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Linkedin-Angriff auf Xing "Es wird eine Weile dauern"

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Im vergangenen  Jahr haben sie 75 Millionen Dollar frisches Kapital eingesammelt. Reicht das jetzt, um die Krise zu überstehen?

Wir waren in den letzten beiden Jahren profitabel und brauchten das Kapital noch nicht anzurühren. Als wir es gesammelt haben, dachten wir an Zukäufe, das Thema ist auch noch auf dem Tisch.

Ist auch der Kauf von Xing eine Variante?

Es ist nicht völlig ausgeschlossen. Aber man muss vorsichtig sein, wenn Netzwerke andere Netzwerke kaufen. Wir sind skeptisch, ob das strukturell funktioniert, weil die Leute sich an ein Netzwerk gewöhnt haben. Auch die Übernahmen von Xing in Spanien funktionieren nicht. Es ist auch ein bisschen schwierig, da wir im Gegensatz zu Xing  kein  börsennotiertes Unternehmen sind.

Auch Facebook hat gegen den deutschen Platzhirsch StudiVZ zu kämpfen, in anderen Ländern gibt es ähnliche lokale Größen. Denken sie,  langfristig werden solche regionalen und globalen Netzwerke nebeneinander existieren?

Bei sozialen Netzwerken ist das Lokale am wichtigsten. Man tauscht Bilder und fragt die Leute in der eigenen Stadt, was sie Freitag Abend machen. Geschäftliche Dinge in der modernen Wirtschaft sind dagegen globaler.

Es wird daher ein oder mehrere lokale Anbieter von sozialen Netzwerken geben. In Frankreich gab es beispielsweise kein starkes soziales Netzwerk, daher ist Facebook dort stark gewachsen. In Deutschland wächst Facebook wegen StudiVZ viel langsamer.

Es gibt inzwischen so viele Netzwerke,  in denen man Kontakte pflegen muss. Wird das nicht irgendwann zuviel?

Es wird nicht jeder zehn Netzwerke nutzen, aber vielleicht zwei oder drei. Man präsentiert sich  im privaten Umfeld anders, als im Geschäftsbereich. In dem einen Netzwerk zeigt man Bilder vom Strandurlaub, doch das würde man im Büro nicht tun. Daher wird es private und berufliche Netzwerke geben.

Sie haben LinkedIn gegründet, als die Internet-Blase Base geplatzt war. Was sind die Unterschiede zur jetzigen Wirtschaftskrise?

Die Krise war damals für Internet-Unternehmen härter. Sie hatten meist keine Umsätze und wenn das Kapital ausging, waren sie tot. Die Unternehmen haben daraus gelernt eine Infrastruktur mit niedrigen Kosten aufzubauen. Außerdem haben sie zumindest einige Grundeinnahmen. Die Internet-Unternehmen sind also widerstandsfähiger und es wird mehr Überlebende geben.

War das Web2.0 nicht auch eine Blase? Es gab unglaubliche Bewertungen für Unternehmen wie Facebook, die doch kaum Umsätze haben.

Beim Platzen der Dot-Com-Blase sind  viele Unternehmen an die Börse gegangen und als sie aufgeben mussten sind große Aktienwerte vernichtet worden. Das Web2.0 ist keine Blase in diesem Sinn. Einige Bewertungen waren vielleicht etwas ambitioniert, obwohl das von den langfristigen Ergebnissen abhängt. Facebook ist vielleicht nicht profitabel, aber erzielt ordentliche Umsätze und vielleicht wären sie profitabel, wenn sie es sein müssten.

Aber viele dieser Unternehmen haben doch nicht einmal ein überzeugendes Geschäftsmodell. Es gibt inzwischen viele Werbenetzwerke, mit denen man etwas Geld verdienen kann, solange man genug Besucher hat. Die Internet-Unternehmen müssen jetzt auf die Kosten achten, doch die Krise wird sie weniger hart treffen als das Fernsehen oder Zeitungen.

Sie denken, man kann mit reinen Werbemodellen genug Geld verdienen? Nicht einmal Youtube mit seinem riesigen Publikum gelingt das.

Wäre Youtube noch unabhängig, müsste man sich um das Unternehmen Sorgen machen, da Videos anzubieten natürlich viel teurer ist, als zum Beispiel bei LinkedIn, wo  es vor allem um Textinhalte geht.

Doch schwierige wirtschaftliche Zeiten zwingen zu innovativen Geschäftsmodellen, so entstand Googles Suchmaschinenwerbung auch wegen der letzten geplatzten Blase. Ich denke auch in dieser Krise werden neue Werbeformen entstehen.

Muss es nicht auch mehr Bezahlmodelle geben?

Kostenpflichtige Premium-Service-Ansätze könnten ein gutes Geschäftsmodell sein. Doch im Silicon Valley lehnen viele Premium-Modelle ab, da sie denken es wird immer jemand das Gleiche umsonst anbieten.

Inhalte im Internet zu monetarisieren ist sehr schwierig. Ich habe auch nur einmal in das Inhalte-Geschäft investiert, in eine Comedy-Seite namens Funnyordie.

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