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Konzernzukunft E.Ons Zukunft bleibt ungewiss

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Johannes Teyssen wird am 11. August zum künftigen Chef des Energiekonzerns E.On bestellt Quelle: Kai-Uwe Knoth/E.On

Es wird auch interessante Personalien geben: Der langjährige Aufsichtsratschef von E.On, Ulrich Hartmann, wird ausscheiden und in Pension gehen. Damit endet eine Ära bei E.On. Hartmann hat als langjähriger Vorstandschef die alte Veba, Vorgängerunternehmen von E.On, einst vollständig privatisiert, an die New Yorker Börse gebracht, mit der damaligen bayerischen Viag fusioniert und schließlich in E.On umbenannt. Bald darauf fand ein kunstvoll eingefädelter Übernahmeprozess von Ruhrgas statt, die lange als eigenständige, uneinnehmbare Festung in Deutschland galt. Nun war sie - seit 2001 - plötzlich eine E.On-Tochter. Hartmanns letzte operative Leistung war die Regelung seines Nachfolgers auf dem Vorstandssessel. Wulf Bernotat repräsentierte die liberalisierte, kapitalistische und expansionsfreudige Energiewirtschaft, die sich aus den Zwängen der staatlichen Bevormundung vermeintlich befreit hatte. Bernotat kam von Shell, war dort Vorstand gewesen, und schien Hartmann der richtige Mann, um E.On zu einem Energieunternehmen zu formen, das es mit Shell und BP locker aufnehmen kann.

Nicht alles, was sich Hartmann erwünscht hatte, konnte Bernotat erfüllen. Dessen Nachfolger Teyssen hat seine ersten Sporen bei PreussenElektra in Hannover verdient, dort wo auch Hartmann seinen beruflichen Anfang nahm. Insofern schließt sich jetzt ein Kreis. Eine weitere Personalie: Telekom-Chef Rene Obermann wird in den Aufsichtsrat von E.On einziehen. Das ist auch mehr als eine kurze Nachricht. Telekom und E.On wollen enger zusammenrücken. Niemand weiß mehr über das Mangement von Kunden- und Verbrauchsdaten als die Mobilfunker. Die Versorger mit ihren schwerfälligen Zählerapparaturen in den Kellern ihrer Kunden wollen von der Mobilfunk-Branche lernen. Obermann soll helfen.

Zukunft E.Ons ist weiterhin offen

Optisch sieht es also nach Aufbruch aus. Aber in Wirklichkeit ist die Zukunft von E.On so offen wie sie nie vorher war. Die wegbrechenden Gewinne der Atomkraftwerke, die unsicheren Renditen aus den eifrig installierten Erneuerbaren Energien und das Desaster des europäischen Gasmarktes nagen an den Grundfesten von E.On. Viele Ankündigungen von Teyssen, in Schwellenländern zusammen mit Partnern eine Investitionsoffensive zu starten und den Konzern neu aufzustellen, sind bisher Ankündigungen geblieben. Auch auf der Hauptversammlung wird er sich nicht konkreter dazu äußern, wo und wie er seine Pläne in die Wirklichkeit umsetzen will. Aber es wird viel von Ethik die Rede sein, und das passt Teyssen ganz gut ins Konzept.

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