Werbesprech

Des Werbers neue Kleider

Voller Verve stürzen sich die Agenturen nun blind auf Pinterest, dabei haben sie nicht einmal Facebook&Co. so recht durchdrungen.

Pinterest Quelle: dpa

Mit Pinterest, einer virtuellen Pinnwand, gibt es seit einiger Zeit wieder einen neuen Hype, einen neuen Hoffnungsträger für Agenturen und Marken im Kampfe um die wertvolle Aufmerksamkeit der Konsumenten. Jetzt soll also Pinterest all die Versprechungen der Werber wahr machen, die sich schon via Twitter, Facebook, Foursquare oder Instagram nicht bewahrheiteten. Aber Medien sind nun einmal keine Lösungen.

Was würden Sie denken, wenn Ihre Agentur käme, und Ihnen schon von Weitem freudestrahlend zuriefe: "Wir machen jetzt TV - Die Lösung für alle Probleme der Marke!".

Nun, vermutlich wüssten Sie, TV ist nur ein Medium, aber beileibe kein Heilsbringer. Warum aber wissen Sie das bei den Neuen Medien nicht? Verleiht TV Ihrer Marke Einzigartigkeit? Nein! Warum sollten dann Twitter & Co. Ihrer Marke Einzigartigkeit verleihen? Warum sollte es plötzlich reichen, einfach nur 'dabei' zu sein?

Facebook ist genauso wenig eine Lösung wie TV eine Lösung für eine mit Problemen behaftete Marke ist. Es wird Zeit, zu begreifen, dass Medien keine Lösungen sind. Auch Neue Medien sind nur leere, anonyme Container. Selbst Facebook ist nur ein Medium - noch lange kein Benefit oder gar ein USP. Pinterest & Co. sind erst einmal nur alternative Wege zum Kunden. Twitter, Foursquare, et al. müssen mit marken-exklusiven Inhalten, Bedeutung und Nutzen befüllt werden, die effizient und effektiv die individuellen Ziele der Marke realisieren.

Die klassische Kampagne überflüssig machen

Es geht mitnichten darum, primär 'auf Facebook', etc. zu sein. Es geht darum, mit relevanten und einzigartigen Ideen die Konsumenten zu begeistern. Unabhängig vom Medium Geschichten zu erzählen und somit selbst zum Gespräch zu werden.

Die Kunst ist nicht, einfach ein Medium zu belegen, sondern mit relevanten Inhalten die eigene Zielgruppe zu begeistern und zu inspirieren. Die Kunst ist gar, so relevant zu sein, dass man im Ideal die klassische Kampagne überflüssig macht.

Aber kann das im Sinne des Geschäftsmodells der Agentur sein? Die klassische Kampagne überflüssig machen? Wenn die durchschnittliche Agentur sich heute eher von den (klassischen) Medien als von ihren Kunden bezahlen lässt? Schwierig, nicht wahr?

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