WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

United Internet Versatel wird so blau wie 1&1

Der Festnetzbetreiber Versatel rückt näher an die Schwestergesellschaft 1&1 heran. Die Umfirmierung ist Teil eines Strategiewechsels bei der Mutter United Internet, die sich als Alternative zur Telekom aufbauen will.

Das neue Versatel-Logo nimmt das Blau von 1&1 auf. Quelle: PR

Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen Versatel, erst seit zwei Jahren eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von United Internet, bekommt einen neuen Anstrich. Die Farbe Rot verschwindet aus dem Firmenlogo. Stattdessen übernimmt das Unternehmen das Blau der Schwester 1&1 und firmiert ab 1. Juli unter dem Namen 1&1 Versatel.

Mit dem neuen Namen will das Unternehmen stärker von den Werbe-Kampagnen der weitaus bekannteren United-Internet-Tochter 1&1 profitieren. „Mit der sichtbaren Zugehörigkeit von 1&1 Versatel zu unserer Firmengruppe können wir uns als echte Alternative zur Deutschen Telekom positionieren“, erklärt Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender und Gründer von United Internet.

„Für die Kunden ändert sich dadurch nichts“, schreibt Jürgen Hernichel, der neue Geschäftsführer von 1&1 Versatel, in einem Rundschreiben an alle Kunden. Das Unternehmen will sich aber stärker als in der Vergangenheit als „leistungsfähiger Infrastrukturanbieter“ für Geschäftskunden positionieren. In 250 Städten ist 1&1 Versatel bereits mit eigenen Infrastrukturen präsent und betreibt mit einer Länge von mehr als 41.000 Kilometer das zweitgrößte Glasfasernetz nach der Deutschen Telekom.

Was sich hinter deutschen Firmennamen verbirgt
Rimowa Quelle: dpa
Tui Quelle: dpa
Innogy (Energiekonzern, Essen)Innogy ist ein Produkt der Aufspaltung von RWE. Das Unternehmen umfasst das Ökostromgeschäft, die Stromnetze und den Vertrieb des Energieriesen. Die neue Ökostrom-Tochter Innogy soll knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten aufnehmen. Ende des Jahres sollen zehn Prozent der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden. Der Name kombiniert die Begriffe „Innovation“, „Energy“ und „Technology“ und wird bereits seit längerem im RWE-Konzern verwendet. 2002 übernahm der Energieversorger das britische Unternehmen Innogy, das daraufhin in RWE npower umbenannt wurde. Bereits im Mai hat die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, dass die Ökostromtochter Innogy heißen soll – jetzt hat RWE diese Information bestätigt.Bild: Innogy Quelle: Screenshot
RWE Quelle: dpa
Haribo (Süßigkeitenhersteller, Bonn) Quelle: dpa
e.onEin Kunstname, der an E wie Energie und „on“ wie einschalten erinnern soll. Den beiden Vorgängerunternehmen, aus denen Eon entstand, merkte man ihre Vergangenheit als preußische Staats-Holdings noch an: VEBA, die „Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG“ und VIAG, die „Vereinigte Industrieunternehmungen AG“. Quelle: dpa
UniperDer Eon-Konzern spaltet sich auf. Die neue Gesellschaft, in der die Kraftwerksaktivitäten gebündelt werden, wird „Uniper“ heißen. Den neuen Namen soll ein Mitarbeiter vorgeschlagen haben. „Uniper“ ist die Kurzform von „Unique Performance“, das zu deutsch „Einzigartige Leistungsfähigkeit“ bedeutet. Quelle: dpa

Dabei soll es nicht bleiben. Den Netzausbau will 1&1 Versatel in den kommenden Jahren beschleunigen und insbesondere in bisher unterversorgten Gewerbegebieten neue Glasfaserleitungen verlegen. „Mit dem Rückenwind der Marke 1&1 möchten wir der bevorzugte Anbieter für Glasfaser-Gigabit-Anschlüsse und netznahe Dienste für Firmenkunden werden“, sagt Hernichel.

Die Umfirmierung ist Teil eines Strategiewechsels, der sich seit der Übernahme von Versatel im Herbst 2014 abzeichnet. United Internet will die Abhängigkeit von den drei großen Infrastrukturbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica schrittweise reduzieren und stärker in eigene Infrastrukturen investieren. Dass dabei auch die inzwischen sehr schnellen TV-Kabelnetze eine kostengünstige Alternative zur Glasfaser sein können, zeigt der Einstieg von United Internet beim TV-Kabelnetzbetreiber Tele Columbus. Im Februar war United Internet dort Großaktionär mit einem Anteil von 25,1 Prozent geworden.

Die drei Geschäftsbereiche von 1&1

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%