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Konzernumbau Der Nebel um Fiat lichtet sich

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Das Fiat-Logo bei einem Quelle: ASSOCIATED PRESS

Das soll künftig alles besser werden, versprach Marchionne den Händlern. „2014 haben Fiat und Chrysler gemeinsam die Kapazität für den Bau von sechs Millionen Fahrzeugen pro Jahr“, kündigte Marchionne an. Damit sei die nötige Größe erreicht, die ein Autobauer heute haben müsse, um auf Dauer überlebensfähig zu sein.

So würden 2014 über die Hälfte der Chrysler-Modelle auf Fahrzeugplattformen von Fiat basieren. Durch solche Synergien ergäben sich Einsparungen in Milliardenhöhe und die Zeit, bis ein neues Auto auf den Markt komme, verkürze sich „um Monate, oder genau genommen wahrscheinlich sogar um Jahre.“

Direkt von Orlando aus flog Marchionne zu seinem zweiten wichtigen Termin in dieser Woche: Am Donnerstag erklärte er sich bei der Fiat-Hauptversammlung vor den Aktionären des Konzerns. Die Aktionäre billigten eine historische Weichenstellung Marchionnes: Die Aufspaltung des Konzerns in das Automobilgeschäft und eine Industriesparte. Die Aufspaltung gebe dem Industriearm des Konzerns mehr Freiheiten, etwa für Fusionen oder Übernahmen, sagte Marchionne.

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Auch für die Autosparte kündigte er Bewegung an. Bereits im zweiten Halbjahr 2011 sei die Rückkehr des US-Autobauers Chrysler, an dem Fiat derzeit 20 Prozent hält, an die Börse für möglich, sagte Marchionne. Bis September solle zudem die Beteiligung auf 25 Prozent steigen.

Nach der Aufspaltung des Konzerns sollen beide Unternehmen ab Januar 2011 als eigenständige Gesellschaften an der Mailänder Börse gelistet werden. Die Industriesparte vereint die Lastwagenmarke Iveco sowie den Land- und Baumaschinenhersteller Case New Holland (CNH). Zum Automobilgeschäft gehören die Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo sowie die Sportwagenhersteller Ferrari und Maserati. Hinzu kommen die Beteiligung am US-Autobauer Chrysler sowie einige Komponentenhersteller wie Magneti Marelli.

Lange hatten Autoexperten in den USA gerätselt, wie es weitergeht mit der Firmenehe von Fiat und Chrylser. Da die Verkäufe in den USA wenig ermutigend sind und Fiat in Europa unter großen Überkapazitäten und teilweise ineffizienten Fabriken leidet, prophezeien ihr nicht wenige ein ähnlich grausames Ende wie dem Bündnis von Daimler und Chrylser.

Doch Insider in Detroit warnen vor voreiligen Schlüssen – selbst bei der örtlichen Konkurrenz, die gerne die Chrysler-Kunden übernehmen würde: „Schreiben Sie Chrysler nicht zu schnell ab“, sagt ein GM-Vorstand. „Die lagen schon öfter am Boden, und kamen immer wieder zurück.“

Und der US-Autoexperte Ron Harbour meint: „Die US-Autobauer werden sich stärker auf einzelne Produkte und Segmente fokussieren. Das gilt insbesondere auch für das Unternehmen Chrysler, das gerade den neuen Jeep Grand Cherokee herausgebracht hat. Das ist ein sehr gutes Fahrzeug für den amerikanischen Markt. Das Gleiche gilt für den Pick-up-Truck Dodge Ram. In anderen Segmenten gibt es noch Aufholbedarf. Es bleibt aber abzuwarten, wie der neue Eigentümer Fiat an dieser Stelle mit seinen Produkten die Angebotspalette gezielt erweitern wird.“

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