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Kunstmesse Art Cologne mit neuer Strategie

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Krisenmanager: Der neue Quelle: dpa

Teuerstes Werk der diesjährigen Messe, die mit rund 70.000 Besuchern rechnet, dürfte der eher mittelmäßige „Halbakt mit erhobenen Armen“ (1910) zum Preis von 5,5 Millionen Euro des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner sein. Bezaubernd ein von Amedeo Modigliani 1914 geschaffenes Tusche/Kreide-Porträt seines mexikanischen Kollegen, des Kahlo-Ehemannes Diego Rivera (385 000 Euro). Mit Goller-Gemälden der 1960er Jahre (je 130 000 Euro), dynamischen Zeichnungen Norbert Krickes oder farbstarken Abstraktionen des hochbetagten Rupprecht Geiger (7500 bis 25.000 Euro) sind weit unterbewertete Größen deutscher Nachkriegskunst zu finden.

Gleich in zwei Kojen werden Größen der deutschen Nachkriegskunst mit traditionellen afrikanischen Schnitzereien kombiniert. Einmal finden sich Nagelreliefs von Uecker und das wunderschön rätselhafte frühe Beuys-Blatt „Drei Hasen“ (95.000 Euro/1963) neben Schnitzkunst aus Afrika wieder, in einer anderen Koje ist es Konstruktives von Horst Antes.

Zwei eher unbedeutende kleine Arbeiten Gerhard Richters, abstrakte Farbkompositionen in künstlerischer Nähe seines furiosen Kölner Domfensters, fanden für je 70.000 Euro schon Abnehmer. Halb Gemälde, halb Skulptur ist Imi Knoebels großformatig-kantige Arbeit „Mennige“ (280.000 Euro/1976). Eine Sonderschau europäisch-asiatischer Kunstwerke mit Werken vom koreanischen Video-Pionier Paik bis zum japanischen Fotografen Sugimoto soll spürbar als Magnet ein neues, kaufkräftiges asiatisches Publikum anziehen. Dabei scheint die größere Zahl der umworbenen asiatischen Galeristen, bei denen viel aufgewärmte Pop-Art oder parodierter Mao-Realismus zu finden ist, den Kunstmarkt eher mit frischer Ware als mit wirklich frischen Ideen zu beliefern.

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