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Übernahmeversuch Start-up Snapchat lehnt Milliarden-Angebot von Facebook ab

Facebook war zum größten Zukauf der Firmengeschichte bereit, doch das Start-up Snapchat ließ den Internetriesen abblitzen. Der Unternehmenschef hofft, dass er in einigen Monaten noch deutlich mehr verdienen kann.

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Snapchat-Chef Evan Spiegel: Vor kurzem lehnte er ein Übernahmeangebot über drei Milliarden Dollar von Facebook ab. Quelle: ap

Die Foto-App Snapchat hat nach einem Zeitungsbericht zum wiederholten Male ein Übernahmeangebot von Facebook abgelehnt. Das weltgrößte Online-Netzwerk habe 3 Milliarden Dollar und mehr geboten, schrieb das „Wall Street Journal“ am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen. Zuvor hatte das Blatt bereits von einem Angebot über 1 Milliarde Dollar berichtet. Facebook lehnte eine Stellungnahme ab. Auch bei Snapchat war zunächst kein Kommentar zu dem Bericht zu erhalten.

Snapchat erfreut sich vor allem bei Jugendlichen wachsender Beliebtheit - und steht hier in Konkurrenz zu Facebook. Das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen hatte jüngst eingeräumt, dass zumindest in den USA weniger Teenager täglich vorbeischauen. Snapchat hat eine Technologie entwickelt, mit der man Handy-Fotos verschicken kann, die sich ein paar Sekunden nach Empfang automatisch löschen. So kann verhindert werden, dass ungewollte Aufnahmen beispielsweise von rauschenden Partys dauerhaft im Internet zu sehen sind.

Die Billion-Dollar-Start-ups
Foursquare auf dem iPhone Quelle: dapd
airbnb Quelle: Screenshot
Das undatierte Firmenhandout des Internet-Musik-Diensts Spotify zeigt den Firmengründer einen Screenshot der Plattform Quelle: dpa
Bleacher ReportDie Sportseite Bleacher Report gibt es erst seit 2007. Mittlerweile besuchen rund 25 Millionen Nutzer pro Monat die Homepage, um sich Videos, Analysen und Hintergrundberichte zu verschiedensten Sportthemen anzusehen. Die Zahl der sogenannten unique user macht den bleacher report zur viertgrößten Sport-Website im Netz. Für Nachrichtendienste ohne Sportberichterstattung wäre der Kauf von br also eine Überlegung wert. Quelle: Screenshot
FabBei der Shopping-Community Fab macht pro Tag rund 300.000 Dollar Umsatz. Die mehr als drei Millionen Nutzer können über Fab nach ihren Lieblings-Designer-Stücken suchen und beim Einkauf bis zu 70 Prozent sparen. Das Unternhemen hinter der Community hat bereits 50 Millionen Dollar Investorengelder einsammeln können und ist derzeit um die 200 Millionen Dollar wert. Für Groupon oder andere Schnäppchen-Anbieter wäre Fab eine gute Ergänzung. Quelle: Screenshot
A visitor tries on the new game "Angry Birds Space" during a launching ceremony in Hong Kong Quelle: dapd
PathMit der App Path können Nutzer private Momente, Bilder und Videos mit ihren Freunden teilen. Path funktioniert quasi wie ein Tagebuch, das ein bestimmter Kreis von Menschen lesen darf und von dem bestimmte Einträge auch bei Twitter, Foursquare, Facebook oder Tumblr veröffentlicht werden können. Rund drei Millionen Menschen nutzen das soziale Netzwerk für unterwegs. Google hatte schon einmal bei Erfinder Dave Morin angeklopft und ein 100 Millionen Dollar für Path geboten. Morin lehnte jedoch ab. Quelle: Screenshot

Laut Snapchat wurden über den Dienst im September täglich 350 Millionen Kurznachrichten verschickt, verglichen mit 200 Millionen im Juni. Die Anzahl der Nutzer gibt das Unternehmen nicht preis.

Snapchat-Mitgründer und -Chef Evan Spiegel will demnach vor einem Verkauf oder einer Beteiligung zunächst die Zahl der Nutzer und Nachrichten weiter steigern, um einen noch besseren Preis zu erzielen. Der chinesische Internetriese Tencent habe bereits vier Milliarden Dollar geboten, schrieb das „Wall Street Journal“.

Snapchat wäre der größte Zukauf von Facebook. Bisher war der Fotodienst Instagram die teuerste Übernahme. Facebook hatte für die Foto- und Video-App im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Dollar in Barem und eigenen Aktien hingelegt. Dieser Deal soll auch ein Grund für die ablehnende Haltung von Snapchat sein, schrieb die „New York Times“. Einer der Snapchat-Investoren, die Finanzfirma Benchmark, war auch bei Instagram an Bord. Sie sei enttäuscht gewesen von der Entscheidung der Gründer, schon bei einer Milliarde Dollar zu verkaufen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg muss die Ablehnung bekannt vorgekommen sein. Schließlich hatte er selbst einst nicht verkauft als der Internet-Riese Yahoo in den Anfangszeiten von Facebook eine Milliarde Dollar geboten hatte. Inzwischen ist Facebook nach dem Börsengang rund 120 Milliarden Dollar wert, etwa drei Mal so viel wie Yahoo.

Nach der Gründung von Snapchat 2011 versuchte Facebook bereits, eine eigene Plattform für von selbst verschwindende Fotos mit der App Poke aufzubauen. Es gibt aber keine Angaben darüber, wie rege sie genutzt wird.

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