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Übernahmepläne Deutsche Telekom will T-Online an Axel Springer verkaufen

Exklusiv

Die Deutsche Telekom will sich von T-Online trennen - und verhandelt mit dem Medienkonzern Axel Springer über einen Verkauf des größten deutschen Nachrichtenportals.

Das Firmenlogo von T-Online Quelle: dpa/dpaweb

Nach Informationen der WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen gibt es bereits Gespräche von Spitzenmanagern beider Unternehmen. Allerdings stecken die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche wollten sich weder die Telekom noch Axel Springer zu dem Thema äußern.

Den Informationen zufolge steht fest, dass Telekom-Chef Timotheus Höttges das News- und Unterhaltungsportal T-Online verkaufen will. Mit 374 Millionen Besuchern im November 2014 ist T-Online immer noch das mit Abstand beliebteste Portal in Deutschland, weit vor eBay (314 Millionen Besucher), Bild.de (295 Mio.) und Spiegel online (200 Mio.).

Ob die Deutsche Telekom alle Aktivitäten des einstmals größten europäischen Internet Service Providers abstößt, ist offenbar noch nicht endgültig entschieden. Die E-Mail-Konten von T-Online könnte die Telekom auch behalten, gehören sie doch zu den am meisten genutzten elektronischen Postfächern in Deutschland. Ein Kauf durch den Axel-Springer-Verlag würde genau in das Konzept von Verlags-Chef Mathias Döpfner passen. Döpfner will den Konzern auf wenige Medien-Marken wie "Bild" und "Die Welt" und vor allem auf eine stetig wachsende Zahl von Anzeigen-Portalen im Internet fokussieren.

Mit Werbung setzte Springer in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als 1,3 Milliarden Euro um. Drei Viertel davon entfielen auf digitale Aktivitäten wie das Rubrikengeschäft und die Vermarktung von Online-Werbung. Mit T-Online käme nun ein reichweiten-starkes Portal hinzu, das von den Springer-Zeitungen "Bild" und "Welt" mit redaktionellen Inhalten beliefert werden könnte.

Allerdings würden sich durch die Übernahme die Nr. 1 und Nr. 3 der reichweiten-stärksten Portale verbinden, weshalb das Bundeskartellamt die Übernahme gründlich prüfen wird. Die Wettbewerbsbehörde hatte Springer vor knapp zehn Jahren den Kauf der TV-Gruppe ProSiebenSat.1 wegen drohender Übermacht etwa im Werbegeschäft untersagt.

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