Karl-Erivan Haub „Wunder kann geschehen“ – Bergwacht sucht trotz schlechten Wetters nach Tengelmann-Chef

Schlechtes Wetter erschwert die Suche nach dem vermissten Tengelmann-Chef. Die Bergretter haben aber weiter Hoffnung, Karl-Erivan Haub zu finden.

Tengelmann: Retter sehen für Karl-Erivan Haub minimale Chance Quelle: picture alliance / SvenSimon

RomDie Suche nach dem in den Alpen vermissten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub wird auch auf italienischer Seite von schlechtem Wetter erschwert. Neuschnee und schlechte Sicht machten die Suche zu einem schwierigen Unterfangen, sie werde jedoch nicht abgebrochen, sagte der Sprecher der italienischen Bergrettung, Walter Milan, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Ein Hubschrauber könne derzeit leider nicht eingesetzt werden.

Es werde auf dem gesamten italienischen Gebiet am Matterhorn gesucht. Man hoffe auf ein Schönwetter-Fenster am Freitag. „Die Suche ist sehr schwierig, das Gebiet ist sehr groß und die Spuren sind verwischt“, sagte Milan. Auch gebe es viele Gletscherspalten.

Haub war am Samstag mit der Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren, seitdem fehlt jede Spur von ihm. „Er war nach unseren Erkenntnissen alleine unterwegs“, sagte Milan. Die Hoffnung, ihn zu finden, werde nicht aufgegeben. „Es kann ein Wunder geschehen, aber das Wetter hilft nicht.“ Ein Problem sei auch, dass Lawinenpiepser – die viele Tourengeher mit sich tragen und die bei der Suche nach Verschütteten helfen – nur eine begrenzte Zeit Signale sendeten.

Haubs Bruder Christian wendete sich am Dienstagabend in einem Brief an die Mitarbeiter des Konzerns. „Mein Bruder ist ein sehr erfahrener Skitourengänger und Bergsteiger, so dass wir trotz der Zeit, die inzwischen verstrichen ist, die Hoffnung nicht aufgeben, ihn bald zu finden“. Dennoch stelle sich die Familie auf eine längere Abwesenheit von Karl-Erivan ein. Der Geschäftsbetrieb werde jedoch ganz ruhig und geordnet weiterlaufen.

Haub gilt als passionierter Ski-Alpinist und wollte für die sogenannte Patrouille des Glaciers trainieren. Seit Jahren nehme der sportliche Unternehmer an diesem traditionellen Skitourenrennen teil. Die vom Militär organisierte Veranstaltung findet dieses Jahr am 17. April statt.

Der Unternehmer hatte dem Familienimperium Tengelmann in den vergangenen Jahrzehnten seinen Stempel aufgedrückt. Der am 2. März 1960 in Tacoma im US-Bundesstaat Washington geborene Sohn des kürzlich verstorbenen Unternehmers Erivan Haub hatte Ende der 1990er Jahre die Führung übernommen und Tengelmann drastisch umgebaut.

Karl-Erivan Haub nahm harte Einschnitte vor. Schritt für Schritt zog er sich aus dem Lebensmittelhandel - der Keimzelle des Unternehmens - zurück. Den Abschluss bildete Ende 2016 der Verkauf der Supermarktkette Kaiser's-Tengelmann. Stattdessen investierte er in den boomenden Online-Handel.

Tengelmann ist eines der weltweit bedeutendsten Handelsunternehmen. Heute gehören zur Unternehmensgruppe 73 Beteiligungen, die einen Umsatz von etwa 30 Milliarden Euro erwirtschaften und mehr als 215 000 Mitarbeiter beschäftigen. Zum Firmenverbund zählen unter anderen der Textildiscounter Kik und die OBI-Baumärkte.

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