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Jaguar-Chef Smith "Sprung nach vorn"

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Die nächste Generation des Quelle: dpa-tmn

Die Sparrunden sind also bei Ihnen vorbei?

Die sind nie vorbei. Wie alle Autohersteller in Westeuropa stehen wir vor großen Herausforderungen auf der Kostenseite. Und wir haben im zurückliegenden Jahr auch schon eine ganze Menge in der Richtung unternommen: Wir haben die Produktivität erhöht, im Einkauf neue Zulieferer gewonnen, die Komplexität in unserem Geschäft reduziert, viele, viele Dinge unternommen, um die Kosten zu reduzieren. Daran werden wir auch weiter arbeiten.

Sie betreiben drei Werke. Wie lange noch?

Wir wollen Mitte des kommenden Jahrzehnts die zwei Produktionsstätten in den Midlands auf eine reduzieren. Dies wird jedoch ohne Personalabbau möglich sein. Die Fabrik in Halewood bei Liverpool bleibt bestehen und wird noch ausgebaut. Doch wie gesagt, wollen wir kräftig wachsen, vor allem in Übersee. Insofern müssen wir uns Gedanken machen, wie wir uns global aufstellen wollen. BMW und Mercedes haben ja auch in den USA und in China Fabriken hochgezogen. Aber festgelegt haben wir uns noch nicht.

Der neue Jaguar XJ kommt mit einem komplett neuen Design, aber konventioneller Antriebstechnik. Wird es auch eine Version mit Hybridantrieb geben?

Unser Geschäftsplan sieht große Investitionen in grüne Technologien vor. Wir haben Forschungsprogramme, die sich mit alternativen Antrieben beschäftigen, so arbeiten wir an einem Dieselhybrid für den Range Rover Sport. Beim Prototypen, den wir im nächsten Jahr vorstellen, wird der Akku sogar an der Steckdose aufgeladen werden können. Zeitgleich arbeiten wir an einem „Limo Green“ genannten Konzept für den Jaguar XJ. Es sind noch einige technische Fragen in Bezug auf die Qualität und die Kosten der Batterien zu klären. Aber ich denke, das Konzept bietet eine Menge Potenzial, den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Wann kommt das Auto auf die Straße?

Wir sind von der Serienfertigung noch etwa vier Jahre entfernt.

Hilfestellung von Ford gibt es keine mehr?

Nicht beim Hybridantrieb. Bei konventionellen Motoren schon.

Dieselmotoren kriegen Sie von Peugeot. Planen Sie weitere Kooperationen, Joint Ventures?

Gute Frage. Seitdem wir selbständig sind, haben wir ganz andere Möglichkeiten, gemeinsam mit Zulieferern fortschrittliche Technologien zu entwickeln und Partnerschaften einzugehen. Wir können nicht alles selbst entwickeln. Ja, ich denke, wir werden weitere Kooperationen eingehen. Wir sind nicht dazu gezwungen, dank Tata und der Zusammenarbeit mit Ford. Aber wir werden die Möglichkeit sicherlich erkunden.

Um in neue Marktsegmente vorzustoßen?

Zunächst geht es darum, unsere Autos so effizient und klimafreundlich wie möglich zu machen. Bei Land Rover werden wir im kommenden Jahr einen kleineren und sehr effizienten Range Rover präsentieren. Er basiert auf der LRX Studie, die wir in 2008 auf der Detroit Motorshow erstmals gezeigt haben. Darüber hinaus müssen natürlich auch sehen, wohin sich die Kundenbedürfnisse auf den einzelnen Märkten, wie etwa in Asien entwickeln. Da könnte es eines Tages Sinn machen, Jaguars mit kleineren Motoren und auch kleineren Abmessungen anzubieten.

Sie sind ein Fan von Science-Fiction-Literatur. Was für Autos werden wir in Zukunft auf unseren Straßen sehen?

Ich habe schon mehrmals an der Oldtimer-Rallye London-Brighton teilgenommen. Dort sind nur Veteranen des Baujahrs 1904 und älter zugelassen, also Autos, die aus einer etwa 15 Jahre langen Periode der Automobilgeschichte stammen. Und wissen Sie, was das Interessante ist? Von den rund 400 Autos, die da mitfahren, ist keins wie das andere. Es gibt Autos mit Verbrennungsmotoren, mit Elektro- und sogar mit Dampfantrieb. Nun kriegen wir wieder die Vielfalt der Pionierjahre: Hybridfahrzeuge, Elektroautos, Fahrzeuge mit Brennstoffzelle. Ich bin mir sicher: In den nächsten 25 Jahren werde wir eine starke Bewegung hin zu elektrifizierten Fahrzeugen bekommen. Ein Jaguar-Cabriolet mit Elektroantrieb würde ich jedenfalls nicht ausschließen.

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