Windows 10 auf der IFA 2015 Warum Microsoft die Geräte anderer feiert

Mit eigenem Stand und einer Keynote versucht Microsoft auf der IFA zu überzeugen. Mit großem Aufwand bewirbt der Windows-Konzern aber sein neues Betriebssystem -  und die Produkte anderer. Aus gutem Grund.

So sieht das neue Windows 10 aus
Microsoft Quelle: dpa Picture-Alliance
Windows 10 Quelle: dpa Picture-Alliance
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Windows 10 Quelle: REUTERS
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Windows 10 Quelle: Presse
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Microsoft bringt sein neues Betriebssystem Windows 10 am 29. Juli auf den Markt. Alle Nutzer von Windows 7 und Windows 8.1 könnten ab diesem Tag die Software kostenlos herunterladen, wie Microsoft am Montag mitteilte. Das Gratis-Angebot gelte zwölf Monate lang. Bis zum Ende der unterstützten Lebensdauer des jeweiligen Gerätes lasse sich die Software auf dem neusten Stand halten. Quelle: dpa
Ab sofort könnten Nutzer sich ihr Upgrade auch reservieren (windows.microsoft.com). Mehr als vier Millionen Kunden hätten bis heute an dem Windows-Insider-Programm zum Test von Windows 10 teilgenommen, teilte Microsoft mit. Niemals zuvor habe der Konzern seinen Kunden so frühzeitig einen Ausblick auf eine neue Version seiner Software gegeben. Die ausführliche Beta-Phase sollte die Bedürfnisse und Anregungen der Nutzer bei der Entwicklung mit einbeziehen. Quelle: dpa

Brian hat einen schwierigen Job. Auf der Unterhaltungselektronikmesse IFA muss er Windows 10 feiern, als sei es ein Popstar. „Macht Lärm, wenn ihr Alt-Tab nutzt“, ruft er. Das Publikum bestraft ihn mit Schweigen.

Was Microsoft als Keynote im Rahmen der IFA angekündigt hatte,  gerät zur zunächst zur zähen Werbeveranstaltung über Benutzerfreundlichkeit und Design des neuen Microsoft-Betriebssystem, über die Vorzüge des Assistenzsystems Cortana und der Vernetzung mit der Spielekonsole Xbox. Unter den Zuschauern war von einer „schrecklichen Veranstaltung“ die Rede.

Wie Windows wurde, was es ist

Dabei ist Brian nur der Einheitzer für Nick Parker, seines Zeichens Manager beim Redmonder Konzern. Der preist bei seinem Auftritt dann auch nicht mehr Microsoft, sondern die Produkte anderer: ein Notebook von Acer für Einsteiger, eines von Lenovo für anspruchsvollere Aufgaben und ein Highend-Gerät von HP. Der Windows-Manager lobt das Preis-Leistungsverhältnis, das geringe Gewicht und die Ausstattung, die Innovationskraft. Wie ein getriebener QVC-Verkäufer wechselt Parker im Minutentakt zwischen Produkten und Herstellern. „Very nice“ sind sie, sagt Parker. Alle ganz toll. Natürlich.

Lumia 950

Darüber hinaus ist Parker wortkarg. Keine Neuankündigung, kein Wort zu den eigenen kommenden Smartphone-Flaggschiffen Lumia 950 und Lumia 950 XL. Das hatte zwar kaum jemand erwartet, aber viele erhofft. Schließlich kursieren Bilder und Gerüchte zu den Geräten en masse im Netz. Wann sie auf den Markt kommen, bleibt trotzdem ungewiss.

Parker ist auf der IFA ein Verkäufer für die Produkte anderer. Nach zwanzig Minuten Redezeit hat er ein Gerät für jeden Einsatzzweck vorgestellt – und für jeden Geldbeutel. Die Devices sind für den Microsoft-Manager nur Mittel zum Zweck. Selbstverständlich läuft Windows 10 auf allen von ihnen. Das System, so die Botschaft, ist universell einsetzbar. Für Spielezocker, für Geschäftsleute, für Schüler und Studenten.

Dass möglichst viele dieser Menschen möglichst bald auf das Betriebssystem wechseln, ist für den Konzernriesen zentral – und erklärt die zähe Werbeveranstaltung zumindest in Teilen.

Dabei ist der Start von  Windows 10 eigentlich längst geglückt – trotz deutlicher Warnungen von Datenschützern vor der Spionagewut des Systems. Die Strategie, Windows 10 weitgehend kostenlos zu verteilen, ging auf.

Auf der IFA feiert Parker den Konzern entsprechend: Seit der Veröffentlichung Anfang August soll das Betriebssystem mittlerweile auf mehr als 75 Millionen Geräten und in 192 Ländern weltweit laufen. Das ist deutlich mehr als beim direkten Vorgänger Windows 8. „Und das nach einem Monat“, sagt Nick Parker. „Von jetzt an wird es nur besser.“

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