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Valley Talk

Skeptisch bleiben bei Valley-Investitionen

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Mal zählen im High-Tech-Tal Visionen, mal Profit. Aktuell dominieren Visionäre, wie die milliardenschwere Bewertung des Startups Uber zeigt.

Das Startup Uber soll 3 Milliarden Dollar wert sein. Wie kommt das? Quelle: Screenshot

Im März 1999 flog ich von San Francisco nach Frankfurt. Mein Sitznachbar jammerte, weil er eigentlich mit seinem Chef, Sun-Microsystems-CEO Scott McNealy, im Firmenjet direkt nach Hannover düsen wollte. McNealy sollte dort die Eröffnungsrede zur Computermesse Cebit halten. Doch im Firmenjet war dann doch kein Platz für ihn.

Welche IT-Unternehmen am schnellsten wachsen
Platz 10: ShutterflyGanz unscheinbar kommt dieses Angebot daher, das immer mehr Kunden für sich begeistern kann. Um nichts weiter als Fotos geht es auf der Plattform Shutterfly. Hier können Nutzer ihre Fotos teilen, ausdrucken oder einfach speichern. Auch das Bearbeiten der Bilder ist über ein eingebautes Tool möglich. Und natürlich lassen sich auch Tassen, Fotobücher und Co. über die Plattform bestellen. Quelle: Screenshot
Platz 9: Cognizant Technology SolutionsDas Gesamtpaket zur Datenanalyse für verschiedene Industriebereiche bietet das Unternehmen aus New Jersey an. Außerdem ist es in diesem Bereich als Berater unterwegs. Wichtigster Standort ist allerdings nicht New Jersey, sondern Chennai in Indien, wo insgesamt 137.000 Angestellte arbeiten. Seit März 2008 kooperiert das Unternehmen mit der Telekom-Sparte T-Systems. Geplant ist eine gemeinsame globale Service-Offensive für Systemintegration. Quelle: Screenshot
Platz 8: Riverbed TechnologyRiverbed Technologies ist auf Netzwerklösungen für weite geographisch Flächen, sogenannte WAN-Systeme, spezialisiert. Außerdem bietet das Unternehmen private Datenzentren an - cloudbasiert. Dabei verspricht das Unternehmen einen besonders schnellen Datenverkehr. Quelle: Screenshot
Platz 7: Aruba NetworksDas Unternehmen verbindet Menschen virtuell - mit Hilfe kabelloser Netzwerke sogar kilometerweit. Mit der Technik lässt sich zum Beispiel ein Campus oder ein großes Industriegelände mit kabellosem Highspeed-Internet ausstatten. Quelle: Presse
Platz 6: EbixOn-Demand und E-Commerce - das sind die Felder auf denen sich Dienstleistungen von Ebix international profiliert haben. Das Unternehmen bietet vor allem Software für die Versicherungsbranche an und führt mehr als 30 Büros in den USA, Australien, Singapur, Neuseeland, Kanada, China, Japan und Indien. Quelle: Screenshot
Platz 5: EquinixDas Unternehmen bringt alle Beteiligten eines Geschäftsvorganges zusammen: Die Idee, die Partner und die Kunden - und das weltweit. Equinix hat bereits 4000 Unternehmen aus den Bereichen Cloud, Digitale Inhalte und Finanzen zusammengeführt. Quelle: Screenshot
Platz 4: AthenahealthDem Unternehmen ist die Schnittstelle zwischen der Administration mehrerer Kliniken und der Arbeit der Mediziner gelungen - alles cloudbasiert. Die Firma bietet ein Programm an, über das eine Art elektronisches Krankenblatt der Patienten erstellt werden kann. Die Erkenntnisse aus jedem Patientenvorgang werden so in einer gemeinsamen Datenbank abgelegt. Durch geschickte Analyse können so Krankheitsfälle schneller bearbeitet und Diagnosen genauer getroffen werden. Quelle: Presse

Ich erzählte, dass ich erst ein paar Monate im Silicon Valley lebe und mich über die hohen Bewertungen neu gegründeter Startups wie Webvan oder Pets.com wundere. Mein Nachbar fand, so könne nur ein Silicon-Valley-Frischling denken. Wichtig sei, sich mit der zündenden Idee eine möglichst große Scholle im Wachstumsmarkt Internet zu sichern. Umsatz oder gar Profit seien nachrangig. Das Platzen der Dotcom-Blase war da noch ein Jahr entfernt.

An die Episode dachte ich, als kürzlich im Silicon Valley die Nachricht für Aufsehen sorgte, das Startup Uber habe gerade eine Finanzierungsrunde über immerhin 258 Millionen Dollar abgeschlossen. Das entspricht etwa dem Preis, zu dem Amazon-Gründer Jeff Bezos die renommierte "Washington Post" gekauft hat.

Uber hingegen ist zwar ein innovatives Unternehmen, dank dessen fast jeder mit seinem Auto nebenbei als Chauffeur arbeiten kann. Aber im Grunde ist es bloß ein Taxi-Vermittler, der von Vermittlungs- und Servicegebühren lebt. Uber-Chef Travis Kalanick ist charismatisch, und Google-Gründer Larry Page soll persönlich veranlasst haben, dass der Wagniskapitalfonds seines Unternehmens bei der Runde dabei war. Wohl auch weil Google vom Internet geprägte Logistikdienste für wichtig hält.

Toll, aber mit Schatten

Trotzdem überrascht, wenn Uber mit geschätzten drei Milliarden Dollar bewertet wird. Man kann ein Startup toll finden - und doch Bauchschmerzen bei dessen Bewertung haben. Ähnlich bei Airbnb, ebenfalls ein gut positioniertes Startup. Eine moderne Zimmervermittlung - angeblich zehn Milliarden Dollar wert. Pinterest - die moderne Pinnwand - mindestens drei Milliarden Dollar. Viel lässt sich mit den bevorstehenden Börsengängen erklären. Geld ist dank der Notenpresse derzeit im Überfluss vorhanden. Bekannte Unternehmen wie Uber können sich ihre Geldgeber aussuchen. Wer auf die Scholle will, legt mehr auf den Tisch.

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