WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Landesbank BayernLB startet eigene Bad Bank

Die angeschlagene BayernLB will sich über eine interne Bad Bank von riskanten Wertpapieren im Volumen von 30 Milliarden Euro befreien. Der Umbau der Landesbank schreitet voran - unter dem Vorbehalt der EU-Kommission.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Die Zentrale der BayernLB in Quelle: dpa

Die angeschlagene BayernLB will sich über eine interne Bad Bank von ihren Lasten befreien. Flugzeug- und Schiffsfinanzierungen, strukturierte Wertpapiere sowie Kredite mit Finanzunternehmen und der öffentlichen Hand würden in eine sogenannte „Restructuring Unit“ eingebracht, sagte ein Banksprecher heute. Er bestätigte damit einen Bericht des „Handelsblatts“. Die Einheit wird ihre Arbeit bereits am 1. Juli aufnehmen und dem Vernehmen nach riskante Wertpapiere im Volumen von rund 30 Milliarden Euro aufnehmen.

Schrumpfkur notwendig

Die BayernLB ist nach der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die zweitgrößte Landesbank in Deutschland. Im vergangenen Jahr war sie durch Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt in die Krise geraten und musste vom Freistaat Bayern mit zehn Milliarden Euro gestützt werden. Die EU-Kommission prüft derzeit das Restrukturierungskonzept, das eine deutliche Schrumpfkur und den Abbau tausender Arbeitsplätze vorsieht. Letztlich soll die BayernLB verkauft werden, an wen und wann, darüber herrscht Uneinigkeit.

Der viel diskutierten Bad Bank des Bundes steht Bankchef Michael Kemmer skeptisch gegenüber. Er setzt auf eine Sanierung in Eigenregie. Dabei stehen auch Tochtergesellschaften auf dem Prüfstand wie die österreichische Hypo Group Alpe Adria und die ungarische MKB. „Wir wollen die Beteiligungen auf jeden Fall kapitalmarktfähig machen“, sagte der BayernLB-Sprecher.

EU muss zustimmen

Verbunden mit der Bad-Bank-Lösung ist ein weitreichender Umbau der Landesbank. Bis 2013 will die BayernLB 5600 von insgesamt 19.000 Stellen streichen und die unterste Führungsebene abschaffen. Zugleich dringt die EU-Kommission auf einen Eigentümerwechsel, auch eine Fusion mit den Sparkassen hält man in Brüssel für denkbar, sollte sich ein derartiges Geschäftsmodell als tragfähig erweisen. Die EU-Kommission wird wegen der Sommerpause aber wohl erst im Herbst über die Restrukturierungspläne der BayernLB entscheiden. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes wacht mit Argusaugen darauf, dass durch staatliche Rettungsmaßnahmen keine Wettbewerbsnachteile für konkurrenzfähige Banken entstehen.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%