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US-Tochter im Schaufenster Sprint gibt Deutscher Telekom Laufpass

Das Unternehmen Sprint gibt beim Bieterrennen um die Telekom-Tochter T-Mobile US auf. Offenbar sind die kartellrechtlichen Hürden zu hoch. Nun ist der französische Anbieter Iliad, als einziger Interessent, wieder am Zug.

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Ein T-Mobile-Laden in New York: Der französische Anbieter Iliad bleibt als Interessent für den Verkauf. Quelle: dapd

New York/Frankfurt Der Deutschen Telekom ist der bislang aussichtsreichste Bieter für die Mobilfunktochter T-Mobile US abgesprungen. Der amerikanische Rivale Sprint gibt Insidern zufolge nach acht Monaten das milliardenschwere Rennen um das einst größte Sorgenkind des Bonner Konzerns auf. Der Widerstand der US-Kartellwächter sei zu groß gewesen. Die Aktien des Bonner Telefon-Riesen stürzen daraufhin am Mittwoch ab. „Die Neuigkeit ist ein großer Schock für uns“, sagte eine Person aus dem Umfeld des Telekom-Managements. „Es ist das schlimmste vorstellbare Szenario.“ Allerdings steht der nächste Bewerber bereits in den Startlöchern: Der französische Telekom-Milliardär Xavier Niel will die Mehrheit an dem US-Mobilfunkanbieter für 15 Milliarden Dollar kaufen, was der Telekom nach Reuters-Informationen bislang aber zu wenig ist. Niel arbeitet Insidern zufolge bereits an einer Aufstockung des Gebots.

Der Rückzug von Sprint – dem drittgrößten Mobilfunkbetreiber in den Vereinigten Staaten – hatte sich angedeutet, da die Verhandlungen sich immer weiter in die Länge zogen. Ursprünglich wollten die Konzerne bereits im Juni handelseinig werden. Insidern zufolge drohten die US-Behörden trotz einer Werbe-Offensive von Sprint damit, den Kauf zu blockieren. Beide Seiten seien zum Schluss gekommen, dass die Kartellwächter einem Verkauf des Branchen-Vierten T-Mobile US an Sprint zurzeit wahrscheinlich nicht zustimmen würden, sagten die informierten Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Sprint und die Telekom hatten die Gespräche nie bestätigt und äußerten sich nun auch nicht. Tom Wheeler, Chef der einflussreichen US-Telekom-Aufsichtsbehörde FCC, begrüßte das Ende der Pläne: Die Nachricht, dass es auch künftig vier landesweite Netzbetreiber gebe, sei gut für die amerikanischen Verbraucher. Die FCC hatte sich seit Monaten öffentlich gegen den Deal ausgesprochen. Die Macht der US-Behörden ist der Telekom noch in schmerzlicher Erinnerung: Vor drei Jahren war ein Verkauf der US-Tochter in letzter Minute an deren Veto gescheitert – damals war Branchenprimus AT&T der potenzielle Käufer.

Die Bonner halten 67 Prozent an T-Mobile US. Sprint wollte die Mehrheit kaufen, wieviel genau, blieb aber ungewiss. Die Offerte von 40 Dollar je Aktie, auf die sich beide Seiten verständigt hatten, bewertete T-Mobile US insgesamt mit 32 Milliarden Dollar.

Telekom-Anleger, die fest auf einen Verkauf des US-Ablegers an Sprint gesetzten hatten, ergriffen die Flucht: Die T-Aktien brachen um bis zu gut drei Prozent ein und waren damit größter Verlierer im Leitindex Dax. Die an der New Yorker Börse notierten T-Mobile-Titel verloren zehn Prozent, die Sprint -Aktien knapp ein Fünftel.


Insider – Telekom könnte auch in USA ausharren

Die Telekom will den mit viel Geld aus Bonn wieder auf Wachstum getrimmten US-Ableger schon länger verkaufen und wird seit vergangener Woche vom französischen Anbieter Iliad umworben, hinter dem der Milliardär Xavier Niel steht. Iliad macht unter der Marke Free auf seinem Heimatmarkt ähnlich wie T-Mobile in den USA den Platzhirschen mit niedrigeren Preisen Konkurrenz. Nach dem Platzen des Deals mit Sprint müsse die Telekom den eigentlich als wenig attraktiv angesehenen Iliad-Vorstoß nun genau prüfen, sagte ein Telekom-Insider. Zudem komme eine weitere Option wieder auf den Plan: „Der Konzern muss sich sogar überlegen, ob er länger in den USA bleibt.“

Die Telekom fährt in den USA ein Drittel der Konzernumsatzes und ein Fünftel des Betriebsgewinns ein. T-Mobile US hat sich nach Milliarden-Investitionen in den Netzausbau zur Wachstumslokomotive der Bonner entwickelt. „Es gibt keinen Grund, um überhastet nach einem Käufer zu suchen“, sagte Andreas Mark, Fondsmanager bei Union Investment – einem der 20 größten Telekom-Aktionäre. Ein Ja zur Iliad-Offerte ergebe nur Sinn, wenn die Telekom die Verkaufserlöse benötige oder gut verwenden könne – beides sei derzeit nicht der Fall. „Alles, was Iliad in den USA unternehmen könnte, um die Position von T-Mobile US zu verbessern, schafft die Telekom auch aus eigener Kraft“, sagte er. Nach Reuters-Informationen schließen Sprint und die Telekom nicht aus, dass es in Zukunft zu Zusammenschlüssen in den USA kommen könnte.

Für die Telekom dürfte entscheidend sein, wie sich Iliad verhält. Das erste Angebot der Franzosen von 33 Dollar je Aktie für einen Anteil von 56,6 Prozent an T-Mobile wurde zunächst als zu niedrig zurückgewiesen. Einem Insider zufolge hat sich Iliad deswegen mit amerikanischen Kabel- und Satelliten-TV-Anbietern zusammengetan, um die Offerte nachzubessern. Allerdings ist Iliad nun der einzige bekannte Interessent. „Als das Sprint-Angebot noch auf dem Tisch lag, hatte die Deutsche Telekom die Verhandlungsmacht“, sagte der Analyst Roger Entner von der Beratungsfirma Recon Analytics in Boston. „Jetzt hat Iliad die Verhandlungsmacht.“

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