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Konzerninterne Zeitarbeit Hofmann über Schlecker: "Das hat etwas mit Würde zu tun"

Das Verhalten der Drogeriemarktkette Schlecker, Mitarbeiter nach der Kündigung billiger über eine mit dem Unternehmen verbundene Zeitarbeitsfirma wieder einzustellen, ist nun erstmals auf offene Kritik einer der führenden Unternehmer- und Managerpersönlichkeiten der Branche gestoßen.

Ingrid Hofmann, Chefin des zehntgrößten Personalverleihers in Deutschland, I.K.Hofmann in Nürnberg, und zugleich Präsidiumsmitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), hat in der WirtschaftsWoche die Geschäftspolitik von Schlecker als würdelos kritisiert. „Es ist nicht im Sinne der Zeitarbeit und einfach nicht in Ordnung, wenn Mitarbeiter ihre bisherige Arbeit plötzlich für die Hälfte machen müssen, weil ihr Arbeitgeber sie zum Beispiel aus Gründen der Tarifflucht zu Zeitarbeitskräften erklärt“, sagte Hofmann der WirtschaftsWoche. „Das hat etwas mit Würde zu tun.“ Bisher hatten sich zwar die Zeitarbeitsverbände, nicht aber Top-Manager etwa von Randstad, Adecco oder Manpower zu dem Thema geäußert.

Hofmann räumt ein, dass die Branche zur Fehlentwicklung im Bereich der konzerninternen Zeitarbeit zu lange geschwiegen habe. „Das ist nicht so wahrgenommen worden, es gab wichtigere Themen.“ Die Unternehmerin befürchtet negative Folgen: "Was hängen bleibt durch die Schlecker-Debatte, ist ein massiver Imageschaden. Was da ein Branchenfremder macht, bringt die Zeitarbeit insgesamt in Misskredit.“ Und sie fordert mehr Sensibilität in der Branche: „Künftig müssen die Zeitarbeitsunternehmen mehr darauf achten und dafür sorgen, nicht mit schlimmen Machenschaften Branchenfremder in einen Topf geworfen zu werden."

Als Vizepräsidentin des Bundesverbandes Zeitarbeit BZA plädiert die 55Jährige für einen gesetzlichen Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche.

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