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Linkedin-Angriff auf Xing "Es wird eine Weile dauern"

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Linkedin-Chef und Gründer Reid Hoffmann

Wie wollen sie den großen Vorsprung aufholen?

Die meisten unserer Funktionen sind umsonst, bei Xing hingegen muss man für die interessanten Funktionen bezahlen.

Dafür kostet Xing nur fünf Euro im Monat, LinkedIn verlangt für den günstigsten Premium-Zugang fast 25 Dollar.

Wir haben eine andere Philosophie. Die Mehrheit der Leute kann das Netzwerk umsonst nutzen, um beispielsweise Fragen zu stellen und mit den eigenen Kontakten zu kommunizieren.

Die Premium-Zugänge sind für Leute, die LinkedIn intensiv geschäftlich nutzen, zum Beispiel für den Verkauf oder die Personalsuche. Diese Nutzer zahlen dann auch bis zu 500 Dollar im Monat. In anderen Ländern funktioniert dieses Modell, ich bin gespannt, ob es auch in Deutschland gelingt.

Was haben denn die spanischen und französischen Versionen gebracht?

Nach dem Start der spanischen Version unseres Netzwerkes ist die Wachstumsrate in spanischsprachigen Ländern von 60 auf 78 Prozent gestiegen - so haben sich innerhalb von nur zwei Monaten über 200.000 neue Mitglieder angemeldet. Mit dem Launch der französischen Plattform ist die Zahl der Neuregistrierungen um 200 Prozent gestiegen, inzwischen sind über 750 000 Französisch sprechende Geschäftsleute Mitglied bei LinkedIn.

Sie wollten 2008 einen Umsatz von 100 Millionen Dollar erzielen, haben Sie das trotz der Krise geschafft?

Wir waren sehr nah dran.

Sie verdienen also mit 35 Millionen Mitgliedern etwa 100 Millionen Dollar, Xing kommt mit etwa 7 Millionen Mitgliedern über 40 Millionen Dollar. Wie wollen Sie mehr Einnahmen mit ihrer Plattform erzielen?

Wir messen nicht die Einnahmen pro Nutzer. Unsere Strategie ist es, erst eine große Nutzerbasis aufzubauen, dann deren Aktivität zu erhöhen und sie dann zu monetarisieren.

Derzeit liegt unser Fokus darauf, wie stark die Mitglieder sich beteiligen. Zurzeit sind 10 Prozent sehr aktiv, 20 Prozent teilweise aktiv. Wir wollen dahin kommen, dass 30 Prozent sehr aktiv sind und 60 Prozent ein bisschen. Dafür gibt es verschiedene neue Funktionen.

Auf den Ausbau der Einnahmen haben wir uns bislang nicht fokussiert, werden aber in diesem Jahr etwas mehr Energie darauf verwenden.

Sie haben LinkedIn gegründet und vier Jahre geführt. Dann sind Sie ausgeschieden und nun nach zwei Jahren vergangenen Monat wieder auf den Chefsessel zurückgekehrt. Warum war das nötig?

Dan Nye hat gute Arbeit geleistet, es war also nicht so, dass ich das tun musste. Ich habe 2006 nach einem CEO gesucht, um die Personalstrukturen aufzubauen und LinkedIn in ein richtiges Unternehmen umzuwandeln. Ich selbst habe weiter die Innovation unserer Produkte vorangetrieben. Das bedeutete aber, dass ich oft in Dan Nyes Büro saß und sagte „mach dies“ und „tu jenes“. Irgendwann sagte er, warum machst du den Job nicht wieder selbst? Also haben wir gemeinsam entschieden, dass ich wieder CEO werde.

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