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Jaguar-Chef Smith "Sprung nach vorn"

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Ratan Tata: Im Auftrag seiner Quelle: AP

Wird schon über Synergien zwischen Jaguar, Land Rover und Tata gesprochen?

Als Tata sich zum Kauf entschloss, hatte man sicher Synergien im Sinn. Die mag es auch in Zukunft geben. Aber derzeit beschränkt sich die Zusammenarbeit auf den Vertrieb: Tata hilft uns, in Indien und anderen Ländern Händler zu finden. Auch sichten sie für uns indische Zulieferer, die uns in Zukunft bestimmte Teile und Komponenten liefern könnten.

Werden in Zukunft vielleicht auch komplette Fahrzeuge von Jaguar oder Land Rover in Indien produziert? In Großbritannien gibt es immer wieder Spekulationen, eines der Werke könnte nach Indien verlagert werden.

Ich weiß, aber daran denken wir derzeit wirklich nicht. Wir sehen allerdings, dass der indische Markt große Chancen für uns bietet, ebenso wie China oder Lateinamerika. Langfristig mag es auch Sinn machen, vor Ort zu produzieren. Aber dabei geht es dann um zusätzliche Kapazitäten, nicht um einen Ersatz.

Jaguar und Land Rover produzieren derzeit Luxusfahrzeuge. Brauchen Sie für die genannten Wachstumsmärkte nicht auch Kleinwagen? Wie wäre es mit einem Jaguar auf Basis des Tata Nano?

(Lacht) Interessante Idee. Aber derzeit ist so etwas nicht in unserer Planung. Tata Motors und Jaguar Land Rover laufen derzeit völlig unabhängig voneinander. Wir werden immer wieder schauen, ob es Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit gibt. Aber konkrete Projekte in dieser Hinsicht gibt es derzeit nicht.

Sie bereiten sich statt dessen auf den Verkaufsstart des neuen Topmodells von Jaguar, des XJ, vor. Kommt das Auto wegen der Krise nicht zur Unzeit?

Wie kommen Sie darauf? Davon spüren wir bislang nichts. Das Interesse an dem Auto ist jetzt schon riesengroß, wir haben bereits 3000 Vorbestellungen. Wenn das Auto zum Jahresanfang in den Handel kommt, wird es noch einmal steigen. Ich bin da ganz optimistisch.

Dafür gehen Sie an anderer Stelle zurück: Der kleine X-Type läuft zum Jahresende aus. Ohne einen Nachfolger?

Wir haben mit dem XF, dem XK und dem neuen XJ drei starke Fahrzeuge im Programm, die absolut wettbewerbsfähig sind. Wir wollen uns zunächst darauf konzentrieren, Jaguar in diesem Segment zu stärken, als Anbieter von Sportwagen und Sportlimousinen . Wie gesagt planen wir neue Modelle, vielleicht auch wieder etwas weiter unten. Aber das hat für uns kurzfristig keine Priorität.

Einer Ihrer Vorgänger hatte mit dem kleinen Auto Großes vor – Jaguar sollte damit auf eine Jahresproduktion von 400.000 Autos kommen.

Oh Gott! (Lacht) Ja, ich erinnere mich an diese Pläne. Es war ja auch kein Misserfolg. Jaguar ist mit dem X-Type in neue Segmente vorgestoßen, hat die Fabrik in Halewood transformiert, neue Kunden für die Marke gewonnen. Aber derzeit fehlen uns die Ressourcen, um die Strategie weiter verfolgen zu können. Wir konzentrieren uns jetzt lieber auf unseren Kern und entwickeln uns organisch weiter. Wenn wir in Zukunft eine geeignete Plattform haben sollten, werden wir den Plan möglicherweise wieder aufnehmen.

Was wäre heute eine gute Größenordnung für Jaguar?

In der Vergangenheit hat Jaguar schon mehr als 100.000 Autos im Jahr gebaut. Ich denke, in die Größenordnung können wir wieder kommen, wenn die Krise überstanden ist. Wir waren erfolgreich in Russland unterwegs, in China und Indien wächst die Nachfrage nach Luxusautos. Auch in Lateinamerika sehe ich für uns großes Potenzial. Ganz abgesehen von unserem Heimatmarkt: Wenn wir die richtigen Investments zur richtigen Zeit machen und unsere Stärken ausbauen, sollten wir noch kräftig wachsen können.

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