Wachstumskurs fortsetzen Teamviewer kündigt großen Aktienrückkauf an – Kurs steigt um bis zu 16 Prozent

TeamViewer ist auf Wachstumskurs. Quelle: dpa

Auch 2022 plant Teamviewer mit wachsenden Umsätzen. Für das vergangene Jahr 2021 kann das Softwareunternehmen ein Umsatzplus von 19 Prozent vorlegen.

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Das schwäbische Softwareunternehmen Teamviewer will die ernüchterten Aktionäre mit einem bis zu 300 Millionen Euro schweren Aktienrückkauf milde stimmen. Das Unternehmen habe 550 Millionen Euro auf der hohen Kante und keine konkreten Pläne für weitere Übernahmen, sagte Vorstandschef Oliver Steil am Mittwoch in Göppingen bei Stuttgart. Deshalb könne ein Teil des Geldes an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Bis Jahresende sollen bis zu 20 Millionen Aktien - knapp zehn Prozent des Grundkapitals - für bis zu 300 Millionen Euro zurückgekauft werden. Die Ankündigung trieb die an der Börse abgestürzte Teamviewer-Aktie am Mittwoch um bis zu 16 Prozent auf 15,50 Euro nach oben.

Der scheidende Finanzvorstand Stefan Gaiser hatte bereits angekündigt, die Kapitalstruktur zu überprüfen. Von daher komme der Aktienrückkauf nicht ganz unerwartet, gebe den Aktien aber Auftrieb, sagte ein Händler. Vorstandschef Steil sagte, eine Dividende für 2021 sei darüber hinaus nicht geplant.

Das Startup-Unternehmen hatte sich dank seiner Fernwartungs- und Konferenz-Software als Gewinner der Corona-Krise entpuppt, was die Aktie zeitweise auf fast 50 Euro getrieben hatte. Teure Sponsoringverträge im Fußball und der Formel Eins sowie verfehlte Prognosen hatten die Papiere aber unter Druck gesetzt.

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Für das laufende Jahr visiert Teamviewer ein annähernd so starkes Wachstum an wie 2021. Man habe aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gelernt, die Prognosen vorsichtiger zu formulieren, sagte Steil. Die abgerechneten Umsätze (Billings) sollen um bis zu 19 Prozent auf 630 bis 650 (Vorjahr: 547,6) Millionen Euro zulegen. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll bei 45 bis 47 Prozent liegen. 2021 übertraf sie mit 47 Prozent die zurückgeschraubten Erwartungen. „Wir sind mit dem Abschluss des Geschäftsjahres zufrieden und haben klar die Richtung für weiterhin profitables Wachstum vorgegeben“, erklärte Steil.

Mehr zum Thema: Zuletzt ist der Überflieger Teamviewer ins Straucheln geraten: Der musste Finanzchef gehen und dann wollte der CEO Oliver Steil auf die Kostenbremse treten – und mit einer Software für Datenbrillen aus Bremen punkten.

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