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Lenné-Dreieck KarstadtQuelle einigt sich mit Wertheim-Erben

Der Handels- und Touristikkonzern KarstadtQuelle hat nach langem Rechtsstreit den Konflikt um die Berliner Wertheim-Immobilien beigelegt. Die KarstadtQuelle AG wird die Erben der von den Nazis enteigneten jüdischen Kaufmannsfamilie Wertheim entschädigen.

Beisheim-Center auf dem Grundstück der Wertheim-Erben, dpa

Der Konzern erklärte, dass mit der Jewish Claims Conference (JCC) eine außergerichtliche Einigung erzielt worden ist. Die JCC verfügt über die gerichtlich anerkannten Rechte am früheren Grundbesitz und Vermögen der Wertheim-Erben. Die vereinbarten Entschädigungssumme liegt bei 88 Millionen Euro. Für das Unternehmen gebe es nun Rechtssicherheit, betonte KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff. Die Gelder flössen in Projekte zur Unterstützung der Überlebenden des Holocausts. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind in den vergangenen Monaten Geheimgespräche zwischen KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff und dem Europa-Direktor der JCC, Roman Haller, geführt worden. Der gerichtliche Konflikt zwischen dem Warenhauskonzern und den etwa 50 Überlebenden der von den Nazis aus Deutschland vertriebenen Wertheim-Familie wurde seit dem Jahr 2000 ausgetragen. Kernpunkt der Einigung ist eine Entschädigung für ein Grundstück im so genannten Lenné-Dreieck am Potsdamer Platz. Nach der Wende hatte der Berliner Senat dort früheren Wertheim-Grundbesitz für den symbolischen Preis von einer DM an Hertie überlassen. Nachdem KarstadtQuelle Hertie übernommen hatte, verkaufte der Konzern das Gelände in Berlin-Mitte für 145 Millionen Euro an den Metro-Eigentümer Otto Beisheim. Dieser errichtete dort das Beisheim-Center und die Luxushotels Ritz-Carlton und Marriott. Die Zahlungen seien bereits in der Bilanz 2006 verarbeitet worden, sagte Middelhoff. Sie hätten „keine Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung 2007“.

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