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Lebensmittelbranche Oetker wieder auf Kurs

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Bionade Quelle: AP

Inzwischen schippern die riesigen Container-Schiffe der Hamburg-Süd aber wieder in höherem Takt über die Weltmeere. Die Reederei konnte ihre Transportkapazitäten und Frachtraten steigern und auch die Währungseinflüsse waren weniger belastend. So katapultierte ein Umsatzplus von 40 Prozent die Sparte wieder auf einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro.

Zweitgrößte, aber mit Abstand bekannteste Sparte im Familienkonzern, sind die Lebensmittel. 2010 gelang es Oetker, inklusive Zukäufen, den Umsatz mit Pizzen, Backmischungen und Puddings um 8,7 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro zu steigern. Bereinigt um Zukäufe lag das Plus bei knapp unter fünf Prozent. Das Wachstum kommt dabei jedoch vor allem aus dem Ausland. Der Inlandsmarkt konnte lediglich ein mickriges Plus von einem Prozent beisteuern.

Da auch der Auftakt  im laufenden Jahr eher schleppend verlaufe, wie Richard Oetker Anfang April mitteilte, sei auch die Entwicklung auf den Rohstoffmärkten schwer kalkulierbar. Oetker wagte für dieses Jahr keine nähere Prognose. Doch an Preiserhöhungen für Pizza und Pudding kämen die Bielefelder nach eigener Darstellung wegen gestiegener Rohstoffkosten nicht vorbei. Das betreffe in erster Linie Milch- und Käseerzeugnisse, Weizen, Fette und Öle, Kakao.

Für Aufsehen in der Branche hatte die Sparte zu Beginn des Jahres gesorgt, als der Einstieg in ein neues Terrain verkündet wurde. Seit einigen Wochen bietet Oetker nun neben seinen bekannten Backmischungen auch fertige, verpackte Kuchen an. Damit treten die Bielefelder in den direkten Wettbewerb zu den Marktführern Kuchenmeister und Bahlsen.

Weniger Bier - dafür mehr Limo

Einen moderaten Aufwärtstrend spürte auch die Sparte Sekt, Wein und Spirituosen mit den Hauptmarken Henkell, Söhnlein und Wodka Gorbatschow. Der Umsatz, der in Wiesbaden beheimateten Henkell & Söhnlein Sektkellerei, stieg um 2,7 Prozent auf 654 Millionen Euro.

Die Getränkegruppe Radeberger in Frankfurt verkaufte zwar insgesamt weniger Bier, konnte den Rückgang um 2,5 Prozent auf 13 Millionen Hektoliter jedoch durch die Übernahme der Kult-Limo Bionade wettmachen. So stieg der Umsatz der größten deutschen Brauerei-Gruppe mit mehr als 40 Biermarken (Radeberger, Jever, Schöfferhofer)  um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.  

Ausbau der Bankensparte

Abgerundet wird der Bauchladen des Bielefelder Mischkonzerns durch das Privatbankhaus Lampe. Nach dem sich die Bielefelder Oetker-Spitze gegen einen Kauf der Frankfurter BHF-Bank entschieden hatte, halte man nun nach anderen Übernahmemöglichkeiten Ausschau, hieß es vor einigen Wochen bei der Vorlage der Bilanzzahlen in Düsseldorf. Das Bankhaus habe 2010 seinen Gewinn um zwei auf 14 Millionen Euro gesteigert und die stillen Reserven gestärkt.  Die Bilanzsumme habe bei gut drei Milliarden Euro gelegen.

Unter dem Strich wird Konzernchef Richard Oetker also auf ein  zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2010 zurückblicken können.

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