Klavierhersteller Schimmel ist gerettet

Der Klavierhersteller Schimmel ist gerettet. Sieben Monate nachdem das Braunschweiger Traditionsunternehmen in Insolvenz gegangen war, stimmte die Gläubigerversammlung dem vorgelegten Insolvenzplan zu.

HB BRAUNSCHWEIG. Schimmel soll als Familienunternehmen weitergeführt werden, teilte Geschäftsführer Hannes Schimmel-Vogel mit. Damit ist der Einstieg von Investoren bei Schimmel vom Tisch. Der japanische Musikkonzern Yamaha, der bisher rund 25 Prozent an der Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH hielt, ist künftig kein Gesellschafter mehr.

Die Familie Schimmel stellte neues Kapital zur Verfügung. Zudem verzichten die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen. Auch die Mitarbeiter des Unternehmens werden ihren Teil zur Rettung beitragen. Sie müssen künftig länger arbeiten und Lohnsenkungen hinnehmen. Dafür werden ihnen in einem Standortsicherungspakt die Arbeitsplätze für die nächsten Jahre garantiert.

Der Sanierungsplan sieht einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge Einsparungen von mehr als 500 000 Euro pro Jahr durch eine neue Tarifstruktur vor. Schimmel beschäftigt derzeit noch 125 Mitarbeiter, vor der Insolvenz waren es 144. Die Leipziger Gehäuseproduktion werde geschlossen und nach Braunschweig verlegt. 15 Arbeitsplätze fallen nach Angaben des Firmenchefs weg.

"Wir machen auf wirtschaftlich gesunder Basis einen Neustart", erklärte Schimmel-Vogel. So soll zum 125-jährigen Jubiläum im Mai eine Modelloffensive gestartet und in die Produktion in Braunschweig investiert werden. Es gebe, so Schimmel-Vogel, auf einigen Auslandsmärkten inzwischen Signale für eine Absatzstabilisierung. Im Vorjahr litt die gesamte Klavierbranche unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Schimmel als größter deutscher Hersteller verzeichnete vor allem auf dem wichtigsten Auslandsmarkt USA schwere Einbrüche. Ende Juli 2009 ging das Unternehmen in Insolvenz.

In diesem Jahr erwartet Schimmel-Vogel vorsichtig optimistisch einen weltweiten Absatz von 2300 Klavieren und Flügeln und einen Umsatz von zwölf Mio. Euro. Das wäre eine Stabilisierung auf Vorjahresniveau.

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