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John Chidsey im Interview "Weltweit Bars"

Der Chef von Burger King über einen neuen Restauranttyp, seine Expansionspläne und die Konkurrenz.

Der Chef von Burger King John Chidsey

WirtschaftsWoche: Herr Chidsey, Burger King ist der ewige Zweite unter den Hamburger-Brätern. Wann überholen Sie endlich McDonald’s?

Chidsey: Wir wollen der Profitabelste sein, nicht unbedingt der Marktführer. Wir haben weltweit 12.000 Restaurants, McDonald’s mehr als 40.000. Um auf diese Zahl zu kommen, braucht es wahrscheinlich ein Leben lang. Es ist viel wichtiger, dass unsere Franchisenehmer profitabel arbeiten und viel Geld verdienen. Dann bauen sie weitere Restaurants und renovieren ihre bestehenden. Weltweit werden 90 Prozent unserer Restaurants von Franchisenehmern betrieben, in Deutschland sind es 80 Prozent.

Wie viele Restaurants sind geplant?

Wir planen weltweit weitere 350 bis 400 Restaurants bis Ende des Jahres. Das entspricht einer Wachstumsrate von 3,0 bis 3,5 Prozent. In den nächsten vier bis fünf Jahren wollen wir weiterhin so wachsen. Vielleicht erreichen wir dieses Ziel 2009 nicht ganz wegen der Wirtschaftskrise. In Deutschland eröffnen wir jedes Jahr 40 bis 50 Restaurants.

In München haben Sie gerade die erste europäische Whopper Bar eröffnet, in der sich die Kunden ihren Hamburger selbst zusammenstellen können. Wie viele Whopper Bars soll es geben?

Wir hoffen, sechs bis zehn Whopper Bars in jeder wichtigen Region der Welt bis Ende nächsten Jahres zu haben. Insgesamt könnten es dann bis zu 40 Bars sein. Damit schaffen wir eine Grundlage, auf der wir Erfahrungen sammeln können.

Warum führen Sie überhaupt ein neues Restaurant-Konzept ein?

Wir wollen die Whopper Bar vor allem an besonderen Orten wie beispielsweise einem Filmpark errichten und können dort auch neue Produkte testen.

Sind die Kosten bei der Whopper Bar niedriger als beim traditionellen Burger-King-Restaurant?

Da sammeln wir noch Erfahrungen. Jede Immobilie ist anders, jede Umgebung verschieden. Deshalb sind auch die Kosten sehr unterschiedlich. Wir glauben, dass wir mit der Whopper Bar im Vergleich zum investierten Kapital einen höheren Cash-Flow erzielen als bei normalen Burger-King-Restaurants.

McDonald’s hat in Deutschland großen Erfolg mit seinen McCafés. Wann richten Sie Coffeeshops ein?

Alles ist möglich. Mehr wollen wir dazu nicht sagen.

In der Wirtschaftskrise achten die Leute sehr auf ihr Geld – zum Vorteil oder zum Nachteil für Sie?

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf unser Geschäft aus. Allerdings sind die Folgen von Markt zu Markt recht unterschiedlich. Es ist erstaunlich, dass Verbraucher in manchen Ländern mit einer hohen Arbeitslosigkeit wie etwa Spanien dennoch mehr Geld für Essen ausgeben als etwa in Deutschland, wo die Arbeitslosigkeit bisher nicht so stark gestiegen ist.

Immerhin bieten Sie auch Hamburger für 99 Cent an. Verdienen Sie damit überhaupt Geld?

Ja, alle unsere Produkte sind profitabel. Außerdem kombinieren die meisten Kunden die 99er mit anderen Produkten. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Kassenzettel steht.

Aber die Marge ist gering?

Sie kann geringer sein, muss aber nicht. Ein Softdrink hat beispielsweise eine sehr gute Marge von mehr als 80 Prozent. Generell schlecht ist eine Marge von 60 Prozent.

Wie hoch ist der Anteil der Billigprodukte?

In den USA machen sie nicht mehr als 12 oder 13 Prozent unserer Umsätze aus. In Deutschland liegt der Anteil sogar nur bei elf Prozent.

Wann kommen neue Produkte?

Immer. Aktuell haben wir in den USA einen Steakhouse Sixteen Burger und in Deutschland einen 6er-Pack mit Mini-Burgern im Angebot. Alle unsere Restaurants bekommen zudem derzeit einen neuen Grill. Der erlaubt uns eine größere Flexibilität und spart 40 Prozent Energie. In den USA hat jedes Restaurant das Equipment bis zum Ende 2009, weltweit jedes bis 2012. Pro Küche kostet die Anlage rund 7.000 Dollar.

Bieten Sie auch Bio-Produkte an?

Für ein Unternehmen unserer Größe ist es schwierig, genügend Bio-Lebensmittel zu bekommen. Wenn wir nur Bio-Fleisch anbieten wollten, könnte uns die gesamte Welt nicht ausreichend beliefern. Vielleicht machen Bio-Lebensmittel in Zukunft Sinn für uns, im Moment ist jedenfalls die Lieferung nicht gewährleistet.

Was erwarten Sie für 2010?

Wir sind jetzt etwas mehr als drei Jahre an der Börse. Unser Gewinn je Aktie wächst im Schnitt jährlich um mehr als 20 Prozent. In diesem Geschäftsjahr bremst allerdings der Dollar-Kurs unser Ergebnis. Jeder, der ein internationales Geschäft betreibt, weiß, dass es dieses Jahr ein bisschen schwerer ist. Langfristig glauben wir, in den bestehenden Restaurants den Cash-Flow um zehn Prozent erhöhen zu können.

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