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Wettbewerb Bundesnetzagentur ermittelt gegen Telekom

Exklusiv

Der Deutschland-Chef der Telekom bekommt Ärger mit der Bundesnetzagentur. Sie prüft, ob der Konzern gegen Wettbewerbsregeln verstößt.

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Telekom-Logo Quelle: dpa

Ein so großes Sicherheitsproblem hatte die Deutsche Telekom selten zuvor. Bei Zehntausenden Kunden können Hacker offenbar trotz aktivierter Verschlüsselung auf Computer und Internet-Zugänge zugreifen. Wie das Fachmagazin „Heise.de“ enthüllt, ist es Hackern bei den Telekom-Routern Speedport W723V und W921V leicht möglich, sich mit den WLAN-Zugängen zu verbinden – selbst wenn der Nutzer die Möglichkeit in der Software abgeschaltet hat. Bis auf Weiteres empfiehlt die Telekom, bei den Geräten, die Brancheninformationen zufolge vom taiwanischen Hersteller Arcadyan stammen, den WLAN-Funk abzuschalten.

DTAG-Speedport-Empfehlung

Noch brisanter ist, dass die Telekom offenbar versucht, ausgerechnet mit diesen zwei Routern den Wettbewerb bei Endgeräten zu umgehen. Das handelt Telekom-Deutschland-Chef Jan Niek van Damme nun Ärger mit der Bundesnetzagentur ein. Wie ein Behördensprecher bestätigt, prüft sie die Vorgaben des Konzerns an die Vertriebspartner. Sie vermutet Verstöße gegen das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen.

Grafik Marktanteile führender Anbieter von Breitband-Internet in Deutschland

Es gibt Kunden das Recht, zu entscheiden, welche Telefone oder Router sie mit ihren Telefonanschlüssen verbinden. Laut einem am 2. März vom Telekom-Vertrieb verschickten Schreiben, das der WirtschaftsWoche vorliegt, macht der Konzern Vertrieblern aber Vorgaben: Sie dürfen die zwei auf Internet-Technik basierenden Telekom-Anschlüsse „Call&Surf IP“ und „Entertain IP“ nur vermarkten, „wenn der Kunde den passenden Router bestellt oder bereits im Bestand hat“.

Passend seien die Speedport-Modelle W723V und W921V. Andernfalls „darf nur ein Standard- oder Universal-Anschluss angeboten werden“ – also ein Analog- oder ISDN-Anschluss. Die Telekom begründet dies mit ihrem „Qualitätsversprechen“: „Wir können den vollen Leistungsumfang eines IP-Anschlusses nur garantieren, wenn alle Komponenten optimal zusammenspielen.“ Bei Fremdgeräten könne sie das nicht.

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Nun drohen van Damme Schadensersatzklagen. Verursachen Hacker wegen der Sicherheitslücken Schäden, könnten Kunden dem Düsseldorfer Anwalt Tobias Strömer zufolge Ansprüche geltend machen, „wenn die Telekom schon zum Zeitpunkt des Verkaufs wusste oder hätte wissen können, dass die Geräte Mängel haben“.

Das dürfte laut einem Eintrag des Nutzers „Silencium“ im Online-Benutzerforum der Telekom der Fall gewesen sein: Er habe den Fehler im September 2011 bei einem Vorseriengerät entdeckt und die Telekom sofort informiert. Die Telekom behauptet, die Schwachstelle sei erst seit Kurzem bekannt, man habe umgehend gewarnt.

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