herr der Ringe“) sowie Videospiele. Es geht ginge wohl gleichermaßen um Vertriebskanäle wie um Produktionsmöglichkeiten. Auch für eigene Pläne.

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