Unister 20 Investoren zeigen Interesse an Internetfirma

20 Investoren haben Interesse daran, das insolvente Internet-Unternehmen Unister zu kaufen. Insolvenzverwalter Lucas Flöther rechnet in den kommenden Wochen mit mehreren verbindlichen Angeboten.

20 Investoren haben Interesse an Unister. Quelle: dapd

Für das insolvente Leipziger Internet-Unternehmen Unister sind rund 20 Investoren im Rennen. „Das Interesse von Seiten der Investoren ist nach wie vor sehr hoch“, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit.

Er habe bereits tiefergehende Gespräche mit Kaufinteressenten geführt. „Auffällig ist, dass viele Interessenten gut informiert sind und sehr zielgerichtet vorgehen“, meinte Flöther. Innerhalb der nächsten Wochen würden verbindliche Angebote erwartet.

Diese Angebote könnten sich sowohl auf die gesamten insolventen Gesellschaften als auch auf einzelne Unternehmensstränge beziehen, hieß es. Derzeit zeichne sich ein Deal über das Kerngeschäft mit seinen bekanntesten Unister-Marken und Plattformen als wahrscheinlichste Lösung ab.

Altlasten wie Verbindlichkeiten und Rechtsstreitigkeiten gehen laut Flöther dabei nicht auf den Käufer über. Unter den Interessenten seien vor allem strategische Investoren, aber auch „einige wenige Finanzinvestoren“.

Wie beim Verkauf insolventer Unternehmen üblich, peilt der Insolvenzverwalter einen "Asset Deal" an. Dabei wird nur das operative Geschäft übernommen, nicht aber die Verbindlichkeiten, Risiken und Altlasten. Sie bleiben Teil der Insolvenzmasse. "Das ist für die Erwerber attraktiv und ein entscheidender Unterschied zu den vorangegangenen Investorenprozessen bei Unister", erklärte Flöther. Unister hatte bereits mehrfach neue Investoren gesucht, aber vergeblich. Damals waren laut Insidern Preise von bis zu 800 Millionen Euro aufgerufen worden.

Der Unister-Konzern betreibt über 40 Internetportale, darunter fluege.de und ab-in-den-urlaub.de. Nach dem Tod von Firmenchef Thomas Wagner hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Der 38-Jährige war bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.

Die Unister-Gruppe war schon länger in finanziellen Schwierigkeiten, auch der Vorwurf der Insolvenzverschleppung wird geprüft. Vom Versicherer Hanse Merkur hatte Unister einen 55 Millionen Euro schweren Kredit erhalten. Eine Teilrückzahlung von rund zehn Millionen Euro aus dem Herbst 2015 stellt Flöther nun juristisch infrage, wie es in Firmenkreisen hieß. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet darüber auch in seiner neuesten Ausgabe. Unternehmen am Rande der Pleite darf kein Geld entzogen werden. "Wir prüfen selbstverständlich Anfechtungstatbestände, in jede Richtung. Das ist meine Pflicht", sagte Flöther dem Magazin, ohne konkreter zu werden.

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