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Umsatz wächst um 60 Prozent Facebook sorgt für Wirbel an der Börse

Facebook steigert den Umsatz um 60 Prozent. Die Aktie schoss zunächst auf einen neuen Höchststand, um dann doch im Minus zu landen. Schuld waren Äußerungen des Facebook-Finanzchefs, der die Grenzen des Wachstums aufzeigte.

So sieht der neue Facebook-Newsfeed aus
Mark Zuckerberg Quelle: rtr
Das neue Design ist stark an die aktuellen Apps für Smartphones und Tablets angelehnt, künftig soll Facebook auf allen möglichen Geräten gleich aussehen. Quelle: Presse
Das Unternehmen startet eine Art Kampagne, mit der Nutzern die Änderungen erklärt werden. Quelle: Screenshot
Klarere Formen: Die neue Gestaltung setzt ähnlich wie der abgeschlagene Konkurrent myspace auf großflächige Bilder. Die Nutzer bekommen auch mehr Möglichkeiten, die Informationen zu filtern. Man kann sich zum Beispiel mit wenigen Handgriffen alle Nachrichten aller Bekannten anzeigen lassen, oder nur die von besonders engen Freunden, oder auch nur Neuigkeiten zu bestimmten Themen wie Musik, Spiele, Sport oder Kino. Quelle: Presse
Diese persönlichen Einstellungen sollen sich, heißt es laut Gründer Zuckerberg, besonders leicht an der Seite der Nachrichtenanzeige einstellen lassen. Quelle: Presse
Bei der Vorstellung trug Zuckerberg auch das alte Credo vor: Er wolle die Welt offener gestalten und die Menschen verbinden. Ähnlich großspurig kündigte er an, Facebook werde durch die Änderungen, „d ie beste personalisierte Zeitung der Welt". Quelle: AP/dpa
Ende Januar hatte Zuckerberg die „graph search“ vorgestellt. Ausgehend von einem Ort sollen so Freunde gefunden werden. Quelle: AP/dpa

Es war eine Achterbahnfahrt für die Facebook Aktie. Am Mittwochabend legte sie im nachbörslichen Handel erst um 15 Prozent auf den neuen Höchststand von 56,45 Dollar zu. Dann ging es nach unten mit ihr bis auf 47,40 Dollar, um sich dann auf 48,99 einzupendeln – ein leichtes Minus. Was war geschehen? Zunächst hatte das soziale Netzwerk mit den Zahlen seines jüngsten Quartals die Anleger freudig überrascht. Der Umsatz legte um satte sechzig Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 2,02 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn betrug 425 Millionen Dollar.

Das Gros waren Werbeeinnahmen. Und davon entfielen wiederum 988 Millionen Dollar auf mobile Werbung. Im Vorjahresquartal hatte Facebook nur 150 Millionen Dollar damit erzielt. Das beweist, dass Facebook-Chef Mark Zuckerberg auch beim Umsatz den Wechsel vom Desktop-PC hin zu Mobilgeräten erfolgreich bewerkstelligt hat.

Doch dann verschreckten Erläuterungen von Facebook-Finanzchef David Ebersman die Anleger. Der gestand gegenüber Analysten ein, dass Teenager das soziale Netzwerk inzwischen weniger nutzen. Außerdem kündigte er an, das Facebook die Zahl der Anzeigen auf seinem Mobilangebot in der nächsten Zeit nicht signifikant erhöhen werde. Derzeit klinkt Facebook in den Infostrom seiner Nutzer ungefähr eine Anzeige nach 15 bis 20 regulären Nachrichten ein. Zuviel Werbung könnte die Nutzer verschrecken, die das derzeitige Modell überraschend gut tolerieren. Die Zurückhaltung macht also Sinn. Warum gab die Facebook-Aktie dann nach diesen Äußerungen plötzlich so stark nach?

Weil Facebooks Finanzchef die Grenzen des Wachstums des sozialen Netzwerks aufzeigte, zumindest bei Werbung. Derzeit hat Facebook knapp 1,2 Milliarden Nutzer. Eine Zahl, die nicht mehr übermäßig zulegen kann. Momentan hat das soziale Netzwerk, das fast zehn Jahre alt ist, mehr damit zu tun, die Zahl seiner Nutzer stabil zu halten. Wenn diese jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Anzeigen auf ihrem mobilen Nachrichtenstrom akzeptieren, ist der Umsatzzuwachs des sozialen Netzwerks begrenzt. Zudem dämmert den Anlegern, dass Facebooks mobile Erfolgsstory auch ihre Schattenseiten hat. Denn die Werbeeinnahmen werden nur von einem Bildschirm – dem Desktop – auf Smartphone und Tablet verschoben. Je mehr sie sich auf mobile Endgeräte verlagern, umso weniger macht es für Anzeigenkunden Sinn, überhaupt noch auf der Desktop-Version zu inserieren. 

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