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Vodafone versus Liberty Media Großes Wettbieten um Kabel Deutschland

Um Kabel Deutschland ist ein Bieterwettstreit entbrannt: Der Kabelkonzern Liberty Media und der Mobilfunkkonzern Vodafone kämpfen um das TV-Kabelnetz. Wir erklären, warum Kabel Deutschland plötzlich so wertvoll ist.

Steigende Kurse für Kabel Deutschland erwartet

Erst zehn Milliarden Euro, jetzt elf Milliarden Euro – zwischen dem US-Kabelkonzern Liberty Media und dem Mobilfunkriesen Vodafone ist ein Bietergefecht um Kabel Deutschland entbrannt. Und das letzte Wort ist noch gesprochen. Morgen liegt vielleicht schon bald ein noch höheres Übernahmeangebot auf dem Tisch. Die WirtschaftsWoche erklärt, warum das einstmals so schnöde TV-Kabelnetz plötzlich so wertvoll geworden ist.

Die Infrastruktur: Das TV-Kabelnetz von Kabel Deutschland verbindet 15,3 Millionen Haushalte in 13 Bundesländern. Nur in NRW, Hessen und Baden-Württemberg ist Kabel Deutschland nicht aktiv. Diese Bundesländer versorgt die Liberty-Media-Tochter Unitymedia. Der Vorteil vom TV-Kabel ist: Es lässt sich vergleichsweise günstig für superschnelle Internetanschlüsse umrüsten. Spitzengeschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde bietet Kabel Deutschland jetzt schon. Künftig sind ohne großen Mehraufwand auch Übertragungsraten von 200 oder 300 Megabit pro Sekunde möglich. Das TV-Kabel gilt deshalb als zukunftssichere Infrastruktur, die den Bandbreitenbedarf von Haushalten und Unternehmen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren abdeckt.

Kennzahlen Kabel Deutschland

Die Kunden: 8,5 Millionen Kunden nutzen das TV-Kabel für den Fernsehempfang, doch erst 1,7 Millionen Kunden als schnellen Internet-Anschluss. Die Folge: Der Durchschnittsumsatz pro Kunde (Arpu) liegt bei Kabel Deutschland bei lediglich 16 Euro. TV-Kabel-Anbieter in europäischen Nachbarländern, die schon länger im Internetgeschäft tätig sind, kommen auf  Durchschnittsumsätze zwischen 35 und 50 Euro pro Kunde. Außerdem bietet das Geschäft mit Premium-TV-Diensten noch Wachstumspotenzial. Soll heißen: Die gute Jahren mit noch höheren Umsatz- und Gewinnsprüngen kommen bei Kabel Deutschland erst noch.

Der Wettbewerb: Kabel Deutschland spielt zum ersten Mal seinen Trumpf aus, dass es die schnellere und damit überlegene Infrastruktur in 15,3 Millionen Haushalten besitzt. Denn die Deutsche Telekom kann derzeit bundesweit über den DSL-Anschluss nur maximal 16 Megabit pro Sekunde bieten. Und in den 50 größten deutschen Städten schafft die Telekom über verstärkten Glasfasereinsatz (VDSL) auch nur 50 Megabit pro Sekunde.

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In den nächsten zwei Jahren will die Telekom zwar im gesamten Verbreitungsgebiet von Kabel Deutschland und Unitymedia das VDSL-Netz für 24 Millionen Haushalte auf 100 Megabit pro Sekunde beschleunigen. Doch Kabel Deutschland will den Takt weiter vorgeben und dann schon 200 und mehr Megabit pro Sekunde bieten. Das heißt: Das TV-Kabel besitzt ein Zeitfenster von fünf bis zehn Jahren bis die Deutsche Telekom flächendeckend Glasfaser bis in jedes Gebäude gelegt hat und den technologische Vormachtstellung zurückerobert hat.

Das Investitionsparadoxon: Überschattet wird der Wettlauf um die technologische Vormachtstellung bei schnellen Internetanschlüssen von einem Investitionsparadoxon, das alle Vorteile in die Hände von Kabel Deutschland spielt. Die Telekom muss viel mehr Milliarden Euro investieren, um ihren Kundenbestand zu halten und mit schnelleren Anschlüssen auch ins Fernsehgeschäft einsteigen zu können. Das bringt aber nur ein Umsatzplus von fünf bis zehn Euro pro Kunde und steigert kaum die Gewinnmarge. Ein Kabel-TV-Anbieter kommt mit weit weniger Investitionen aus, dringt aber mit einem Umsatzplus von 20 bis 30 Euro pro gewonnenen Internetkunden auch noch ins margenträchtigere Geschäft der Deutschen Telekom und der anderen DSL-Anbieter ein.

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