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Karstadt-Käufer Berggruen Nicolas Berggruen: Der große Sammler

Wer ist Nicolas Berggruen? Nicolas Berggruens Investitionsportfolio ist so bunt wie die Bilder seiner Kunstsammlung. Der Karstadt-Investor selbst ist eine schillernde Persönlichkeit, die der Kaufhaus-Kette Hoffnung gibt.

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Nicolas Berggruen scheute Quelle: dpa

Als bekannt wurde, dass der Deutsch-Amerikaner Nicolas Berggruen die insolvente Kaufhauskette Karstadt übernimmt, fragten sich viele, wer eigentlich der so jugendlich wirkende 48-jährige mit dem Stoppelbart ist. 

Lange war wenig über den Sohn des Kunstmäzens Heinz Berggruen bekannt. Der Vater war ein enger Freund Picassos und besaß mit mehr als 100 Werken eine der größten Kollektionen von Werken des spanischen Malers. 2000 verkaufte Berggruen seine Privatsammlung weit unter Wert an die Stadt Berlin.

Sein Sohn dagegen scheute die Öffentlichkeit und kaufte sogar einmal alle verfügbaren Exemplare eines niederländischen Magazins auf, um ein Porträt von ihm zu vernichten. Erst 2007 nach dem Tod seines Vaters trat Berggruen stärker in die Öffentlichkeit.

Berggruen - der "obdachlose" Milliardär

Auch sonst ist der neue Herr über die 120 Karstadt-Filialen durchaus eigenwillig. Mit seiner Holding besitzt er weltweit begehrte Immobilien, doch seine eigenen Villen und Wohnungen hat Berggruen verkauft. „Ich brauche keinen festen Wohnsitz oder ein Haus mit meinem Namen vorne drauf. Ich bin glücklich mit einem Bett, Essen, Freunden und – einem Telefon“, sagt der Blackberry-Junkie im Interview mit dem "Tagesspiegel".

Seit einigen Jahren lebt er in Hotels, vor allem in einer 1300-Dollar-Suite des Peninsula in Los Angeles, zu seinem bevorzugten Nahrungsmitteln sollen Schokotorte und andere kakaohaltige Süßigkeiten zählen. Viel Zeit verbringt Berggruen auch in seinem Privatjet, einem Gulfstream IV.

Doch wer den Mann für einen exzentrischen Erben hält, der mit seinen Millionen und seiner Zeit nicht weiß, wohin, der täuscht sich. Sein Vater, der 1936 aus Berlin geflüchtet war, sei recht „preußisch“ gewesen, erzählt Berggruen und wollte, dass sein Sohn aus eigener Kraft etwas schafft. Mit 17 Jahren ging der in Paris geborene und in Frankreich, England und der Schweiz aufgewachsene Berggruen nach New York. Er studierte Wirtschaft, arbeitete für eine Immobilienfirma und begann Ende der 80er mit einigen tausend Dollar in Aktien und Anleihen zu investieren.

Karstadt hofft auf Berggruen

Und tatsächlich hatte er bei seinen Anlagen ein gutes Gespür, kaufte beispielsweise den amerikanischen Brillenhersteller FGX für acht Millionen Dollar. Nach Zukäufen und einer Modernisierung brachte Berggruen das Unternehmen 2007 an die Börse und kassierte 200 Millionen Dollar.

Auf eine erfolgreiche Sanierung hoffen nun auch die 25.000 Karstadt-Mitarbeiter. Doch das wird ungleich schwieriger. Vor allem die Frage der Mieten ist ein Knackpunkt: Berggruen verlangt vom Konsortium Highstreet Mietnachlässe, doch der unterlegene Mitbieter um Karstadt lehnt dies derzeit ab. Allerdings ist der heute unterzeichnete Kaufvertrag an eine Einigung mit Highstreet geknüpft.

Er wolle Karstadt „erneuern und interessanter machen“, erklärte Berggruen. Bei der Modernisierung helfen soll ihm der Designer Max Azria und dessen Modeunternehmen BCBG. 

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