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Landesbanken HSH Nordbank schüttet trotz Krise 70 Millionen an Investoren aus

Die HSH Nordbank will trotz eines erwarteten Milliardenverlusts Ausschüttungen an ausgewählte Investoren vornehmen.

HSH Nordbank in Hamburg Quelle: AP

Die Eigner hätten zugestimmt, etwa 70 Millionen Euro an institutionelle Anleger auszugeben, sagte ein Sprecher der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein. Grund seien Befürchtungen, dass die Anleger Gelder abziehen könnten und sich für die Bank damit die Refinanzierungsschwierigkeiten verschärfen. Die Ausschüttung uro würde eine Rendite von rund sieben Prozent bedeuten, was derzeit ein sehr hoher Wert der Verzinsung sei.

Institutionelle Investoren, darunter große Versicherungen, halten stille Einlagen im Volumen von 900 Millionen Euro an der HSH Nordbank. Sie sind nach Auffassung der Bank damit keine Anteilseigner.

Die HSH erwartet Branchenkreisen zufolge für 2008 einen Verlust von über einer Milliarde Euro. Deswegen müssen die Eigner, das sind die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die regionalen Sparkassen im nördlichsten Bundesland sowie der Finanzinvestor Flowers auf eine Dividende verzichten.

Die Bank hatte in mehreren Schritten immer höhere Abschreibungen angekündigt. Inzwischen erhöhten sich die Marktwertkorrekturen auf rund 2,75 Milliarden Euro in den Jahren 2007 und 2008, wie der Vorstandsvorsitzende Dirk Jens Nonnenmacher im Dezember sagte. Die Bank will nun kräftig Personal abbauen.

30 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket

In Zukunft soll sie sich vor allem um Geschäfte in Norddeutschland kümmern. Zuletzt war bekanntgeworden, dass die HSH Nordbank auch Tochterfirmen in Steuerparadiesen wie den Cayman Islands unterhält. Auch diese Angaben waren auf Unverständnis in der Politik gestoßen. Die HSH Nordbank hat vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Außerdem wollen die Anteilseigner bis Ende Februar dafür sorgen, dass die Kernkapitalquote des Instituts von 7,4 Prozent Ende September auf mindestens 8,0 Prozent steigt.

Heftige Kritik am Vorgehen der Bank kam von der Opposition im schleswig-holsteinischen Landtag. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki verwies darauf, dass der BayernLB ein solches Vorgehen im Rahmen ihrer Rekapitalisierungsmaßnahmen durch die EU-Kommission untersagt worden sei. „Es ist zudem unverantwortlich gegenüber den Steuernzahlern, die mit ihrem Geld für die Verluste der HSH einstehen müssen“, erklärte der FDP-Politiker.

Eigentümer der HSH Nordbank sind zu je etwa 30 Prozent die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, zu rund 15 Prozent die schleswig-holsteinischen Sparkassen und zu rund 25 Prozent eine Gruppe institutioneller Investoren um die US-Beteiligungsgesellschaft J.C. Flowers. Die Sparkassen hatten allerdings kürzlich erklärt, aussteigen zu wollen.

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