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Zu viele Web-Muffel Die gravierenden Probleme von Google

Nicht nur die US-Kartellbehörden machen Druck. Der Gigant muss auch um Geschäft im mobilen Internet fürchten. Und das, obwohl sein Smartphone-Betriebssystem Android boomt.

Ein Blick in das Berliner Google-Büro
Google Berlin
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Google-Chairman Eric Schmidt ließ die Sensation eher am Rande fallen. „Aktuell schalten wir 1,3 Millionen Android-Handys für die Nutzung frei – und zwar jeden Tag“, jubelte der Oberaufseher des US-Internet-Riesen kürzlich auf einer Veranstaltung in New York. Damit schafft das Betriebssystem Android, das Google für Smartphones kreierte, laut den jüngsten Zahlen des US-Marktforschungshauses Gartner einen Marktanteil von über 60 Prozent. Das ist dreimal so viel, wie Apple mit dem Kultgerät iPhone schafft.

Wiederholt Google damit nun auch im mobilen Internet den Siegeszug, der dem Giganten mit seiner Suchmaschine im bisherigen Web gelang? So sehr die Zahlen auf den ersten Blick dafür sprechen, so auffallend mehren sich allmählich die Zweifel.

Zum einen kommt Google in seinem Heimatland zunehmend unter Druck. Experten der US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) sind mittlerweile ziemlich überzeugt davon, dass der Internet-Konzern Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipulieren könnte. Deshalb wollen sie dem US-Justizministerium empfehlen, Klage gegen Google zu erheben. Google würde dann ein ähnlicher Spießrutenlauf bevorstehen wie Microsoft ab Ende der Neunzigerjahre mit milliardenschweren Strafzahlungen etwa in der EU.

Was die neuen Smartphones bieten
Samsung hat auf der IFA das Galaxy Note 2 vorgestellt. Der Nachfolger des Galaxy Note der ersten Generation läuft bereits mit Android 4.1alias Jelly Bean, hat einen schnelleren Prozessor, ein größeres Display und eine verbesserte Stiftbedienung erhalten. Das Display mit Super-Amoled-Touchscreen misst jetzt 5,55 Zoll in der Diagonalen. Beim Vorgänger waren es noch 5,3 Zoll.  Quelle: dapd
Vor allem die Stiftbedienung will Samsung bei dem Galaxy Note 2 verbessert haben. Der erweiterte S Pen soll präziser sein und arbeitet druckempfindlich. Es handelt sich dabei um einen Digitizer-Stift von Wacom. Ab einer Entfernung von 14 mm vom Display kann er zur Bedienung verwendet werden. Auch sonst denkt der Stift jetzt mit: Wird es aus seinem Schacht gezogen, startet automatisch die passende Stiftanwendung. Das Galaxy Note 2 soll im Oktober auf den Markt kommen. Samsung selbst nannte keinen Preis, der Vorgänger kostete 700 Euro ohne Vertrag. Wie das Portal golem.de berichtet, soll ein Preisschild auf dem Vodafone-Messestand einen Preis von 640 Euro ohne Vertrag zeigen. Quelle: dpa
Doch das Galaxy Note 2 ist nicht die einzige Smartphone-Neuheit von Samsung auf der diesjährigen IFA. Die Koreaner haben auch das Ativ S vorgestellt, das erste Samsung-Smartphone mit dem Betriebssystem Windows Phone 8. Das ist Fakt, ansonsten ist noch relativ wenig über das Ativ S bekannt. Das Gerät soll über einen nicht näher benannten Dual-Core-Prozessor mit 1,5 GHz und 1 Gigabyte RAM verfügen. Es ist mit einem 4,8 Zoll großen HS-Super-Amoled-Display ausgestattet, die Auflösung sollte dem Namen nach bei 1.280 x 720 Pixel liegen. Quelle: rtr
Soviel ist klar: An der Windows Phone 8-typischen Kachel-Optik wird sich nichts ändern. Das Bild zeigt auch eine 1,9-Megapixel-Kamera an der Vorderseite zur Video-Telefonie, hinten gibt es eine 8-Megapixel-Kamera. Laut eigenen Angaben will Samsung das Ativ S in zwei Varianten anbieten, mit 16 und 32 Gigabyte Flash-Speicher. Zudem gibt es einen Steckplatz für MicroSD-Karten. Preise und ein Datum für den Marktstart nennt Samsung noch nicht. Quelle: Presse
Mit dem Desire X nimmt HTC ein weiteres Mittelklasse-Smartphone in sein Programm auf. In dem Android-Gerät (Version 4.0) arbeitet ein 1 GHz schneller Dualcore-Prozessor. Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphones ist der Akku austauschbar. Die große Stärke des Desire X liegt laut HTC in seiner 5-Megapixel-Kamera. Von der reinen Auflösung her bieten andere Hersteller mehr. Aber das Desire X soll auch noch bei schlechten Lichtbedingungen gute Aufnahmen machen. Zudem bietet der von HTC eigens entwickelte Bildsensor gleichzeitig Fotos und Videos aufnehmen können. Wie dann deren Qualität ausfällt, kann jeder Kunde bald selbst ausprobieren: Das Desire X soll noch im September für 299 Euro in den Handel kommen. Quelle: Presse
Das Huawei Ascend D1 Quad XL ist eigentlich ein alter Bekannter. Das Android-Smartphone wurde bereits auf dem Mobile World Congress im Februar 2012 gezeigt, aber seitdem war davon nicht mehr viel zu hören. Nun will Huawei das Smartphone Ende Oktober 2012 in Deutschland anbieten. Ohne Vertrag wird das neue Topmodell 500 Euro kosten. Wer bereits auf der IFA einen Blick auf das Ascend D1 werfen will: Huawei hat seinen Auftritt in Halle 9, Stand 314. Quelle: Presse
Auch LG zeigt zwei neue Smartphones an seinem Stand. Nummer eins ist das Optimus L9, dessen Erscheinungsbild sich an die Vorgänger L5 und L7 anlehnt. Im Gehäuse arbeitet ein 1,0 GHz starker Dual-Core-Prozessor, dem 1,0 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der interne Speicher ist mit 4 Gigabyte etwas knapp bemessen, lässt sich aber mit MicroSD-Karten erweitern. Das Highlight des L9 soll der „QTranslator“ sein. Das Programm übersetzt 44 Sprachen von einem Foto in die jeweilige Sprache des Nutzers. Erscheinungstermin und Preis gab LG noch nicht bekannt. Quelle: Presse

Zum andern täuschen die Superzahlen beim mobilen Google-Betriebssystem Android über ein gravierendes Problem des Internet-Giganten im wachsenden Geschäft mit Smartphones hinweg. Zwar nutzen inzwischen fast zwei von drei Handybesitzern ein Smartphone, das mit Android arbeitet, etwa von Samsung. Aber sie surfen damit insgesamt nur gut ein Drittel so viel im mobilen Internet wie die Apple-Gemeinde (siehe Grafik).

Das bedroht die hochtrabenden Pläne, die Schmidt und Google-Vorstandschef Larry Page für den Web-Riesen haben. Denn Android ist für Google ein zentraler Bestandteil für das Geschäft im mobilen Internet. Das kostenlos verbreitete Betriebssystem soll die verschiedenen Dienste, die Google im Festnetz groß gemacht haben, in einfacher und gebündelter Form auch aufs Handy bringen.

Dadurch sollen die Nutzer auch auf dem Smartphone möglichst lange googeln – damit Google auch hier möglichst viel Geschäft mit Werbung machen kann. Erweist sich Android jedoch auch weiterhin als Tummelfeld für Internet-Muffel, geht die Rechnung für Google, aber auch für andere Web-Firmen mit ähnlichen Einnahmequellen nicht auf.

„Viele Android-Smartphones werden schlicht wie herkömmliche Handys gekauft und genutzt“, sagt Horace Dediu, Chef des Analysehauses Asymco mit Sitz in Helsinki. „Während das iPhone ein Premiumgerät ist, bedient die überwiegende Mehrheit der Androiden den Massenmarkt.“

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