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Jobumfrage Die Jobmaschine: Helden der Arbeit

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Luftiger Arbeitsplatz: Ein Quelle: dpa

Die zunehmende Bedeutung als Arbeitgeber verdanken Gatzke und Co. Ex-Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement. Der Sozialdemokrat steht heute in Diensten des Zeitarbeitsriesen Adecco, für den er ein konzerneigenes Institut in London leitet. Clement setzte in der rot-grünen Koalition durch, dass Zeitarbeitsfirmen seit 2005 ihr Personal ohne jede Befristung an ein und dasselbe Unternehmen verleihen dürfen. Zuvor mussten die Leute nach zwei Jahren wieder abgezogen werden. Die Gesetzesänderung ermöglicht nun allen Unternehmen, sich ohne zeitliche Begrenzung einen festen Stamm an Leihkräften zuzulegen, die sie bei Auftragsrückgang ohne einen Cent Abfindung zur Zeitarbeitsfirma zurückschicken können. Auf diese Weise umschiffen die Betriebe den teilweise teuren Kündigungsschutz.

Wie Gatzke und seine Branchenkollegen mit der neuen Gesetzeslage Zigtausend Stellen schaffen, zeigt Dirk Berg aus Haargarten au Minz, wenige Kilometer jenseits der deutsch-französischen Grenze bei Saarbrücken. Fünf Jahre verdingte sich der gelernte Metzger mal im Schlachthof, mal in einer Fleischerei – „immer im Nassen und Kalten“, erinnert er sich. Da rieten ihm Freunde, es doch mal bei der Zeitarbeitsfirma Adecco zu versuchen, die auf dem Gelände von Ford in Saarlouis ein Büro habe.

Berg hatte Glück. Ford brauchte gerade Leute, um den neuen Sportgeländewagen Kuga termingerecht auszuliefern. Seit Herbst 2007 hangelt sich Berg deshalb als Adecco-Mann an Band 1 von einem Termin zum anderen. Erst lief sein Arbeitsvertrag mit Adecco für den Einsatz bei Ford bis zum 30. April 2008. Dann signalisierte der Autobauer, dass er Berg bis zum 30. Juli benötige. Inzwischen rechnet der Ex-Metzger fest damit, dass Adecco, nachdem Ford dies avisierte, seinen Vertrag bis Ende 2008 verlängert. Den Mittzwanziger ficht das nicht an. „Auch bei den Metzgern“, sagt er, „war ich nie länger als ein halbes Jahr.“

Trotzdem machen Gewerkschafter zur Zeit Stimmung gegen Zeitarbeit. Einer der Auslöser ist der Autobauer BMW, der sich nicht nur Hunderter Leiharbeiter bedient, die rund ein Drittel weniger verdienen als BMW-Werker. Die Münchner setzen die Minderentlohnten jetzt auch noch wegen Rationalisierungsmaßnahmen als Erste vor die Tür. Für Konkurrent Audi ist die Sache so heikel, dass Personalchef Werner Widuckel zurzeit keinen Leiharbeiter in Audi-Montur in der Zeitung sehen will.

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    Dabei haben die ersten Zeitarbeitsfirmen und Unternehmen schon einen Königsweg gefunden, um der Leiharbeit speziell bei den Autobauern eine harmonische Zukunft zu bescheren. Zu diesem Zweck schloss etwa Adecco im vergangenen Jahr mit der IG Metall in Bayern einen Sondertarifvertrag, demzufolge Leiharbeiter bei Audi gleichviel verdienen wie die Stammbeschäftigten.

    Auch Adecco-Mann Berg im Saarland kommt auf den gleichen Stundenlohn wie seine Ford-Kollegen – und verdient damit fast doppelt so viel, wie Adecco ihm nach dem Zeitarbeitstarifvertrag zahlen müsste. Grund für das großzügige Salär bei Adecco ist eine Vereinbarung zwischen Ford und dem Betriebsrat, der dem Autobauer im Gegenzug relativ freie Hand bei den Leiharbeitern lässt. „Wenn der Kunde das wünscht und die Kostenfrage geklärt ist“, sagt Gatzke, „dann sind wir gerne gesprächsbereit.“

    Im Grunde wissen Gatzke und Kollegen, dass sie künftig vor allem dann weiter florieren, wenn ihre Kunden, die Unternehmen, erfolgreich für Wachstum sorgen. Denn dort sitzen die wahren Jobmaschinen, die für neue Aufträge, mithin für Arbeitsplätze sorgen. Fünf dieser Helden der Arbeit stellt die WirtschaftsWoche im Folgenden vor.

    Die wichtigsten börsennotierten Konzerne in Deutschland sind einer Untersuchung zufolge für einen wirtschaftlichen Abschwung gut gerüstet. Besonders die Industrieunternehmen hätten in den vergangenen Jahren ihre Renditen deutlich steigern können, schreibt das „Handelsblatt“ in seinem heute veröffentlichten Firmen-Check.

    Die Zeiten, in denen sie ihren Konkurrenten aus dem Ausland hinterhergehinkt seien, seien vorbei. Durch Produktionsverlagerungen ins Ausland und die kaum gestiegenen Löhne im Inland hätten sie ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert.

    Sie erreichten meist Rendite-Werte zwischen 5 und 10 Prozent. Banken und Versicherungen ausgenommen, hätten die DAX-Konzerne 2007 im Schnitt eine Rendite von 5,1 Prozent ausweisen können.

    Spitzenreiter SAP - Schlusslicht Infineon

    Gegenüber dem Boomjahr 2000 habe sich die Renditerangliste der größten deutschen Unternehmen drastisch verändert: Damals hätten Technologie-Unternehmen die beste Profitabilität vorweisen können. Einige ehemalige Spitzenreiter wie die Telekom oder Infineon zählten heute zu den schwächsten Werten im DAX. Spitzenreiter bliebt SAP mit einer Rendite von 18,9 Prozent vor Eon (10,8), Linde (8,1), MAN (7,9) und BASF (7,5).

    Schlusslicht war Infineon mit einer Rendite von -5,0 Prozent. Vorletzter wurde Merck (-1,3), das ein Jahr zuvor mit einer Rendite von 16 Prozent noch auf dem zweiten Platz gelegen hatte. Vor allem Infineon zog Kritik auf sich. Seit seiner Gründung habe das Unternehmen große Verluste angehäuft und noch nie bewiesen, dass es ein profitables Geschäftsmodell habe, schreibt das „Handelsblatt“.

    Beim Firmen-Check arbeitet die Zeitung mit dem Institut für Wirtschaftsprüfung (IWP) und der Unternehmensberatung Oliver Wyman zusammen. Entscheidende Kennziffern sind Umsatz, Ergebnis und Umsatzrendite. Untersucht wurden 23 DAX-Konzerne. Die sieben Banken und Versicherungen im Deutschen Aktienindex blieben außen vor, da ihre Kennzahlen nicht mit denen der anderen Unternehmen vergleichbar sind.

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