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Japan Wie der Gemischtwarenladen Kyocera der Wirtschaftskrise trotzt

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Bei Kyocera gehört die Rationalität zur Unternehmenskultur. Als Kleinbetrieb mit 28 Mitarbeitern gründete der junge Chemiker Kazuo Inamoto am 1. April 1959 mit einem Startkapital von heute etwa umgerechnet 10.000 US-Dollar das Unternehmen „Kyoto Ceramics“. Daraus wurde später kurz Kyocera. Das erste Produkt war ein Keramikisolator, der in die früheren Fernsehbildröhren eingesetzt wurde.

Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Heute stattet Kyocera das jüngste Automodell von Toyota, den Prius Hybrid, mit neuartigen Solarmodulen aus. Mit der Technik lässt sich der Innenraum klimatisieren.

Zur internationalen Größe gelangte Kyocera jedoch mit Kopiermaschinen, Druckern und Multifunktionsgeräten fürs Büro. Die neuesten Farbdrucker erhielten für ihr Design und ihre Funktionalität den international renommierten Red Dot Award des Design Zentrums Nordrhein-Westfalen. Das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung verlieh den Druckern und Kopierer mehrfach das Umweltsiegel „Der Blaue Engel“.

Auch deutsches Unternehmen gehört zum Konzern

Gewachsen ist Kyocera nicht nur aus eigener Kraft. Immer wieder haben teilweise aggressive Firmenübernahmen – in den vergangenen zwei Dekaden 16 an der Zahl – den Umsatz und die vorhandenen Kompetenzen vergrößert.

So gehört seit Anfang des Jahres auch die deutsche TA Triumph-Adler AG in Nürnberg zum Konzern. „Wir wollen TA als europäische Direktvertriebsgesellschaft auf- und ausbauen“, erklärt Chairman Kawamura die Pläne. Kurz zuvor hatte er sich 2008 die Mobiltelefon-Division des angeschlagenen Sanyo-Konzerns für rund 350 Millionen Euro geschnappt und war zum sechstgrößten Handy-Hersteller der Welt aufgestiegen. Allerdings stimmt diesmal das Timing nicht, weil der Mobilfunkmarkt schwächelt.

Kyocera ist nur bei Kameras gescheitert

„Diese Integration ist zurzeit unsere größte Baustelle und Herausforderung“, sagt Kawamura, verweist aber darauf, dass mit einer Ausnahme alle Übernahmen erfolgreich waren: „Nur im Kamera-Geschäft, bei dem über die Fusion mit Yashica Camera auch die deutsche Marke Contax ins Kyocera-Reich gelangte, sind wir gescheitert, weil wir dem Wechsel ins digitale Zeitalter nicht folgen konnten.“ Die Kamera-Herstellung wurde 2005 eingestellt.

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