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Konjunkturindikatoren Erste Signale der Hoffnung

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Konsumklima

GFK-Konsum

Struktur Das Marktforschungsunternehmen GfK befragt seit 1980 monatlich 2000 Verbraucher über ihr Ausgabe- und Sparverhalten sowie ihre aktuellen Einkommens- und Konjunkturerwartungen. 

Aussagekraft Der private Konsum macht rund 56 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts aus, daher ist ein Stimmungsbild aus dem Lager der Konsumenten wichtig. Allerdings sind Stimmungen noch lange keine Käufe – konkrete Geschäftsprognosen für den Handel lassen sich daraus kaum ableiten.

Entwicklung Die Verbraucher trotzen (noch) der Krise: Der Einzelhandel murrt zwar, weil die Umsätze real schrumpfen, doch von echter Kaufverweigerung ist derzeit wenig zu spüren. Das Konsumklima hat sich nach seinem Jahrestief im September sogar etwas erholt und blieb im Februar trotz täglicher Horrormeldungen aus der Wirtschaft stabil. Die Bereitschaft der Bürger zu größeren Anschaffungen ist sogar gestiegen – der entsprechende Teilindex liegt nun sogar über seinem langfristigen Mittelwert. Allerdings: Ein anhaltender Einbruch am Arbeitsmarkt könnte den Trend schnell wieder in die andere Richtung drehen. Die von der GfK ebenfalls erhobenen Einkommenserwartungen der Bundesbürger sind zuletzt deutlich gesunken. 

Den nächsten Konsumklimaindex gibt die GfK am 26. Februar bekannt.

Earlybird

Earlybird-Index

Struktur Der Earlybird-Indikator wird von der Commerzbank jeden Monat exklusiv für die WirtschaftsWoche berechnet. Er setzt sich aus drei Komponenten zusammen – dem realen Dreimonatszins als wichtige monetäre Größe (Gewichtung: 50 Prozent), dem realen Euro-Außenwert als Signal für die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft (Gewichtung: 25 Prozent) und dem US-Einkaufsmanagerindex ISM als Barometer für die Weltkonjunktur (Gewichtung: 25 Prozent). 

Aussagekraft Der Indikator hat einen Vorlauf vor der Konjunktur von sechs bis neun Monaten. Nach einer Studie von Ökonomen der Berliner Humboldt-Universität, die 2002 die Qualität verschiedener Frühindikatoren untersuchten, besitzt „der von der WirtschaftsWoche publizierte Earlybird die besten Vorlaufeigenschaften“.

Entwicklung Der Earlybird hat im Januar zum dritten Mal in Folge zugelegt – um 0,5 auf minus 0,25 Punkte. Ein „Hoffnungssignal für die Wirtschaft“, sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. „In den kommenden beiden Monaten dürfte der Earlybird wieder über die Nulllinie steigen.“ In der Vergangenheit war dies ein Signal für eine Trendwende. Grund für den aktuellen Anstieg: Der US-Einkaufsmanagerindex ist gestiegen, und die Entspannung am Geldmarkt ließ den Dreimonatszins im Monatsschnitt um über 80 Basispunkte fallen.

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