Vor Paypal-Abspaltung Ebay schrumpft sich gesund

Am Freitag wird Ebay seinen Bezahldienst Paypal endgültig abspalten. Laut einem Bericht könnte sich der Konzern noch von einer weiteren Sparte trennen: Für das Firmenkunden-Geschäft soll es bereits einen Käufer geben.

Ebay wird Paypal abspalten und sich wohl noch von einer weiteren Sparte trennen. Quelle: AP

Der Internetkonzern Ebay steht einem Medienbericht zufolge vor dem Verkauf seiner Firmenkunden-Sparte für etwa 900 Millionen Dollar. Ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaft Permira sei an dem Bereich interessiert, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Das Geschäft könnte noch am Donnerstag bekanntgegeben werden. In der Nacht veröffentlicht Ebay die Zahlen für das zweite Quartal.

Es sei aber auch möglich, dass es am Ende doch nicht zu der Transaktion komme. Eine Ebay-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab. Bei Permira war zunächst niemand zu erreichen.

Die Sparte Enterprise ist auf die Entwicklung und den Betrieb von Onlineshops für Unternehmenskunden spezialisiert und wurde von Ebay vor vier Jahren für 2,4 Milliarden Dollar übernommen – jetzt soll die Sparte für gerade einmal 37 Prozent des damaligen Kaufpreises erneut den Besitzer wechseln.

Ebay fällt ein Gewinnbringer weg

Mit dem Deal könnte sich Ebay von einer Sparte trennen, die in den vergangenen Jahren nicht die erhofften Gewinne eingebracht hat. Der Schritt dürfte in Zusammenhang mit einem noch größeren Deal stehen, denn Ebay verliert noch diese Woche einen wichtigen Erlösbringer: Am Freitag spaltet der Internetkonzern seinen Bezahldienst Paypal ab und konzentriert sich künftig auf das ursprüngliche Geschäftsmodell als Handelsplattform.

Alle Ebay-Anteilseigener sollen dann eine neue Paypal-Aktie erhalten, wie das Unternehmen in der vergangenen Woche ankündigte. Am 20. Juli soll Paypal dann an als ein eigenständiges Unternehmen an die Börse kommen. Ebay geht davon aus, dass seine beiden Teile getrennt erfolgreicher sein können.

Die zehn größten IT-Übernahmen weltweit nach Kaufpreis

Der Bezahl-Service brachte zuletzt rund die Hälfte der Konzernumsätze ein. Im ersten Quartal dieses Jahres wuchsen die Erlöse von Paypal im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar. In der Handelsplattform-Sparte mit der Auktions-Website ging es dagegen um vier Prozent abwärts auf 2,07 Milliarden Dollar.

Beide Unternehmen treffen in ihren Geschäftsbereichen auf starke Konkurrenz. Die Ebay-Handelsplattform muss gegen Amazon und neue Rivalen wie Alibaba aus China antreten. Der Markt für Finanzdienstleistungen, in dem Paypal aktiv ist, wandelt sich gerade schnell, unter anderem mit dem Start von Bezahldiensten von Apple und Google, aber auch weil die klassischen Anbieter ebenfall in die neuen Online-Märkte drängen. Mit der Eigenständigkeit wird Paypal freie Hand haben, auch mit Rivalen von Ebay ins Geschäft zu kommen.

Paypal bereitet sich schon für die neuen Aufgaben vor. Anfang Juli kündigte der Bezahldienst an, den Geldtransfer-Dienstleister Xoom für rund 890 Millionen Dollar übernehmen zu wollen. Das Geschäft werde laut Paypal voraussichtlich im vierten Quartal 2015 abgeschlossen.

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Ebay hatte die Trennung bereis im vergangenen Herbst angekündigt. Der heutige Konzernlenker John Donahoe, der sich zunächst gegen die von Investoren schon seit einiger Zeit geforderte Aufspaltung gestemmt hatte, wird die Chefetage verlassen. Die neuen Ebay und Paypal sollen von den aktuellen Spartenchefs Devin Wenig und Dan Shulman geführt werden. Vor der Trennung leitete der Konzern den Abbau von rund 2400 Arbeitsplätzen ein.

Paypal war 2002 bereits kurze Zeit an der Börse notiert, bevor der Bezahlservice von Ebay übernommen wurde. Der Dienst hat 165 Millionen aktive Kunden.

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